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Die Versorgung mit Religionslehrern in der Region ist schlecht

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Das Thema Religionsunterricht stand im Mittelpunkt der Synode. Dazu referierten Gabriela Hofmann (von links), Gabriele Zill, Dekan Peter Bertram und Kirchenrat Jochen Bernhardt. (Foto: H. Eder)

Traunreut – Die Versorgung mit Religionslehrern ist im Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirk Traunstein, der die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting umfasst, auf Kante genäht, vor allem im nördlichen Bereich. Dies zeigte der Bericht von Gabriela Hofmann, der Leiterin des Schulreferats im Dekanat, auf der Herbstsynode im Wilhelm-Löhe-Zentrum in Traunreut.


Und jetzt kommt auf die Lehrer – die kirchlichen wie die staatlichen – eine weitere Herausforderung zu: der sogenannte neue »Lehrplan plus«. Diesen stellte die Katechetin Gabriele Zill aus Grabenstätt vor; sie ist Multiplikatorin für die Einführung dieses Lehrplans. Wesentliches Merkmal dieser neuen Konzeption ist die Beteiligung beziehungsweise Mitwirkung der Schüler: »Ausgangspunkt allen Lernens sind die Fragen und Anliegen der Schüler. An der Planung des Unterrichts sollen sie ihrer Entwicklung entsprechend beteiligt werden.«

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Der »Lehrplan plus« ist in Bayern vor vier Jahren für die Grundschule eingeführt worden, ab dem kommenden Jahr ist er verpflichtend für die weiterführenden Schulen. Im Religionsunterricht sollen künftig Bibel und Tradition, Mensch und Gesellschaft sowie der Glaube als eine Deutungsoption unter vielen in den Blick genommen werden.

Chancen des neuen Lehrplans stecken laut Gabriele Zill in Folgendem: Der Bezug zur Lebenswelt mache die Bedeutung des Glaubens für den Alltag sichtbar, der Lehrplan stärke die Eigenverantwortung und fördere die Selbstständigkeit der Schüler. Zugleich aber beinhalte er auch hohe Herausforderungen vor allem für die Lehrkräfte. Eine davon betreffe die mangelnde Sprachkompetenz vieler Schüler – gerade in Klassen mit vielen Migrantenkindern, »deren Deutschkenntnisse gerade eben für die Bewältigung des Alltags ausreichen«, wie Zill die verbreitete Realität schilderte.

Eine weitere Herausforderung bestehe darin, dass aufgrund der Diaspora-Situation im »Flächen-Dekanat« Traunstein mitunter bis zu fünf Jahrgangsstufen in einer Gruppe unterrichtet werden müssten: In solchen Fällen stelle »eine sinnvolle Planung des Unterrichts gerade unter den Bedingungen des neuen Lehrplans hohe Anforderungen an die theologische und pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte«, stellt Zill nüchtern fest.

»Engagiert, motiviert und leidenschaftlich«

Gabriela Hofmann, die auf Dekanatsebene das Schulreferat leitet, stellte fest, dass die Religionslehrer unter mitunter recht schwierigen Rahmenbedingungen, »engagiert, motiviert und leidenschaftlich« unterrichten würden. Trotzdem sei die Situation längst nicht für alle zufriedenstellend. So gebe es aufgrund der Größe des Dekanats Religionslehrer, die – im Extrem – an sieben Schulen tätig sind und entsprechend viel Zeit auf der Straße verbringen müssen und wegen ihrer geringen Anwesenheitszeiten in den jeweiligen Schulen kaum eingebunden sind.

Religionslehrer werden dringend gesucht; ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht darin, dass die Zahlen derer, die heuer die Ausbildung an der evangelischen Hochschule in Nürnberg begonnen haben, zuletzt deutlich gestiegen sei. Dies bestätigte auch Kirchenrat Jochen Bernhardt von der Abteilung Personalangelegenheiten von Religionspädagogen und Katechetinnen in seinem Referat über die allgemeine Situation des Religionsunterrichts in der evangelischen Landeskirche großes Lob spendete Bernhardt den Verantwortlichen im Dekanat: Er entdecke hier, so sagte er, »eine Leidenschaft für den Religionsunterricht, wie es sie in Bayern nicht allenthalben gibt«.

In der Diskussion wurde angesprochen, ob nicht statt des konfessionellen ein »christlicher« Religionsunterricht mehr akzeptiert würde. Diesen gemeinsamen Unterricht gibt es, wenn auch fast nur in Ausnahmefällen. Aber, so hieß es, damit könnte das personelle Problem verringert werden und die Schüler würden mehr von der jeweils anderen Konfession erfahren. Denn die Unterschiede zwischen den Konfessionen spielten in der Praxis kaum eine Rolle. In jedem Fall würden neue Modelle durchaus versucht, stellte er in Aussicht.

Von verschiedenen Rednern, auch von Gabriela Hofmann und von Dekan Peter Bertram, wurde die große Offenheit an den Schulen gelobt; die Schulleitungen und Lehrer seien zumeist »sehr verlässliche Begleiter und Gestalter«. he