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Die Südspangenbrücke muss saniert werden

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Südspangenbrücke in Traunstein – Nachrichten aus der Stadt Traunstein
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Kaum 20 Jahre alt und schon muss die Südspangenbrücke saniert werden. (Foto: Hohler)

Traunstein – »Die Übergangskonstruktionen und Arbeitsfugen der Südspangenbrücke sind verschlissen und müssen erneuert werden.


Das gab Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses bekannt. Die etwa 200 Meter lange Brücke hatte rund 3,2 Millionen Euro gekostet und war erst im Jahr 2000 für den Verkehr freigegeben worden. Geplant hatte das Baumstützentragwerk in Stahlkonstruktion das Ingenieurbüro Dietrich am Hochberg. Mitbeteiligt war auch das Staatliche Bauamt.

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Keine Schäden an der Konstruktion

»Die Brücke ist heute noch in gutem Zustand. Die jetzt festgestellten Schäden betreffen nicht die eigentliche Brückenkonstruktion, sondern nur sekundäre Teile des Bauwerks«, so Dietrich auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Die in die Brückendeckplatte aus Beton eingebauten Dehnfugen seien bei allen Brücken Verschleißteile und jetzt nach 17 Jahren teilweise schadhaft.

Von den fünf Dehnfugen sei eigentlich auch nur eine undicht, erklärte Dietrich weiter. Die anderen seien durch den Winterdienst mit dem Schneepflug jedoch auch teilweise geschädigt. »Um wiederholte Reparaturen mit Verkehrssperrungen zu vermeiden, sollen nun alle Fugen auf einmal repariert werden.«

»Bei der Brücke handelt es sich um eine Stahlverbund-Konstruktion, das heißt, das eigentliche Tragwerk besteht aus Stahl mit einer Deckplatte aus Beton, erklärte Dietrich weiter. Eine derartige Kombination von Stahl und Beton sei im Zeitalter reiner Betonbrücken ein akzeptabler Kompromiss. »Beton kommt hier in technisch sinnvoller Kombination als Decke mit der Fahrbahn zum Einsatz, während das eigentlich tragende Gerüst aus Stahl besteht.«

Langlebiges und nachhaltiges Bauwerk

So entstehe ein langlebiges und nachhaltiges Bauwerk. »Auch gibt es reine Stahlbrücken aus dem 19. Jahrhundert, die noch immer ihren Dienst tun, während zahlreiche reine Betonbrücken kaum 40 Jahre alt werden«, so Dietrich.

Ursprünglich, sagt Dietrich, sei eine reine Betonbrücke geplant gewesen. Weil er die aber furchtbar hässlich gefunden hätte, wandte er sich an den damaligen Oberbürgermeister Fritz Stahl, der eine bessere, aber nicht teurere Lösung wollte. Das daraufhin von Dietrich vorgestellte Modell überzeugte ihn und den Stadtrat, und so einigte man sich auf die – nicht beschädigte – Stahlkonstruktion.

Nun also müssen die betreffenden Teile ausgebaut und ersetzt werden. Dies war zunächst mit zwei halbseitigen Sperrungen im kommenden Jahr vorgesehen. Genaue Planungen hätten aber ergeben, so die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage, dass die Sanierung deutlich günstiger mit einer Vollsperrung und der Erledigung der Arbeiten in einem Zuge umgesetzt werden kann.

Auch sehe die Verkehrsbehörde ein erhebliches Problem bei der stufenweisen Bauabwicklung. Das Ingenieurbüro Haumann und Fuchs hat für die Planung zwei Varianten erarbeitet. Variante 1 wäre der Austausch der Übergangskonstruktionen für geschätzte 154 500 Euro, die Bauzeit würde sechs bis acht Wochen, dauern. Variante 2 wäre der Umbau der Übergangskonstruktionen für geschätzte 178 900 Euro, die Bauzeit würde 12 bis 14 Wochen betragen.

Mit Vollsperrung günstiger und schneller

Die Haushalte 2017 und 2018 sehen für die Sanierung jeweils 75 000 Euro vor. Die heurigen Mittel müssten in den Haushalt 2018 verschoben werden. Die fehlenden Mittel müssten im Haushalt 2018 je nach gewählter Variante beantragt werden. Das Stadtbauamt schlug daher die Weiterverfolgung der Variante 1 aus Kostengründen und aufgrund der kürzeren Bauzeit vor. Dem schloss sich auch der Finanzausschuss einstimmig an. Die endgültige Entscheidung liegt aber am heutigen Donnerstag beim Stadtrat. coho