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Die Vielfalt der heimischen Tierwelt dargestellt

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Junge Leute aus dem Pädagogischen Zentrum Schloss Niedernfels bei Marquartstein waren mit die ersten Besucher der sehenswerten Ausstellung »Wilde Heimat – Räuber zwischen Berg und Tal« im Schusterhof auf dem Schellenberg bei Bergen. (Foto: Oberkandler)

Bergen – Die neue Sonderausstellung »Wilde Heimat – Räuber zwischen Berg und Tal« wurde im Schusterhof auf dem Schellenberg bei Bergen eröffnet. Gezeigt werden mehr als 140 Präparate heimischer Raubwildarten.


Sie stammen aus dem Besitz von Hans Biller in Grabenstätt, der in fast fünf Jahrzehnten eine einzigartige Sammlung von Tierpräparaten zusammengetragen hat. »Ich habe sie noch nie gezählt, aber 450 werden es schon sein«, sagte Biller in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Ein Teil der Präparate stammt aus Sammlungsauflösungen; viele Tiere sind Opfer des Straßenverkehrs geworden und Biller hat sie präparieren lassen.

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Schulen und Kindergärten besuchen regelmäßig Billers Schul- und Lehrmuseum, um sich die Tiere anzuschauen, denen man in freier Wildbahn niemals so nahe kommen würde. Auch für die angehenden Jäger sind Besuche bei Hans Biller Pflichttermine im Ausbildungsplan. Nun ist ein Teil der Sammlung im Schusterhof zu sehen.

Der gebürtige Bergener Andreas Mayer war nicht nur ein begeisterter Waidmann, sondern auch den Trachtlern und Musikanten sehr verbunden. Ihnen wollte er in seinem Elternhaus, dem Schusterhof, eine Heimat geben und den baufälligen Hof neu aufbauen. Das konnte er aber nicht mehr verwirklichen, weil er 2006 bei einer Jagdreise nach Russland starb. Statt seiner hat die Familie den Wunsch des Verstorbenen in die Tat umgesetzt und betreibt den Schusterhof nun als Stiftung. Sohn Peter Mayer und seine Frau Angelika erfüllen das Haus mit Veranstaltungen und Ausstellungen mit Leben. An die 20 000 Besucher, so berichtet Peter Mayer, haben seit der Eröffnung im Jahr 2008 den Schusterhof besucht. Die letzten Sonderausstellungen »Ski und Schuh« und »Wolpertinger und andere Fabeltiere« stießen ebenso auf großes Interesse wie die Dauerausstellungen über heimische Tracht sowie die umfangreiche Sammlung von Weihnachtskrippen.

Peter Mayer, selbst begeisterter Jäger, hat gleich am Eröffnungstag unter anderem eine Gruppe von jungen Leuten aus der Heimvolksschule Niedernfels bei Marquartstein durch die Sammlung geführt. Sie waren begeistert – nicht nur von Bär und Bisam, sondern auch von den vielen Vögeln, die nach Arten sortiert sind. So gibt es zum Beispiel 13 verschiedene Rabenvögel zu sehen und alle heimischen Specht- und Sperberarten. In einer Vitrine sind die Schädelknochen von 20 Wildtierarten zu sehen; vom kleinen Bisamschädel bis zu dem einer Hirschkuh. Und an einer Wand kann man ausgestopftes Raubzeug sehen. Das sind in der Jägersprache Tiere, die nicht zum jagdbaren Wild zählen, aber mit Ausnahmegenehmigung geschossen werden dürfen. Dazu zählen auch die Rabenvögel.

Öffnungszeiten sind von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr. Nähere Informationen gibt es unter Telefon 08662/66 34 50, wo man auch Führungen für Gruppen und Schulklassen vereinbaren kann. - K. O. -