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Die Stadt Traunreut bleibt auch nächstes Jahr schuldenfrei

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Traunreut. Nach Einschätzung der Kämmerei wird die Stadt Traunreut 2014 fünf Millionen Euro weniger Gewerbesteuern einnehmen, als geplant. Konkret wird mit rund 9 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang der Gewerbesteuer um 13,6 Millionen Euro.


Wie Bürgermeister Franz Parzinger bei der Beratung des Haushaltes 2014 in der Sitzung des Hauptausschusses erklärte, musste bereits heuer an ein Traunreuter Großunternehmen ein Großteil der Vorauszahlungen von 2012 und 2013 zurückerstattet werden. Nach Angaben des Unternehmens werde das derzeitige Niveau auch in den nächsten Jahren unverändert bleiben. Welches Unternehmen das ist, konnten Parzinger und Kämmerer Erich Suttner aufgrund des Steuergeheimnisses in der öffentlichen Sitzung nicht sagen.

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Diese Entwicklung zeige auf, dass die fetten Jahre auf kurze Sicht vorbei seien, sagte Ernst Biermaier (Freie Wähler). Gleichzeitig wies er auf die Entwicklung der Personalkosten hin, die in den letzten zehn Jahren von 6 auf 11 Millionen Euro angestiegen seien. Im Vergleich zum Vorjahr werden die Personalkosten 2014 laut Bericht der Kämmerei um über 600 000 Euro auf 10,7 Millionen Euro steigen. Diese Mehrkosten sind vor allem auf das Personal der neuen Kinderkrippe »Zwergenland« zurückzuführen. Nach Angaben Parzingers seien für die Krippe zehn Stellen geschaffen worden, auch im Bauhof seien drei neue Leute eingestellt worden.

Wie dem Vorbericht des Kämmerers weiter zu entnehmen ist, wird sich das geplante Gesamtsteueraufkommen 2014 bei 23 Millionen Euro bewegen. An den Landkreis müssen davon voraussichtlich 13,7 Millionen Euro abgeführt werden. Das Haushaltsvolumen 2014 wird im Vergleich zum Vorjahr um zehn Millionen Euro kleiner ausfallen. Der Verwaltungshaushalt weist demnach 42,8 Millionen Euro auf, der Vermögenshaushalt 16,5 Millionen Euro.

Zur Deckung des Defizits des Verwaltungshaushalts wird eine Zuführung aus der Rücklage im Vermögenshaushalt in Höhe von rund 5 Millionen Euro erforderlich sein. Um alle städtischen Aufgaben und Ausgaben finanzieren zu können, müssen im kommenden Jahr 13,2 Millionen aus den Rücklagen entnommen werden. Zum Jahresende 2014 liegen die Rücklagen dann noch bei 19 Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt die Stadt weiter schuldenfrei.

Wie Parzinger weiter sagte, stünden im nächsten Jahr mit Ausnahme des Bauhofsneubaus keine größeren Baumaßnahmen im Bereich des Hoch- und Tiefbaus an. Die Stadt wolle das Jahr nutzen, um Planungen voranzutreiben, die dann ab 2015 je nach Haushaltslage umgesetzt werden sollen; wobei ab 2015 »kleinere Brötchen« gebacken werden sollen.

Während im nächsten Jahr mit über 11 Millionen Euro noch kräftig investiert wird, werden die Investitionen bis 2017 wohl erheblich zurückgeschraubt. Mit 6 Millionen Euro im kommenden Jahr wesentlich zu Buche schlagen werden die ersten Kosten für den neuen Bauhof. Wie berichtet, wird der städtische Bauhof im neuen Gewerbegebiet »Äugelwald« für über 10 Millionen Euro neu gebaut. Für die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens im Franz-Haberlander-Freibad Traunreut wurden 400 000 Euro eingestellt und für die Erschließung eines neuen Baugebietes im Abdecker Feld in Sankt Georgen ebenfalls 400 000 Euro. Für über 680 000 Euro sollen auch neue Gewerbegrundstücke gekauft werden und 500 000 Euro werden in den Breitbandausbau gesteckt.

Mit über 350 000 Euro wird eine weitere Ausstattung für das neue Rathaus zu Buche schlagen. Der über 6 Millionen Euro teure Erweiterungsbau ist soweit fertig. Seit dem gestrigen Freitag wird bereits umgezogen. Vom Hauptausschuss wurden der Haushalt mit Stellenplan und der Finanz- und Investitionsplan vorberatend abgesegnet. Es ist davon auszugehen, dass auch der Stadtrat am Donnerstag in seiner Sitzung um 16 Uhr den Zahlenwerken zustimmen wird. ga