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Diese fünf Spitzenkandidaten gehen ins Rennen

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Bei der bayerischen Landtagswahl gehen fünf Parteien mit Spitzenkandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten ins Rennen. Chancen haben nur zwei: Amtsinhaber Horst Seehofer und sein SPD-Herausforderer Christian Ude. Die Kandidaten im Überblick:


HORST SEEHOFER, 64, CSU: Seehofer ist Ministerpräsident, obwohl er es eigentlich gar nicht werden wollte. Sein Lebenstraum war nach eigener Aussage nur der CSU-Vorsitz. Nun, da er Ministerpräsident ist, will er es aber auch bleiben. Zum Amtsantritt als CSU-Chef 2008 erklärte es Seehofer zu seiner Mission, die Partei zu »alter Stärke« zurückzuführen – soll heißen: absolute Mehrheit.

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Je näher die Wahl rückt, desto tiefer hängt Seehofer seine Ambitionen: Inzwischen will er nur noch die Koalition mit der FDP fortführen. Seehofer hat der CSU in den fünf Jahren seiner Amtszeit eine ziemlich radikale Modernisierung aufgezwungen – vom Atomausstieg bis zur Frauenquote. Das jahrelange Gemoser in der CSU ist derzeit weitgehend verstummt.

 

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CHRISTIAN UDE, 65, SPD: Ude ist es in seiner zwanzigjährigen Amtszeit als Münchner Oberbürgermeister gelungen, die örtliche CSU zu traumatisieren, weil der SPD-Politiker sich in seiner Heimatstadt als unbesiegbar entpuppte. Ude ist ein Sozialdemokrat alter Schule, der insbesondere Privatisierungen von Staatsunternehmen gern kritisiert. In Umfragen war er häufig beliebtester Politiker Bayerns.

Als SPD-Spitzenkandidat ist Ude einer sehr viel schärferen Beobachtung ausgesetzt als in München. Ude beklagte sich in der Folge häufig über Negativkommentare in den Zeitungen. Von den schlechten Umfragewerten will sich Ude nicht verdrießen lassen. Er verweist darauf, dass die Umfrageinstitute schon häufig falsch lagen.

 

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HUBERT AIWANGER, 42, FREIE WÄHLER: Der Schweinezüchter aus Niederbayern will nicht Ministerpräsident werden, sondern das Zünglein an der Waage. Geht sein Kalkül auf, können die Freien Wähler entscheiden, ob sie mit der CSU oder mit SPD und Grünen regieren wollen. Aiwanger hat einen starken niederbayerischen Akzent und die Gabe einprägsamer Formulierungen: »Wenn wir nicht wären, würden die einschlafen und in ihrem eigenen Saft ersticken«, sagte er einmal über die politische Konkurrenz.

Außerdem kann Aiwanger lange Reden ohne jedes Manuskript halten. Bisher nicht aufgegangen ist sein Traum, die Freien Wähler zu einer bundespolitischen Kraft zu machen. 2012 floppte seine Anti-Euro-Kampagne.

 

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MARGARETE BAUSE, 54, GRÜNE: Bause steht seit zehn Jahren an der Spitze der Landtagsfraktion und ist die einzige Frau in der Schar der Spitzenkandidaten. Das stellen die Grünen in ihrer Wahlkampagne auch gebührend heraus. Mit ihren roten Haaren ist sie optisch auffälliger als die konkurrierende Herrenriege.

Politisch steht Bause der SPD sehr viel näher als der CSU. Sie ist eine scharfzüngige Rednerin, schwarz-grüne Spekulationen sind ihre Sache nicht. In ihrer Fraktion ist Bause keineswegs unumstritten, doch die Grünen wussten bislang ihre internen Konflikte gut zu verbergen.

 

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MARTIN ZEIL, 57, FDP: Zeil ist Wirtschaftsminister sowie stellvertretender Ministerpräsident und hat eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit SPD-Konkurrent Ude. Wie dieser trägt Zeil Schnauzbart und redet ziemlich langsam. Eine darüber hinaus gehende innere Verwandtschaft gibt es nicht. Zeil hält nichts von Flirts mit der SPD, er ist Verfechter schwarz-gelber Bündnisse.

FDP-Misserfolge in Berlin erschwerten über Jahre seine Amtsführung als bayerischer Wirtschaftsminister. Da die FDP auf Bundesebene die versprochenen Steuersenkungen nicht durchsetzen konnte und sich von der Union den Atomausstieg aufzwingen ließ, ist die Enttäuschung in der Wirtschaft groß.

Blattl Sonntag Traunstein