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Agnes Heinemann und Angela Hofmann führen Arbeit fort – Jeden Montag ist Sprechstunde

Die Traunreuter Brücke ist zurück

Traunreut – Eine erfreuliche Nachricht gibt es dieser Tage aus der katholischen Pfarrei: Die Traunreuter Brücke wird nach nur kurzer Pause weitergeführt. Mit Angela Hofmann und Agnes Heinemann haben sich zwei neue Frauen gefunden, die ab sofort wieder einmal in der Woche ehrenamtlich Hilfe anbieten. Immer montags von 9 bis 11 Uhr findet die Sprechstunde im Pfarrheim statt.

Agnes Heinemann (links) und Angela Hofmann sind ab sofort die neuen Ansprechpartner der Traunreuter Brücke. (Foto: P. Mix)

Angela Hofmann ist 44 Jahre alt und wohnt in Hörpolding, die 68-jährige Agnes Heinemann kommt aus Nußdorf, lebte aber früher in Traunreut. Beide haben Ende Dezember in der Zeitung davon gelesen, dass Vera Scheffler bei der Brücke aufhört und das Angebot damit eingestellt werden muss. Jede von ihnen hatte schon mit dem Gedanken gespielt, sich ehrenamtlich engagieren zu wollen. Nach kurzer Zeit des Überlegens, nahmen sie unabhängig voneinander und ohne sich zu kennen Kontakt mit der Pfarrei auf und boten ihre Dienste an.

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»Ich bin in Rente und will nicht immer nur daheim sitzen, ich will was tun«, erklärt Agnes Heinemann. Sie war über 40 Jahre bei Siemens beziehungsweise Siteco im Büro und kennt die Stadt von daher sehr gut. »Offensichtlich gibt es sehr viele Leute, die Hilfe brauchen und die man nicht allein lassen sollte. Ich probier das jetzt einfach mal«, betont sie. Angela Hofmann hat drei Töchter, die schon so groß sind, dass sie sich wieder anderen Aufgaben zuwenden kann. Ihre Familie habe sie in dem Entschluss, hier zu helfen, sehr bestärkt. Mit ihrem Mann Rainer Hofmann betreibt sie Tankstellen in der Region und hat in der Vergangenheit bereits an die Traunreuter Brücke gespendet.

»Wir werden es sicherlich anders machen als bisher, weil wir uns nicht in allen Bereichen so gut auskennen wie Vera Scheffler«, betont Angela Hofmann. Niemand werde aber ohne Hilfe weggeschickt. Vor den beiden auf dem Tisch liegt ein Ordner voll mit Adressen und Anlaufstellen für die unterschiedlichsten Anliegen: »Wenn wir nicht selber helfen können, werden wir die Leute zumindest weitervermitteln und ihnen sagen, wohin sie sich wenden sollen.« Auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen im Mehrgenerationenhaus vertretenen Diensten, der Traunreuter Tafel, der Kleiderkammer und anderen Einrichtungen bauen die beiden. Und auch auf die Unterstützung von Firmen und Vereinen, die der Brücke in der Vergangenheit mit Spenden einen gewissen Handlungsspielraum ermöglichten, hoffen sie weiterhin. Auf einem Konto, das speziell für die Bedürftigen der Brücke eingerichtet ist, befindet sich noch Geld. »Das geht ohne Abzug eins zu eins an die Leute, die es dringend brauchen«, verspricht Angela Hofmann. Zusätzlich zu den beiden neuen Mitarbeiterinnen hat sich Gina Reicheneder, die schon seit einigen Jahren bei der Brücke tätig war, bereit erklärt, weiterhin mitzuhelfen.

Pfarrer Thomas Tauchert ist froh über diese Lösung: »Die Traunreuter Brücke ist Repräsentantin der in unserer Pfarrgemeinde zu leistenden Caritas-Arbeit. Zukünftig soll verstärkt mit den schon bestehenden Angeboten der örtlichen Caritas zusammengearbeitet werden. Dankenswerterweise haben sich bei meiner Suche drei Frauen gemeldet, die Arbeit in der Pfarrcaritas vor Ort weiterzuführen. Zusammen mit Pastoralreferentin Dr. Lüking befinden sie sich derzeit in der Einarbeitung. Ich freue mich, dass dadurch die Sorge um die Bedürftigen auf Pfarreiebene weitergeführt werden kann.«

Der neue Termin am Montagvormittag wurde bewusst so gewählt, dass er mit den Öffnungszeiten der Kleiderkammer im Pfarrheim zusammenfällt. So können die Leute beide Angebote gleichzeitig nutzen. Vergangene Woche hatten Agnes Heinemann und Angela Hofmann auch schon den ersten Fall. Eine Frau aus Traunreut hatte Probleme mit der Stromrechnung und bat um Unterstützung. »Es muss sich erst rumsprechen, dass wir jetzt immer am Montag da sind, aber wir sind zuversichtlich, dass bald mehr kommen werden«, versichern die beiden. mix