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Die Stadt wird auch in Zukunft ausbilden

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Gerade in den Kindergärten und Krippen ist es oft schwierig, einzuschätzen, wie es mit dem Bedarf an Personal aussieht. Dort arbeiten viele Frauen, die – wenn sie schwanger sind – ohne Vorlaufzeit ausscheiden.

Traunstein – »Es gibt drei Dinge, wo wir einsparen könnten«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel in Bezug auf die nun vorgestellten Möglichkeiten, die Personalausgaben der Stadt zu senken.


Der Stadtrat entschied letztlich, das Ausbildungsangebot aufrecht zu erhalten, länger nicht besetzte Stellen mit einem Sperrvermerk zu versehen und eine dreimonatige Wiederbesetzungssperre bei Nachbesetzungen anzuwenden.

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Bereits der Hauptausschuss hatte sich mit diesem Thema beschäftigt. Jugendreferent Thomas Stadler (Grüne) und Oberbürgermeister Christian Kegel waren der Meinung, dass die Stadt auch künftig junge Leute ausbilden sollte – trotz der angespannten Haushaltslage.

Ernst Haider (UW) sah das grundsätzlich ähnlich, doch er fragte, ob es Sinn mache, Jugendliche auszubilden, »wenn sie dann keinen Platz bei uns bekommen«.

Kein Problem sah darin dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Es gebe viele Gemeinden, die nicht ausbilden würden. »Die nehmen sie uns mit Handkuss ab.«

»Wir haben in der Kita typische Frauenberufe«

Oft sei es gar nicht so einfach, den Bedarf abzuschätzen, sagte Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger. »Wir haben zum Beispiel in der Kita typische Frauenberufe. Die scheiden dann plötzlich aus privaten Gründen aus. Aber wir wissen natürlich nicht, wann.« Deshalb sei es oft schwierig, zu sagen, ob ein Auszubildender danach benötigt werde oder nicht.

Christa Fuchs (CSU) wollte wissen, für was der FSJler der Stadt an der Franz-von-Kohlbrenner-Schule zuständig sei. Dazu sagte Sachgebietsleiter Florian Langer, dass dieser ein behindertes Kind betreue.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) gefiel die dreimonatige Wiederbesetzungssperre bei Nachbesetzungen nicht. »Das ist schon problematisch. Es wäre doch günstig, wenn der Neue noch eingearbeitet würde«, sagte sie im Stadtrat. Sie war der Meinung, dass man sich durch eine gute Einarbeitung vielleicht sogar Geld sparen könnte. Dieses Argument könne er durchaus nachvollziehen, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. Aber irgendwo müsse man einfach anfangen. »Der Freistaat Bayern macht es zum Beispiel auch so«, sagte er.

Zusammen mit anderen Kommunen ausbilden?

Uwe Steinmetz (UW) fragte, ob es nicht sinnvoll wäre, zusammen mit anderen Kommunen, junge Leute auszubilden. Das gebe es bereits, sagte Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger.

Letztlich entschied sich der Stadtrat mit 20 zu 3 dafür, das Ausbildungsangebot, einschließlich Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst, auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Die seit längerer Zeit nicht besetzten Stellen werden zwar aufrecht erhalten – auch ein Wegfall stand hier im Raum – aber bis auf Weiteres mit einem Sperrvermerk versehen. Bei Nachbesetzungen gibt es eine dreimonatige Wiederbesetzungssperre, nur in begründeten Ausnahmefällen wird dies anders gehandhabt.

Wilfried Schott (Grüne) hatte vor der Stadtratssitzung einen Antrag gestellt, dass der Punkt »Einheimischenmodell« im öffentlichen Teil behandelt werden sollte. Dieser Antrag wurde allerdings mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. Oberbürgermeister Christian Kegel hatte dafür plädiert, den Punkt nocheinmal nichtöffentlich zu behandeln, »danach kommt er in den öffentlichen Teil«. KR