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»Dieses historische Gebäude erzählt eine Geschichte«

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So könnte die Güterhalle einmal aussehen – vorausgesetzt, das alte Gebäude am Bahnhof wird nicht abgerissen.
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Warben bei einer Pressekonferenz für den Erhalt der Güterhalle (von links): Stadtbaumeister Klaus Hechfellner, Güterhallen-Projektmanager Gerhard Spiegelsberger und Oberbürgermeister Christian Kegel. (Foto: Reiter)

Traunstein – »Wir sind von dem Gebäude und seinem Potenzial begeistert«, sagte Stadtbaumeister Klaus Hechfellner bei einem Pressegespräch zum heiß diskutierten Thema Güterhalle. Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, dass der Neubau eines Jugendzentrums – wie von den Initiatoren des Bürgerbegehrens gefordert – definitiv nicht schneller gehe und auch nicht günstiger komme als die Sanierung der Güterhalle. »Für die Jugendlichen geben wir 700 000 Euro aus. Da werden immer wieder Äpfel mit Birnen verglichen.«


»Den Jugendlichen eine anständige Bleibe schaffen«

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Seine Äußerung erklärte er anhand dieser Zahlen: Die Sanierung der Güterhalle sei mit 3,8 Millionen Euro hoch angesetzt worden. Außerdem rechne man mit einer Städtebauförderung von bis zu 60 Prozent, »bei der Stadt bleiben also rund zwei Millionen Euro«.

Ein Drittel der Fläche der Güterhalle werde für den Jugendtreff verwendet, also rund 500 Quadratmeter. Die Restfläche des Gebäudes (fast 1000 Quadratmeter) könnte entweder für weitere städtische Einrichtungen oder gewerblich genutzt werden. Für die 3,8 Millionen Euro bekomme man also nicht nur ein Jugendzentrum, »sondern viel mehr«. Außerdem würde der Stadt bei einem Abriss auch Geld verloren gehen. »Wir haben die Güterhalle 2010 für 230 000 Euro gekauft und die Planungsleistungen für die Sanierung liegen bei 180 000 Euro.«

»Es ist einfach wichtig, den Jugendlichen endlich eine anständige Bleibe zu schaffen«, sagte der Güterhallen-Projektmanager Gerhard Spiegelsberger. »Wir sind überzeugt, dass wir das mit einer Sanierung der Güterhalle zeitnah machen können.«

Bei einem Abriss stehe alles wieder auf Anfang, »das geht sicher nicht schneller, denn dann müssen wir ja erst wieder neu zu planen anfangen«. Spiegelsberger ist überzeugt, dass es für die Restfläche viele Interessenten geben wird. »Das ist eine optimale Lage unweit des Bahnhofs und in der Nähe des Stadtzentrums.« Er betonte aber, dass die Stadt nach wie vor auf der Suche nach einer Nutzung durch städtische Einrichtungen sei – denn nur dann gibt es 60 Prozent Städtebauförderung. Wie hoch diese ausfällt, wenn die Güterhalle gewerblich genutzt wird, könne er nicht sagen, »denn das hängt von der Höhe der Mieteinnahmen ab. Das wird gegengerechnet«. Keinen Einfluss habe das allerdings auf die Kosten für den Jugendtreff. »Da sind wir bei 700 000 Euro Eigenanteil.«

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens »Neubau Jugendzentrum statt Sanierung Güterhalle« haben die Kosten für einen Neubau auf 800 000 Euro geschätzt – »doch da ist ein Grundstückskauf nicht mit eingerechnet«, sagte der Oberbürgermeister. Außerdem kämen Kosten für den Abriss der Güterhalle dazu.

»Hochwertig saniert«

Die Güterhalle werde hochwertig saniert und modernisiert, betonte Stadtbaumeister Klaus Hechfellner. »Andere Städte beneiden uns um so etwas. Das hat doch viel mehr Charme als ein Neubau.« Die ausgediente Lagerhalle werde gerne als »Schandfleck« bezeichnet, doch die Architekten hätten gute Ideen, »wie die ehemalige Güterhalle zu einem attraktiven, modernen und funktionalen Gebäude wird. Dieses historische Gebäude erzählt einfach eine Geschichte«, warb Hechfellner für den Erhalt der Güterhalle.

Heute wird sich der Traunsteiner Stadtrat gleich in mehreren Punkten mit dem Thema beschäftigen. Das Gremium stimmt über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens ab. Außerdem gibt es einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen von UW, SPD und Traunsteiner Liste, die ein Ratsbegehren für die Sanierung der Güterhalle wollen. Des Weiteren wird sich der Jugendbeirat äußern. KR