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Die Weihnachtsgeschichte bildhaft dargestellt

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Seit Jahrhunderten hat das biblische Geschehen rund um die Geburt Jesu Maler und Bildhauer dazu veranlasst, alles in ihren Kräften Stehende zu unternehmen, um die Bibelworte im wahrsten Sinne greifbar und auch real erfahrbar zu machen.
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Der Advent spielt sich für immer mehr Menschen zwischen Back-Marathon und Einkaufs-Wahnsinn ab. Dabei ist jetzt die »stade« Zeit, in der wir uns auf das Fest der Geburt Jesu vorbereiten sollen. Früher haben allerlei Bräuche die Menschen auf den Heiligen Abend hingeführt. Einige davon sind noch lebendig, andere fast vergessen. Brauchtumskenner Siegi Götze aus Marquartstein erinnert in der Adventsserie des Traunsteiner Tagblatts an die vielfältigen Weihnachtsbräuche und ihre Ursprünge. Heute: die Krippe (das Kripperl).


Was ist da heutzutage nicht alles an Kunstwerken zu sehen, aufs Feinste ausgearbeitet, jedes noch so kleinste Detail beachtend und von vielen Hunderten oder Tausenden von Leuten zu Recht bestaunt und bewundert bei den zahlreichen Krippenausstellungen.

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Krippenbaumeister, versierte Laien und Krippenbauvereinigungen und -vereine geben nicht selten in Kursen ihr fundiertes Wissen und ihr handwerkliches Können weiter. Daraus entspringen oft wichtige Anleitungen dafür, wie man selber zu einer solchen Krippe kommen kann, die, wenn man sie kaufen wollte, ein stattliches Sümmchen verschlänge. So ein Tun ist aller Ehren wert.

Seit Jahrhunderten hat das biblische Geschehen rund um die Geburt Jesu Maler, Freskanten und Bildhauer dazu veranlasst, alles in ihren Kräften Stehende zu unternehmen, um die Bibelworte im wahrsten Sinne greifbar und auch real erfahrbar zu machen. Aus dem einfachen Futtertrog für Tiere, in den die Jungfrau Maria laut biblischer Überlieferung im Stall zu Bethlehem ihr neu geborenes Jesuskind gelegt hatte, wurde im Laufe der Zeit speziell auf dem Krippensektor eine ganze Szenerie, die die gesamte Weihnachtsgeschichte bildhaft darstellt.

Szenerie, geformt nach dem biblischen Bericht

Im Alten Testament jedenfalls verstand man unter Krippe einzig und allein ein Einzelstück, und zwar einen Trog aus Stein oder Holzbrettern, in dem Tiere ihr Futter vorfanden. Heutzutage verstehen wir unter Krippe, das wir in unseren Breitengraden auch liebevoll Kripperl nennen, die gesamte Szenerie dessen, was sich nach biblischem Bericht auf den Feldern von Bethlehem vor rund 2000 Jahren bei der Geburt Jesu zugetragen hat: mit dem Verkündigungsengel, den Hirten, Maria und Josef und dem Jesuskind in der Krippe, einschließlich Stern der Verheißung über dem Stall und der jubilierenden Engelschar rund herum. Am Schluss dann auch noch die huldigenden Heiligen Drei Könige.

Die Prophezeiungen des Alten Testaments fließen hier genauso mit ein wie das, was uns im Lukas-Evangelium mit schlichten Worten über die Geburt Jesu in Bethlehem berichtet wird. Abseits der beeindruckenden, professionellen Krippenkunst und den, alle Betrachter fesselnden, Glanzstücken hat sich aber bis in unsere Zeit das Bauen einer eigenen Krippe in der Adventszeit noch herübergerettet.

Angefangen von der Suche auf dem Speicher nach dem, was von dem im vergangenen Jahr aufgeräumten Szenario und den seinerzeit liebevoll gefertigten Figuren dazu noch übrig geblieben ist, über die da und dort notwendige Reparatur von Einzelteilen oder deren Restaurierung ist es immer wieder spannend, nach und nach die ganz persönliche Krippenlandschaft erneut entstehen zu sehen. Eine echt schöpferische Tätigkeit im wahrsten Sinne des Wortes.

Speziell für die Kinder aus vergangenen Jahrzehnten war es immer wieder hoch interessant und abwechslungsreich zu erleben, wie die beeindruckende Krippenlandschaft sich erst nach und nach mit alldem füllte, was dann am 24. Dezember mit dem Hineinlegen des Christkindls in die Futterkrippe abgeschlossen war – zumindest fast, denn die Heiligen Drei Könige befanden sich ja laut biblischem Bericht, vom Stern geführt, noch auf dem Weg und kamen als Letzte ins Kripperl.

Nur auf den ersten Blick eine heile Welt

Das, was für uns beim Betrachten auf den ersten Blick so nach heiler Welt aussieht, ist in Wirklichkeit alles andere als eine heile Welt gewesen. Auch damals, zur Zeit von Christi Geburt, war von Frieden unter den Menschen im sogenannten Heiligen Land weit und breit nichts zu merken – und sogar kleinen Kindern trachtete der amtierende Herrscher, der um seine Macht fürchtete, schließlich nach dem Leben. Das Leben der Hirten zu jener Zeit war auch alles andere als einfach.

Trotzdem gibt es zu allen Zeiten immer wieder Menschen, die die Friedensbotschaft, die von der »Bethlehemkrippe« ausgeht, verstehen und umsetzen. Wer jemals in der Geburtskirche in Bethlehem war, in der ein im Boden eingelassener, goldener Stern den Ort der Geburtsstätte Jesu, also der Krippe, markiert, für den ist das auch heute noch erlebbar. fb