weather-image
11°

Die Traunreuter Kitas sind fast ausgebucht

1.0
1.0
Bildtext einblenden
Die Spielburg im evangelischen Kindergarten Traunreut, die vor über 20 Jahren von den Eltern errichtet wurde, ist nach wie vor ein beliebter Spielplatz. Im Rahmen einer Gesamtsanierung des Gartens wurden jetzt auch die Burgmauern und deren Umfeld entsprechend den Vorschriften auf Vordermann gebracht. (Foto: Rasch)

Traunreut – In den zwölf Kindertagesstätten (Kitas) der Stadt Traunreut sind derzeit nur vereinzelt die Stühlchen besetzt. Dies wird sich aber spätestens dann ändern, wenn alle Familien aus dem Urlaub zurückgekehrt sind. Offizieller Start des Kindergartenjahrs 2016/2017 ist am heutigen Donnerstag. Laut einer Umfrage sind die insgesamt 821 Betreuungsplätze, davon 607 reine Kindergartenplätze, fast ausgebucht. Nur vereinzelt sind noch Plätze frei. Um den pädagogischen Prinzipien und weiteren Zuzügen, etwa durch die Ausweisung von Bauland, Folge zu leisten, wird die Stadt für die Zukunft aber weitere Plätze bereitstellen müssen. Wie berichtet, diskutiert der Stadtrat über ein neues »Haus für Kinder« am westlichen Stadtrand.


Da auch Flüchtlingskinder ein Recht auf einen Kita-Platz haben, könnte es nach Angaben der Stadtverwaltung »eng« werden. Bislang sei aber noch nicht abschätzbar, wie viele Kinder aus den Familien, die in die Gemeinschaftsunterkunft am ehemaligen Festplatz eingezogen sind, einen Kita-Platz beanspruchen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich der Bedarf an Plätzen für Flüchtlingskinder bis Ende des Jahres noch in Grenzen halten wird. Aktuell besuchen nach Angaben der Verwaltung nur ganz vereinzelt Kinder aus Flüchtlingsfamilien die Traunreuter Tagesstätten.

Anzeige

Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund

Ein hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist in Traunreut seit Jahren feststellbar. So kommen beispielsweise 55 von 74 Kindern, die in diesem Kindergartenjahr den katholischen Kindergarten an der Dresdner Straße besuchen, aus Familien mit einem Migrationshintergrund. »Das war immer schon so«, sagt die Leiterin Evi Eisenhut. In dem Kindergarten wird die Sprachförderung ebenso groß geschrieben wie im städtischen Kindergarten an der Wichern-Straße. Durch eine zusätzliche Spracherziehung werden diese Kinder optimal auf die Schule vorbereitet. »Die Sprache ist kein Problem, die Kinder werden genauso fit«, betont die Leiterin der städtischen Einrichtung, Heidemarie Rieß-Grabner. Nach einem Jahr Pause gibt es in dem Kindergarten wieder eine fünfte Gruppe. Damit stehen insgesamt 125 Plätze zur Verfügung. Ein bis zwei Kinder könnten im Notfall noch aufgenommen werden.

Evangelischer Kindergarten fast voll

Ausgebucht ist der evangelische Kindergarten an der Carl-Köttgen-Straße. Durch die Konstellation von Kindergarten- und Krippenplätzen gelingt hier ein fließender Übergang von der Krippe in den Kindergarten. Personelle Veränderungen gibt es nicht. »Es ist das erste Mal, dass das Personal komplett bleiben kann«, freut sich die Leiterin Manuela Ahne. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt ist es auch gelungen, den Garten zu sanieren und dabei den naturnahen Charakter zu erhalten. Die von Eltern 1994 mit Unterstützung eines pädagogischen Landschaftsarchitekten errichtete Spielburg glich einer Ruine. Teile der Burg mussten aus Sicherheitsgründen sogar gesperrt werden. Im Zuge einer Gesamtsanierung wurde der Garten jetzt wieder bespielbar gemacht.

Die drei Gruppen im katholischen Kindergarten an der Adalbert-Stifter-Straße Traunreut sind nach Angaben des Verwaltungsleiters des neuen katholischen Kindertagesstätten-Verbunds, Jörg König, ausgebucht. Der Kindergarten verfügt über 75 Plätze. Unmittelbar neben dem Kindergarten befindet sich auch der katholische Kinderhort mit 50 Plätzen. Wie berichtet, wurden die katholischen Kindertagesstätten der Pfarrverbände Traunreut, Trostberg und Baumburg zu einem Verbund zusammengeschlossen. Der »Katholische Kita-Verbund Traun-Alz« mit Sitz in Trostberg tritt am heutigen Donnerstag offiziell in Kraft. Durch den Zusammenschluss sollen die Seelsorger der einzelnen Pfarrverbände entlastet werden.

Auch der Vereinskindergarten ist ausgebucht

Im Vereinskindergarten Traunreut sind ebenfalls alle 50 Ganztagsplätze ausgebucht. Hier hat im März Claudia Thönißen die Leitung übernommen und für das neue Kindergartenjahr wurden zwei neue Mitarbeiterinnen eingestellt. Für die drei- bis sechsjährigen Kinder wird ebenfalls ein Mittagstisch angeboten. Während der Ferien wurden in der Einrichtung an der Franz-Schubert-Straße einige Renovierungsarbeiten vorgenommen. Wände wurden gestrichen und ein Gruppenraum wurde neu möbliert.

Der städtische Kindergarten Sankt Georgen (Integrationskindergarten) ist mit 100 Kindern ebenfalls ausgebucht. Nach Angaben der Leiterin Silvia Arndt wurde die Berufspraktikantin Angelika Barke als Erzieherin übernommen. Außerdem werde das Team von zwei Praktikanten unterstützt. In der integrativen Einrichtung, in der einmal die Woche ein warmes Mittagessen angeboten wird, werden drei Kinder mit einem Handicap betreut. »Die Integration funktioniert sehr gut«, bestätigt Arndt.

Im »Haus für Kinder« der Jugendsiedlung Traunreut, ebenfalls mit integrativem Charakter, hat der Alltag bereits am 22. August begonnen. Nach Angaben der Leiterin Daniela Schwarz sind hier nur noch am Nachmittag vereinzelt Plätze frei. Im Moment besuchen 84 Kinder die Krippe beziehungsweise den Kindergarten. Das jüngste Kind ist gerade mal sechs Monate alt. Ein besonderes Angebot sind die langen Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr.

Veränderungen stehen im katholischen Kindergarten Traunwalchen an. Hier gibt es künftig ein Ganztagesangebot für Kinder ab zweieinhalb Jahren mit warmem Mittagessen. Wie in den anderen Tagesstätten auch, kocht die Jugendsiedlung Traunreut für die Kinder und beliefert die Einrichtungen. Eine weitere Veränderung gibt es auch in der Leitung. Ab 1. Oktober tritt Lisa Mühlbacher als neue Leiterin in die Fußstapfen von Margit Pimeisl, die 43 Jahre lang im Traunwalchner Kindergarten arbeitete. Ihre Nachfolgerin, eine gebürtige Traunwalchnerin, ist bereits seit über drei Jahren als Erzieherin in Traunwalchen tätig und hat zuvor viele Jahre im Wilhelm-Löhe-Heim Traunreut gearbeitet.

Eingewöhnungsphase beginnt

Für die neuen Krippenkinder in den städtischen Kinderkrippen beginnt ab heute die Eingewöhnungsphase. Der »Bunte Schmetterling« an der Wichern-Straße ist mit 52 Kindern ausgebucht. Die Krippe wurde erst mit kindgerechten Spiellandschaften nach dem »Schilling-Konzept« ausgestattet (wir berichteten). Die Podeste sind individuell auf die Gruppenräume zugeschnitten und unterstützen die Konzeption der Kinderkrippe, die sich an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der ungarischen Kinderärztin Emmi Pickler orientiert.

Die kindgerechten Bewegungs-Podest-Landschaften stecken voller Fantasie: Sie enthalten Netze, Klettermöglichkeiten, verschiedene Spielzonen, Rückzugs- oder Schwingbereiche. Nach Angaben der Leiterin Gerti Huber ist im November ein »Tag der offenen Tür« geplant, bei dem sich die Bevölkerung ein Bild von der Neukonzeption machen kann. Im »Zwergenland« an der Ecke Brandenburger Straße/Traunring sind noch vereinzelt Plätze frei. »Bei uns ist alles gut«, erklärt die neue »Zwergenland«-Leiterin Michaela Thaler-Seidl. Die aus Tittmoning stammende Erzieherin arbeitet bereits seit zwei Jahren in der Krippe und hat jetzt die Leitung übernommen. ga

Mehr aus der Stadt Traunstein
Einstellungen