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Die Traunsteiner Rosenkönigin eroberte Hamburg

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Für ihre Heimat den Chiemgau warb die Traunsteiner Rosenkönigin Julia Artes beim TV-Interview mit NDR-Moderator John Langley auf der Bühne der Internationalen Gartenschau in Hamburg.
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Im Rathaus traf Julia Artes auf Hedi Greinberg, eine ehemalige Traunsteinerin.
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Auf Trikes nahmen die Königinnen am großen Festzug teil. Bereits am Vortag fuhren sie damit durch Hamburgs Fußgängerzone.
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Sehr begehrt war die Unterschrift von Julia I. bei der »längsten königlichen Autogrammstunde«.

265 »königliche Hoheiten«, eine davon die Traunsteiner Rosenkönigin Julia I.: In Hamburg fand am Wochenende der 5. Deutsche Königinnentag statt, zu dem »gekrönte Häupter« aus allen Teilen Deutschlands kamen, um charmant für ihre Region zu werben.


Dabei legte Julia Artes einen besonders guten Auftritt hin. Sie warb auf der Internationalen Gartenschau Hamburg (igs) vor laufenden Kameras für den Chiemgau und besonders für Traunstein. Höhepunkt des mehrtägigen Treffens war am gestrigen Sonntag ein etwa vier Kilometer langer Festzug. Rund 35 000 Zuschauer säumten die Straßen und jubelten den »Hoheiten« zu.

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Interview vor laufender Kamera des NDR

Die ersten Königinnen waren bereits am Tag der Deutschen Einheit in die Hansestadt gekommen und am Freitagmorgen versammelten sie sich im Hamburger Stadtteil Bergedorf vor dem Bahnhof, von wo sie zum Bergedorfer Hafen marschierten. Von dort ging es mit vier Schiffen zum Hamburger Hafen. Nach einer Hafenrundfahrt stand bereits der nächste Termin auf dem Programm, die Präsentation der Königinnen auf der igs. Vor laufender Kamera des Norddeutschen Rundfunks stand Julia I. dem Moderator John Langley Rede und Antwort. Der wollte nicht nur einiges über Rosen wissen, sondern auch über die Heimat der Rosenkönigin.

Zeit zum Verschnaufen blieb nicht: Kaum war die Präsentation auf der igs-Bühne vorüber, ging es schon wieder per Bus in die Hamburger Innenstadt. Im Rathaussaal stand ein Empfang des Senats auf dem Programm. Und wie's der Zufall so will: In der Empfangshalle des Rathauses traf die Traunsteiner Rosenkönigin auf eine ehemalige Traunsteinerin, die seit gut 25 Jahren in der Hansestadt wohnt. Hedi Greinberg, geborene Littwin. Die 75-Jährige freute sich riesig, jemanden aus ihrem »geliebten Traunstein« zu treffen und erzählte der Rosenkönigin, dass sie 1957 in Traunstein ihre Abiturprüfung abgelegt hatte.

Nach dem Studium arbeitete sie noch einige Jahre als Lehrerin in Schleching, ehe es Hedi Greinberg nach Berlin und schließlich nach Hamburg verschlug. Ihr Herz hänge aber immer noch an Traunstein, wie sie versicherte. Im Anschluss an den Empfang der Königinnen im Hamburger Rathaus stand in einem großen, etwa 3000 Personen fassenden Zelt ein großer Festabend an.

»Volles Programm« gab es für die Königin und ihre Traunsteiner Begleiter um Rosentage-Initiator Thomas Miller auch am Samstag. Dabei wartete vor dem Bergedofer Bahnhof eine Überraschung auf die Königinnen: »Queens on Trikes« lautete das Motto, als die Hoheiten von den Mitgliedern eines Triker-Clubs abgeholt und im Konvoi in die Fußgängerzone gefahren wurden. Hier befand sich die »königliche Meile«, an der unter anderem Info-Stände der Tourismusbüros aus den Orten der teilnehmenden Königinnen aufgebaut waren. Die Teilnehmerinnen flanierten auf dieser »königlichen Meile«, gingen in die anliegenden Geschäfte und gaben dort den Kunden auf Wunsch Autogramme.

Außerdem wurden auf zwei großen Bühnen nochmals alle Königinnen vorgestellt, wobei sie auch Gelegenheit hatten, ihre Region kurz vorzustellen. Das gelang Julia in äußerst sympathischer Weise; nicht nur ihre »königlichen Kolleginnen«, sondern auch viele der Passanten waren von ihr und ihrem Auftritt begeistert. Entsprechend groß war dann der Andrang an ihrem Tisch bei der anschließenden »längsten königlichen Autogrammstunde« in einem Kaufhaus, bei der sie Hunderte Autogrammkarten unterschreiben musste. Den Abschluss des zweiten Tages bildete die »Queens Night« im Festzelt. Bis tief in die Nacht hinein tanzten und feierten die Königinnen und ihre Begleiter.

Sonntag früh dann gleich der nächste Termin: Die Königinnen wurden mit Bussen zum Elbe-Deich gefahren, wo ein großes Gruppenfoto als offizielles Abschlussbild des Treffens aufgenommen wurde. Doch von Abschluss war zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede. Vielmehr stand der Höhepunkt des Treffens noch an: Der etwa vier Kilometer lange Festzug. Es war eine Kombination aus Vier- und Marschländer Erntedankzug mit Königinnen-Umzug, abermals unter dem Motto »Queens on Trikes«.

35 000 Besucher bei Königinnen-Umzug

Rund 35 000 Zuschauer verfolgten das Spektakel, bei dem festlich geschmückte Erntewagen vorausfuhren, ehe dahinter 120 Trikes und mehrere Festwagen mit den Königinnen folgten. Die Hoheiten eines jeden Bundeslandes bildeten jeweils eine Gruppe – mit Ausnahme Bayerns: Aus dem Freistaat waren so viel Königinnen gemeldet, dass zwei Bayern-Gruppen gebildet wurden. Nach dem Festzug gab es noch eine Show der Königinnen und Regionen sowie einen feierlichen Ausklang der Festtage im Festzelt.

Obwohl es drei schöne und interessante Tage waren, waren letztlich auch alle Königinnen froh, als das Treffen zu Ende war. Das dicht gedrängte Programm enthielt nämlich durchaus einen gewissen Stressfaktor. Entsprechend das Fazit von Julia I.: »Es war sehr schön, aber auch anstrengend. Toll wäre es, wenn so etwas mal bei uns im Chiemgau stattfinden würde. Gern würde ich meinen königlichen Kolleginnen unsere schöne Heimat vorstellen.«