weather-image
12°

Die Versorgung ist in allen Gemeinden garantiert

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die »Wassertröpfchen«-Gruppe in der Städtischen Kinderkrippe Traunstein freut sich auf die neuen Kinder, die im September Einzug halten. Die Nachfrage an Krippenplätzen kann im ganzen Landkreis problemlos gedeckt werden. (Foto: Irlinger)

Traunstein. Fröhlich stimmt die »Wassertröpfchengruppe« der Städtischen Kinderkrippe Traunstein ihr »Guten-Morgen-Lied« an. Die Mädchen und Buben toben ausgelassen durch die Räume, schieben Bauklötze hin und her oder spielen mit ihren Betreuerinnen im großen Garten. Sehr zur Freude ihrer Eltern, denn sie wissen, ihre kleinen Racker sind in guten Händen. Um einen Krippenplatz mussten ihre Eltern nicht bangen, sowohl im Landkreis Traunstein wie auch im Berchtesgadener Land mangelt es nicht an einem Betreuungsangebot für unter Dreijährige. Auch nicht zum Start des neuen Krippenjahres, das am Montag begonnen hat.


Die Städtische Kinderkrippe am Klosterberg in Traunstein gibt es seit gut einem Jahr. »Im September bekommen wir wieder sieben neue Kinder, wir haben aber trotzdem noch Krippenplätze frei«, erzählt Leiterin Teresa Hain. So sieht es in vielen Einrichtungen im Landkreis Traunstein aus. »Es gibt eine gute Nachfrage nach Krippenplätzen und wir können im ganzen Landkreis den Bedarf abdecken«, informiert Elisabeth Heiß, Fachberaterin für Kindertagesstätten am Amt für Kinder, Jugend und Familie in Traunstein. Schließlich ging der Ausbau der Kinderkrippen in den letzten Jahren sehr zügig voran. Im Landkreis gibt es zahlreiche Betreuungsangebote, angefangen von Kinderkrippen und -gärten über Kinderhorten bis hin zur Mittagsbetreuung für Grundschüler. »Wir haben an die 100 Einrichtungen, so können wir eine breite Altersgruppe abdecken«, so Heiß. Darüber hinaus bieten zahlreiche Tagesmütter ihre Dienste an.

Anzeige

Im Berchtesgadener Land gibt es derzeit zwölf Kinderkrippengruppen, insgesamt können 550 Plätze angeboten werden. »Bei uns im Landkreis sind im Moment noch Krippenplätze frei, es gibt keine Warteliste für Eltern«, informiert Mathias Kunz vom Landratsamt Berchtesgadener Land. Trotzdem empfiehlt der Jugendamtsleiter allen Müttern, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wann sie wieder in die Arbeit einsteigen möchten, um im gegebenen Fall ihren Anspruch auf einen Krippenplatz bei der Gemeinde anzumelden. Eine Versorgung von Kleinkindern kann also auch im Berchtesgadener Land garantiert werden, schließlich gibt es auch noch 14 Tagesmütter, auf die vor allem in Randversorgungszeiten wie am Wochenende oder Abend bei Bedarf zurückgegriffen werden kann.

Im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen gehören Traunstein und das Berchtesgadener Land zu den Bezirken mit der niedrigsten Betreuungsquote von unter Dreijährigen. Während in Coburg die Quote bei 43,6 Prozent liegt, beträgt sie im Landkreis Traunstein lediglich 16,6 Prozent und im Berchtesgadener Land gar nur 14,4 Prozent. »Wir haben hier noch ein sehr traditionelles Familiensystem. Ist es finanziell möglich, geben die Mütter ihre Kinder erst sehr spät in den Kindergarten«, so Mathias Kunz. Und auch Elisabeth Heiß vermutet hinter der niedrigen Quote Ähnliches: »Wir sind noch eher ländlich ausgerichtet, die Familie fängt vieles auf, oftmals können auch Oma und Opa die Betreuung übernehmen.« Ein weiterer Grund könnte laut Heiß auch im Betreuungsgeld liegen, welches der Staat auszahlt, wenn der Krippenplatz nicht beansprucht wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass weder in Traunstein noch im Berchtesgadener Land seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz eine Unterbringung in einer Kinderkrippe eingeklagt wurde.

In Bayern gehen momentan knapp 518 000 Kinder in eine Kita oder werden von Tagesmüttern betreut. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3,1 Prozent. Bei den unter Dreijährigen lag der Zuwachs sogar bei 11,3 Prozent. Damit wurde jedes vierte bayerische Kind unter drei Jahren in einer Krippe oder von einer Tagesmutter betreut. Der Anstieg ist allerdings auf die Kitas zurückzuführen. Die Zahl der Mädchen und Buben, die von Tagesmüttern oder -vätern betreut werden, ging zurück. ci