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Die Weihnachtszeit endet am heutigen Donnerstag

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Der 2. Februar »Mariä Lichtmess« ist traditionell der Tag, an dem die Christbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippen verpackt werden. Die Barockgrippe in der Pfarrkirche Traunwalchen (unser Bild) bleibt nach Angaben von Pfarrer Richard Datzmann noch ein paar Tage aufgebaut. (Foto: Rasch)

Traunreut – Mit dem Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar geht nach dem kirchlichen Kalender die Weihnachtszeit zu Ende. Die Krippe wird abgebaut und der Christbaum aus der Kirche entfernt.


Dieses Ritual wird auch heute noch in manchen christlichen Familien gepflegt, etwa auf dem Hof der Familie Kötzinger in Heiming. »Normalerweise lassen wir den Christbaum bis Lichtmess stehen«, sagte Annemarie Kötzinger dem Traunsteiner Tagblatt. Diesmal habe sie aber einmal das Gießen vergessen und er sei zu bald dürr geworden. Deshalb habe sie den Christbaum schon vor wenigen Tagen entfernt.

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Das sogenannte »Fest der Darstellung des Herrn« geht auf einen biblischen Ursprung zurück. Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt eine Mutter 40 Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und musste in einem Tempel ein Reinigungsopfer darbringen. Auch die Eltern Jesu folgten dieser Vorschrift und pilgerten in den Tempel. Da Jesus auch der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst ausgelöst werden. Er wurde zum Priester gebracht und vor Gott dargestellt. Die Propheten hatten erkannt, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und so wurde er zum Erlöser Israels. Dieses biblische Ereignis wurde zu einem christlichen Festanlass. Nach Quellenangaben kamen die Kerzenweihe und Lichterprozession erst später hinzu, wodurch sich der Name »Mariä Lichtmess« einbürgerte.

Bis Ende 1912 war dieses Fest im Chiemgau auch ein richtiger Feiertag. Heute wird das Fest im Rahmen eines Gottesdienstes mit Kerzenweihen, meistens am Abend des Lichtmesstags, gefeiert. Dabei werden die Kirchenkerzen für das ganze Jahr geweiht. Die Kirchenbesucher können aber auch ihre eigenen Kerzen weihen lassen. Auf Schloss Pertenstein wird Mariä Lichtmess auch am heutigen Donnerstag um 20 Uhr auf besondere Weise begangen. Die Lichterprozession wird sich durch die Räume des Schlosses bewegen. In jedem Raum werden die Chorfreunde Traunwalchen ein Lied anstimmen.

Über die kirchliche Feier hinaus kam diesem Marienfest bis ins 20. Jahrhundert auf dem Land noch eine weltliche Bedeutung hinzu. An diesem Tag ging das bäuerliche Arbeitsjahr zu Ende.

Um die Tage von Mariä Lichtmess konnten die Dienstboten ihre Stellus wurden die Dienstleute entlohnt und hatten einige Tage arbeitsfrei. Diese Tage bezeichnete man in Süddeutschland als »Schlenkeltage«. Die Mägde und Knechte konnten in diesen Tagen ihre Angehörigen besuchen und das Wiedersehen feiern. Zeitzeugen gibt es heute kaum mehr. Kathi Ostermayer aus Oberwalchen weiß aber aus Erzählungen ihres Mannes, was es mit dem Dienstbotenwechsel und den Schlenkeltagen auf sich hat. »Am Schlenkeltag sind die Dienstboten ausgestanden. Wenn eine Magd oder ein Knecht kein 'Drangeld' bekommen hat, haben sie gewusst, dass sie gehen mussten.« Dienstleute, mit denen der Bauer besonders zufrieden war und die lange am Hof waren, nannte man »Ehhalten«. Die Arbeitsverträge wurden damals ohne schriftliche Vereinbarung besiegelt. Per Handschlag wurde dabei verlangt, ein volles Jahr zusammenzubleiben.

Auch die Volksweisheit, dass am 2. Februar die Tageslänge um einen »Hahnenschrei« wachse, geht auch auf das Altertum zurück. Früher schauten die Landwirte in den Himmel und beobachteten Veränderungen in Fauna und Flora. So sollen auch die Bauernregeln wie: »Ist's zu Lichtmess mild und rein – wird’s ein langer Winter sein«, entstanden sein.

Dem Fest Mariä Lichtmess folgt am morgigen Freitag das Fest des heiligen Blasius. In Gottesdiensten wird den Gläubigen der Blasiussegen erteilt, der gegen Halskrankheiten schützen soll. Der Legende nach wurde Bischof Blasius während der Christenverfolgung in den Kerker geworfen. Dort soll er einem mitgefangenen Knaben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben gerettet haben. Der Heilige Blasius erlitt um 287 den Martertod und zählt zu den vierzehn Notheiligen. ga