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»Diese Schulen sind enorm wichtig«

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Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Tansania durften bisher in der Regel nicht in die Schule gehen. Der Förderverein »Faraja heißt Trost« will das ändern.

Traunreut – Das Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut ist Partnerschule des Faraja Diaconic Centre im Norden Tansanias. Der Förderverein »Faraja heißt Trost«, den die beiden Förderlehrer Marianne und Reinhard Penn ins Leben gerufen haben, unterstützt drei Schulen in Tansania, wo erstmals Kinder mit geistiger Behinderung unterrichtet werden.


Bisher wurden diese Kinder in der Regel gar nicht unterrichtet, denn es ist in Tansania noch immer ein Stigma für eine Familie, ein Kind mit Behinderung zu haben. »Diese Schulen sind enorm wichtig«, betont Marianne Penn, die die Verhältnisse in dem Land aus mehreren Reisen gut kennt. »Der Unterricht bedeutet für die Kinder eine große Wertschätzung und ist auch für die Mütter befreiend.«

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Der Förderverein unterstützt die Schulen beim Aufbau, finanziert die Personalkosten und gibt wichtige Anregungen für den Unterricht. Zusätzlich will der Verein für eine Lehrkraft eine Montessori-Ausbildung finanzieren, damit sie dann qualifiziert ist für die Tätigkeit an den dortigen Schulen. Fünf junge Männer aus Tansania, die derzeit eine Diakonen-Ausbildung absolvieren und dabei auch mit behinderten Kindern in den Schulen dort arbeiten sollen, besuchten nun Traunreut. Die Diakonenausbildung wird unterstützt von der Rummelsberger Diakonie, einer der profiliertesten diakonischen Träger in Bayern, die auch Austauschprogramme für die Auszubildenden zwischen Deutschland und Tansania organisiert.

In Tansania, wo in den Schulen teils bis zu 100 Kinder von einem Lehrer betreut werden, läuft der Unterricht nach der Frontalmethode ab: der Lehrer steht vor der Klasse und diese sagt meist im Chor nach, was er vorspricht. Nur mit hören, sehen und nachsprechen lernen die Kinder. Kinder mit geistiger Behinderung brauchen jedoch nach Erfahrung der Förderlehrer an der Löhe-Schule eine ganz spezielle Art der Förderung und des Lernens. Nicht starres Sitzen im Klassenzimmer, sondern »bewegtes Lernen« heißt die Devise in der Traunreuter Förderschule. Hier lernen die Kinder beispielsweise Zusammenzählen beim Treppensteigen. Oder während sie locker auf dem Trampolin hüpfen, wählen sie Karten mit Gegenständen aus, die einen bestimmten Buchstaben am Anfang oder im Wort stehen haben. Diese und einige andere Beispiele für bewegtes Lernen sowie Methoden, um die Konzentration bei den Kindern zu steigern und all ihre Sinne anzusprechen, konnten die Besucher aus Afrika in Traunreut beobachten und selber ausprobieren. »Wir können in dieser kurzen Zeit nur Impulse geben«, weiß Marianne Penn. Aber sie versucht auch, die in Traunreut erarbeiteten Methoden auf tansanische Verhältnisse umzuändern und hat viele Ideen für Materialien, die dort verwendet werden können, weil heilpädagogisches Lernmaterial in Tansania nicht zur Verfügung steht.

Wer die Arbeit des Vereins »Faraja heißt Trost« unterstützen möchte, hier das Spendenkonto bei der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, Kontonummer 40061947, Bankleitzahl 71052050. mix