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Die Tage des KfA Cityhauses sind gezählt

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Ob das City Haus in Traunreut, das seit über 50 Jahren die Stadtmitte prägt, als Modehaus weiter bestehen bleibt, ist ungewiss. Der Handelsbetrieb KfA City Haus Gerer GmbH und Co KG als solcher wird Ende dieses Jahres eingestellt. (Foto: Rasch)

Traunreut – Um die Zukunft des KfA Cityhauses in Traunreut gibt es seit einiger Zeit die verschiedensten Spekulationen. Jetzt ist klar: Der Handelsbetrieb wird Ende dieses Jahres eingestellt.


Das Modell eines Kaufhauses, das die Grundversorgung eines Ortes abdeckt, habe heute keine Chance mehr – zumindest in Traunreut. Die Voraussetzungen haben sich total geändert: »Das Dino-Saurier-Modell 'Alles unter einem Dach' hat keine Chance mehr«, erklärte Geschäftsführer Christian Gerer gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

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Er betonte: »Wir sind nicht insolvent. Aber wenn wir so weiter machen, werden wir in zwei bis drei Jahren ein Problem bekommen.« Fakt sei, dass es in Traunreut große Anbieter etwa für die Sortimentsliste Haushalt-, Spiel- und Schreibwaren gebe, die in seinem Haus, das er erst im letzten Jahr um eine exklusive »Wäsche- und Dessous-Welt« erweiterte, nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Online-Konkurrenz ist deutlich spürbar

Spürbar sei auch die Konkurrenz durch das Internet. Über das Internet zu wettern, bringe aber nichts. Gerer: »Es ist nun einmal da.« Das Schlimmste sei für ihn gewesen, den rund 50 Mitarbeitern zu erklären, dass eine massive Veränderung anstehe. Zum jetzigen Zeitpunkt ist aber noch nicht klar, ob in dem früheren Kaufhaus für Alle weiterhin ein Modegeschäft betrieben wird. »Ich kann dazu konkret noch nichts sagen«, erklärte der 55-Jährige.

Die Räume im Erdgeschoß und ersten Obergeschoß werden jedenfalls nicht leer stehen. Sein Wunsch sei es, einen mittelständischen Modeanbieter in seinem Haus zu erhalten. Ob das in Form eines Umbaus oder eines Nachfolgers erfolgen soll, stehe noch in den Sternen. Sollte sich eine Lösung auftun, könnten auch einige Jobs der Mitarbeiter, denen durch die Auflösung des Handelsbetriebes fristgerecht gekündigt werden musste, gerettet werden.

Wohnungen im zweiten Stock

Während die Nutzung des Erdgeschosses und ersten Obergeschosses noch ungeklärt ist, gibt es bereits Pläne für die weiteren Flächen. Nach Angaben von Gerer sollen im zweiten Obergeschoß Wohnungen entstehen. Auch soll das Haus um ein drittes Obergeschoß für Penthouse-Wohnungen aufgestockt werden. Das Untergeschoß, in dem sich die Haushalts- und Spielwarenabteilung befindet, wird zur Tiefgarage für die späteren Bewohner umgebaut. Von der Auflösung der GmbH  & Co. KG ist auch die Boutique »Instyle« betroffen. Gerer ist sich aber ziemlich sicher, dass es dafür eine Lösung geben wird.

Viele Herausforderungen in der Vergangenheit

In der Bevölkerung hatte sich bereits herumgesprochen, dass Veränderungen anstehen, jetzt herrscht etwas mehr Klarheit. Das Kaufhaus hat eine wechselvolle Geschichte mit ständigen Herausforderungen erlebt. Die Geschichte des KfA Cityhauses ist untrennbar mit der Unternehmerfamilie Gerer verbunden.

Im März 1966 schlug die große Stunde. Im ehemaligen Kino an der Kantstraße bot sich den Kunden auf 400 Quadratmetern ein Vollsortiment. 1975 wagten der Firmengründer Siegfried Gerer und seine Frau Tina einen weiteren Schritt. Auf dem Gelände der früheren Bäckerei Ringsgwandl entstand ein neues Kaufhaus, das zielstrebig weiter expandierte und bis heute die Traunreuter Innenstadt unter dem Namen »Cityhaus« prägt. Im letzten Jahr wurde das 50-jährige Bestehen noch groß gefeiert. ga

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