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Die Wespen haben Hochsaison

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In diesen Wochen ist Hochsaison für Wespen. Je wärmer es ist, desto mehr Tiere entwickeln sich – und können ganz schön nerven, wenn man im Freien Süßes essen möchte.

Wer kennt das nicht: Kaum setzt man sich auf die Terrasse und möchte zum Kaffee ein Stück Kuchen genießen oder man bekommt im Biergarten sein Essen serviert, schon schwirren die Wespen um den Teller. In diesem Jahr gibt es besonders viele der gelb-schwarz-gestreiften Tiefflieger – weshalb so manchem schnell die Lust vergeht, im Freien etwas zu essen oder zu trinken. Die Wespen haben jetzt Hochsaison, je wärmer es ist, desto mehr Tiere entwickeln sich. Laut Manfred Mertl, Sachgebietsleiter bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein, erreichen seine Behörde heuer besonders viele Anrufe von Bürgern, die sich angesichts der Wespenplage Rat und Hilfe erhoffen.


Obwohl »nur« für die geschützten Hornissen, nicht aber für Wespen zuständig, versucht die Untere Naturschutzbehörde den Anrufern natürlich weiterzuhelfen. »Wir wollen den Leuten die Grundangst nehmen«, so Mertl. Er gibt zu, dass die Wespen heuer viel aktiver sind als in den letzten Jahren, was nicht zuletzt auf das Wetter zurückzuführen ist. Es gebe vermutlich auch mehr Wespenstaaten, da viele im letzten Jahr geschlüpfte Jungköniginnen den milden Winter überlebt haben. Mertl weist aber auch darauf hin, dass viele Wespenarten nicht aggressiv sind: Wenn man ein freihängendes Wespennest entdeckt, kann man davon ausgehen, dass es sich um friedfertige Arten, wie zum Beispiel die sächsische Wespe und Hornissen handelt, erklärt er. Die deutsche Wespe und die gemeine Wespe – Mertl: »das sind diejenigen, die uns nerven« – bauen ihre Nester im Verborgenen. Das können Rollokästen, Erdhöhlen, dunkle Ecken in Stadeln oder Dachböden etc. sein.

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Im Gegensatz zu (den eher friedvollen) Hornissen unterliegen die deutsche und die gemeine Wespe keinen strengen Schutzbestimmungen. Das bedeutet: Die Nester dürfen ohne naturschutzbehördliche Ausnahmegenehmigung entfernt werden, sofern ein wichtiger Grund vorliegt. Man muss dann aber abwägen, ob der Aufwand lohnt: Muss etwa ein Dach geöffnet werden, können durchaus hohe Kosten anfallen. Mertl verweist darauf, dass im Herbst die Wespen-Saison eh vorüber ist, die Wespen absterben und die Jungköniginnen die Nester verlassen. Mertl: »Das Nest wird auf jeden Fall verlassen und wird nicht wieder bezogen.« Das heißt: Niemand, der bei sich zu Hause ein Wespennest hat, muss befürchten, dass dort im nächsten Jahr wieder Wespen hausen; wenn überhaupt, wird daneben ein neues Nest gebaut, das alte bleibt verwaist.

Gibt's Tipps, wie man sich vor den Wespen schützen kann? Ein »Patentrezept gibt es sicher nicht«, sagt Mertl. Sein Amt hat einige Vorschläge aufgelistet (siehe rechts oben), doch 100-prozentig sicher kann man vor ihnen nie sein. Dazu Mertl: »Wespen hat's immer gegeben, wir verlernen nur das Umgehen damit.« Wer Süßes im Freien isst, muss sich auch klar darüber sein, dass dies Wespen anlockt. Was überhaupt nichts bringt, ist die Wespen in der Hoffnung anzublasen, dieser »Wind« könnte sie vertreiben – genau das Gegenteil bewirkt man: Das Kohlendioxid in der Atemluft sei ein Alarmsignal für die Tiere und löse in ihnen ein Angriffssignal aus, das sie aggressiv werden lässt; ebenso verhält es sich, wenn man versucht, die Wespen durch hektisches Umsichschlagen zu vertreiben.

Was tun, wenn man gestochen wird? Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, die Einstichstelle zu kühlen, allerdings sollte man das nicht sofort tun. Mertl rät, zunächst für einige Minuten die Einstichstelle zu wärmen, etwa mit einem warmen Löffel; die Wärme zersetze das Gift. Erst danach sollte man die Schwellung kühlen. Zum Arzt müsse man wegen eines Wespenstichs nicht, außer man reagiere stark allergisch. Und auch wenn man im Gesicht- und Rachenbereich gestochen wird, sollte man einen Arzt aufsuchen. m