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Bedrückte Gesichter beim Vorstand: Während Helga Pletschacher (zweite Kassenführerin, von links), Ursula Wimmer (Kassenführerin) und Hilde Baumgartner (Schriftführerin) wieder kandidieren, möchte Klaus Zeisberger (Vorsitzender) nach zwölf Jahren sein Amt niederlegen. Ein Nachfolger wird dringend gesucht. (Foto: Eder)

Grassau – Nach zwölf Jahren möchte Klaus Zeisberger das Amt des Trachtenvereinsvorsitzenden niederlegen. Bislang konnte kein Nachfolger gefunden werden. Dem führungslosen Traditionsverein könnte die Auflösung drohen. Deutliche Worte hierzu fanden Klaus Zeisberger wie auch Bürgermeister Rudi Jantke in der Jahreshauptversammlung des Trachtenvereins.


Bereits vor einem Jahr hatte Zeisberger angekündigt, dass er die Führung nach so langer Zeit abgeben werde. Der Verein war auch nicht untätig und habe viele potenzielle Kandidaten angesprochen, jedoch ohne Erfolg. Zeisberger war deutlich anzusehen, wie schwer ihm die nächsten Worte fielen. Es werde nochmals eine Versammlung nur zur Wahl geben und wenn diese erneut ergebnislos bliebe, dann wäre es seine Aufgabe, den Verein aufzulösen. Der Nachfolger würde eine »gemähte Wiese« übernehmen: Es stünden kompetente Mitstreiter als Stellvertreter zur Verfügung, auch die zeitintensiven Ämter der Kassenführung, Schriftführung, Kinder- und Jugendleitung, Vorplattler können vergeben werden. »Ich bin der Meinung, dass man den Grassauer Trachtenverein ruhigen Gewissens übernehmen kann. Wenn aber bis zur außerordentlichen Versammlung keine Mannschaft gefunden wird, dann gehen bei uns die Lichter aus«, bedauerte Zeisberger. Letztlich zeigte er sich doch wieder zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden werde. Er betonte, dass dieses Ehrenamt auch mit viel Freude und gutem Auskommen mit den Vereinsmitgliedern verbunden sei. Bei den Aktivitäten könne immer auf große Unterstützung zurückgegriffen werden.

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Zeisberger blickte zudem kurz auf die vergangenen zwölf Jahre zurück. So wurde im Mai 2003 der Stadel eingeweiht. Dieser bietet viele Vorteile für die Aufbewahrung des Inventars. Am Anfang seiner Amtszeit habe ihn das Aufhören der Trachtenmusi sehr getroffen. Mittlerweile gebe es wieder eine sehr gute Blasmusi, die zu jeder Gelegenheit aufspiele. Durch den Umbau des Hefteranwesens konnte ein Vereinsheim geschaffen werden. Das Trachtenstüberl wurde verputzt an den Verein übergeben. Den Innenausbau bewältigte der Verein mit viel Eigenleistung. Gerade in diese Zeit fiel auch die Bewerbung zum Gaufest 2010. Beim Gaufest, so betonte Zeisberger, sei ungeheuerlich zusammengeholfen worden und der ganze Ort habe den Trachtenverein unterstützt. Durch die Einnahmen konnte dann auch die Restaurierung zweier Zunftstangen »Maria und Josef« finanziert werden. Im vergangenen Jahr seien zudem beim Vereinsstadel die Windbretter ausgewechselt und die Festwägen überarbeitet worden. Einige Veränderungen habe es in seiner Amtszeit gegeben, fuhr Zeisberger fort. So einigte man sich darauf, statt zwei Versammlungen nur mehr eine Jahreshauptversammlung im Frühjahr durchzuführen. Für die Ehrungen wurde beim »Hoagart zwischen den Jahren« Ende Dezember ein würdiger Rahmen gefunden. Almtänze und Heimatabende werden nicht mehr durchgeführt. Es war eine ereignisreiche, erfahrungsreiche und sehr schöne Zeit, so Zeisberger.

Bürgermeister Rudi Jantke dankte dem Verein für die großartige Unterstützung bei den letztjährigen Markterhebungsfeierlichkeiten. Wie seit vielen Jahren und wie so oft habe sich die Gemeinde auf den Trachtenverein verlassen können. Was wären Feste, Märkte und das Dorfleben ohne den Trachtenverein, fragte er. Sein schönstes Erlebnis sei 2010 das Gaufest gewesen. Auch Jantke hob die gute Zusammengehörigkeit im Verein hervor. 18 Aktive und 31 Kinder und Jugendliche seien eine stattliche Anzahl. Dennoch sei trotz intensiver Bemühungen keiner da, der sich vorne hinstellt. Ohne Vorsitzenden kann der Verein nicht arbeiten. Eine Auflösung des Vereins, so Jantke, wäre »der Supergau«. Die Wahlperiode betrage drei Jahre und es stellen sich erfreulicherweise wieder viele für ein Amt zur Verfügung. Doch man brauche einen Vorsitzenden – Jantke bat alle Trachtler noch einmal intensiv zu überlegen, diese Aufgabe zu übernehmen. Nun geht die Suche weiter. tb

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