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Ehrung für den dienstältesten Stadtrat Traunsteins Uwe Steinmetz (UW) – Für Sport in der Stadt eingesetzt

Dienstältester Stadtrat Traunsteins geehrt: "In all den Jahren die Bürgernähe nie verloren"

Eine Urkunde überreichte Oberbürgermeister Christian Kegel (links) an Uwe Steinmetz, der seit 40 Jahren Mitglied des Traunsteiner Stadtrats ist. (Foto: Wannisch)

Traunstein – »Ich bin stolz, dass ich in all den Jahren die Bürgernähe nie verloren habe«, sagt Uwe Steinmetz am Donnerstag in der Stadtratssitzung. Seit 40 Jahren gehört er dem Stadtrat an – zunächst für die CSU, dann für die Unabhängigen Wähler (UW). Für seine Verdienste um die Stadt Traunstein wurde er von Oberbürgermeister Christian Kegel in der jüngsten Stadtratssitzung geehrt.

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Geboren wurde er 1941 in München, aufgewachsen ist er in Schleching, ehe er 1949 nach Traunstein kam. Nach der Ausbildung im elterlichen Betrieb bestand er mit 23 Jahren die Meisterprüfung im Uhrmacherhandwerk und eröffnete 1965 in Traunstein ein Uhrengeschäft.

Am 1. Mai 1978, er war zu dieser Zeit gerade 37 Jahre alt, zog er erstmals für die CSU in den Stadtrat ein. »Mit 13 Stadträten hatte die CSU damals quasi die Alleinherrschaft«, erinnert sich Steinmetz im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Karl Irber war Fraktionschef, Rudolf Wamsler CSU-Oberbürgermeister. »Er war mein Lehrmeister, das war hohe Schule«, erinnert sich Steinmetz.

Als es um die Verteilung der Stadtrats-Referenten ging, wurde er zum Sportreferenten gewählt. »Ich war damals ja selbst Leistungssportler im Handball und der Leichtathletik.« In dieser Funktion gründete er den Traunsteiner Sport-Stammtisch (bisher 83 Stammtische mit über 2500 Besuchern). Seit 1979 ist er auch zweiter Vorstand im Stadtverband der Traunsteiner Sportvereine.

»Ich hab das immer mit Freude gemacht«, so Steinmetz weiter. In seiner Amtszeit erlebte er die vier Oberbürgermeister Rudolf Wamsler, Fritz Stahl, Manfred Kösterke und Christian Kegel. Letzteren hat er als dienstältester Stadtrat sogar vereidigt. »Und jeder Oberbürgermeister war anders.«

In seiner langen Zeit im Stadtrat seien viele Sachen entstanden; etwa das Sportzentrum in Empfing, die vier Schützenheime in Geißing, Kammer, Haslach und am Ettendorfer Weg, der Neubau der Stadtwerke oder die umfassende Sanierung des Rathauses. Die Wasserversorgung aus der Laubau sei »ein Jahrhundertwerk«, so Steinmetz. Eine solche Qualität habe rundum niemand.

Die ersten 24 Jahre saß Steinmetz für die CSU im Stadtrat, danach für die UW. Er habe sich immer unabhängig und mit Weitblick für die Stadt eingesetzt, sagt Steinmetz. Er höre immer alle Wortbeiträge aller an, »für persönliche Differenzen hab ich nichts übrig«.

Auch Lustiges gab es in der langen Zeit. So hatte er sich bei einem Treffen in Turin in seiner Funktion als Abgeordneter der Gemeinden Europas in Italienisch mit den Teilnehmern aus der Traunsteiner Partnerstadt Pinerolo unterhalten; was einen Teilnehmer aus Mainz zu der Aussage veranlasste: »Für einen Italiener sprechen sie aber sehr gut deutsch.«

Oberbürgermeister Christian Kegel würdigte Steinmetz als ein »Urgestein« im Traunsteiner Stadtrat, der seines Wissens nach mit 40 Jahren Zugehörigkeit der zweit dienstälteste Stadtrat Traunsteins überhaupt sei. Kegel betonte, dass Steinmetz sich stets für den Sport in der Stadt eingesetzt habe – aktiv und passiv als Leistungssportler und Sportreferent der Stadt. Blicke man auf die zahlreichen Würdigungen von Steinmetz, erkenne man, dass dies auch über die Stadtgrenze hinaus nicht unbemerkt geblieben sei.

In der Sitzung betonte Steinmetz nochmals, dass Parteipolitik in einem Stadtrat nie die Hauptrolle spielen solle, sondern einzig die Ergebnisse für sich sprechen sollten. Zudem kündigte er an, dass er auch nach 40 Jahren keineswegs amtsmüde sei und weiter machen wolle. coho/vew