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Die Vermarktungszahlen stiegen

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Palling. Die Mitglieder der Viehvermarktungsgenossenschaft (VVG) Oberbayern-Schwaben aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land haben sich im Gasthaus Michlwirt in Palling zu ihrer Regionalversammlung getroffen. Regionalvertreter Hubert Mayer betonte, dass die Vermarktungszahlen in allen Bereichen leicht gestiegen seien – trotz allgemein rückläufiger Tier- und Betriebszahlen.


Im Landkreis Traunstein gehören 1463, im Berchtesgadener Land 461 Landwirte der Genossenschaft an. Ziel der VVG sei es, so Mayer, die grüne Seite zu stärken und für die Mitgliedsbetriebe ein verlässlicher Partner in der Vermarktung zu sein. In der Region sei die Viehhaltung der größte Einkommensbereich in der Landwirtschaft.

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Der Vorsitzende der Genossenschaft, Josef Spann, sagte, dass alle Marktpartner von den politisch vorgegebenen Rahmenbedingungen abhängig seien. Zum Jahreswechsel sei die Fränkische Viehvermarktung zur VVG gestoßen, und so sei die Genossenschaft nun bayernweit tätig und könne kurze Wege verstärkt realisieren. Die VVG konnte mit ihren Töchtern insgesamt im Geschäftsjahr 2013 knapp 1,5 Millionen Tiere bei einem Umsatz von 400 Millionen Euro erzielen.

Nebenprodukt Haut ist sehr gefragt

Der Geschäftsführer und Fachmann für Rinder der VVG, Sebastian Brandmaier, sagte, es stimme ihn nachdenklich, dass sich die rinderhaltenden Betriebe ständig reduzierten – im Vergleich zu 1980 um gut ein Viertel. Man müsse schauen, dass der Strukturwandel sich verlangsame. Zum allgemeinen Marktgeschehen meinte Brandmaier, dass die Haut-Preise durchaus gut seien. Denn es würden viele hochpreisige Autos mit Lederausstattung gebaut und somit sei das Schlacht-Nebenprodukt sehr nachgefragt.

Franz Mitterberger, zuständig für die Schweinevermarktung, meinte, dass sich der Absatz von Schweinen nicht immer einfach gestalte. Die sinkende Zahl der Schweinebetriebe in Deutschland mache es erforderlich, Ferkel von EU-Nachbarstaaten einzuführen. Die Verbraucher-Akzeptanz von Eberfleisch sei nicht so groß, wie in den vergangenen Jahren immer dargestellt, so Mitterberger. Der Absatz von Eberfleisch gestalte sich kompliziert und es müssten Alternativen unter den Bedingungen der gesetzlichen Vorgaben gefunden werden.

In der Aussprache stellte ein Schweinehalter an Klaus Erber, den Leiter des Schlachthofs Waldkraiburg, die Frage, was man machen könne, dass der Schlachthof Waldkraiburg in den Medien nicht immer wieder negative Schlagzeilen mache. Der Schlachthof-Leiter meinte dazu, dass das ein Branchenproblem sei. Auch die Schlachthöfe in anderen Regionen seien davon immer wieder betroffen. Bedenklich sei dabei, dass einfach ungeprüft Behauptungen von Kritikern aufgestellt würden, die große Beachtung fänden – und die Richtigstellung in der Folge kaum noch Gehör. Erber nannte es bedenklich, dass sich für die Schlachtbranche in Deutschland keine Nachwuchskräfte mehr finden ließen. MP