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Mel David Tersteegen möchte endliche eine Zusage von der Stadt für einen neuen Jugendtreff

»Diese Ungewissheit ist einfach ungut«

Traunstein – Mel David Tersteegen ist sauer. Seit Jahren verspreche die Stadt ihren Jugendlichen ein großes Jugendzentrum in der Güterhalle. Doch nun habe der Stadtrat das Projekt auf Eis gelegt (wir berichteten). »Das hat unser Vertrauen zerstört«, sagt der Jugendratssprecher. »Wenn wir wissen, dass wir definitiv was Neues bekommen, dann haben wir kein Problem damit, zu warten. Aber diese Ungewissheit ist einfach ungut. Wir brauchen endlich eine Lösung!«

Mel David Tersteegen ist Jugendratssprecher des Traunsteiner Jugendtreffs. Er sieht sich als Vermittler zwischen der Stadt und den Jugendlichen. Im Namen der jungen Leute macht er auf die Probleme am jetzigen Standort aufmerksam. (Fotos: Reiter)
So sieht der Jugendtreff von innen aus. »Wir haben nur einen großen Raum«, sagt Mel David Tersteegen. »Es gibt keine Rückzugsorte – und wenn zwei verschiedene Cliquen kommen, die sich nicht verstehen, dann wird es schwierig«, so der 20-Jährige.

Denn die derzeitige Situation ist für die Jugendlichen äußerst unbefriedigend: »Wir haben nur einen einzigen Raum«, schildert der 20-Jährige die Gegebenheiten im Traunsteiner Jugendtreff. »Es gibt weder Rückzugsorte, noch können gezielte Projekte während des offenen Betriebs angeboten werden.« Mit dieser Situation müssten die jungen Leute nun seit zweieinhalb Jahren leben – »und das in Traunstein, einer großen Schulstadt mit über 10 000 Schülern.« Die Lage direkt am Stadtplatz biete den Jugendlichen außerdem keine Möglichkeit, sich draußen sportlich zu betätigen. »Im Moment ist es nicht möglich, dort eine professionelle und offene Jugendarbeit zu gewährleisten«, so Mel David Tersteegen, der im Namen aller acht Mitglieder des Jugendrats spricht, wie er betont. »Wir wollen nicht unbedingt die Güterhalle, aber wir wollen eine Lösung – und vor allem, dass sich endlich etwas bewegt!«

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Von Seiten der Stadt heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, dass möglicherweise geeignete Räume gefunden wurden. Diese seien bereits von Oberbürgermeister Christian Kegel, der Stadtjugendpflegerin Petra Breutel und Vertretern der Verwaltung besichtigt worden. Nun müsse geklärt werden, ob sich die Räume für eine längerfristige Nutzung eignen und ob mit dem Eigentümer der Immobilie ein Vertrag zu vernünftigen Konditionen abgeschlossen werden kann. Derzeit fänden hierzu Gespräche statt.

Die Schwierigkeiten am derzeitigen Standort, wie etwa die zu geringe Größe und die Probleme mit der Nachbarschaft, seien der Stadt durchaus bewusst, so Pressesprecherin Carola Westermeier. Deshalb sei es auch in ihrem Interesse, möglichst bald eine Lösung zu finden. KR