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»Die Stadt hat keinerlei Handhabe«

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Wie schnell ein Haus verfällt, wenn nichts gemacht wird, kann man an der Salzburger Straße beobachten. Das seit Jahren verlassene Haus ist ein Schandfleck, wie offensichtlich einige Traunsteiner finden. Schon im Oktober hatten sie es aus Protest als »Rathaus« bezeichnet und mit Farbe beschmiert.
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»Muss erst was passieren, damit was passiert?« heißt es auf dem Schriftzug auf einem umgekippten Baugerüst an dem verfallenden Haus. Doch der Stadt sind die Hände gebunden. (Fotos: Augustin)

Traunstein. Wie schnell ein Haus verfällt, wenn so gar nichts gemacht wird, lässt sich tagtäglich an der Nordost-Zufahrt Traunsteins beobachten: An der Salzburger Straße, kurz vor dem Ortsschild, steht dieses seit Jahren verlassene Haus. Ein Schandfleck, wie offensichtlich einige Traunsteiner finden.


Schon im Oktober letzten Jahres hatten Unbekannte das Gebäude aus Protest als »Rathaus« bezeichnet und mit Neonfarbe beschmiert.

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Die gleiche Farbe hat nun ein Schriftzug auf einem umgekippten Baugerüst-Teil, das an der Hauswand lehnt, wenn man aus Richtung Teisendorf an der Ruine vorbeifährt. Zu lesen steht dort: »Hier beginnt Traunstein«. Und auf der anderen Seite hängt ein Schild mit der Mahnung »Muss erst was passieren, damit was passiert?«.

Der Stadt Traunstein sind allerdings nach wie vor die Hände gebunden. Wie Carola Westermeier, Sprecherin im Rathaus, mitteilte, seien jegliche Versuche, mit den Hauseigentümern Kontakt aufzunehmen, gescheitert. Problematisch daran sei, dass sie nicht in der Region wohnen. Als Baurechtsbehörde sei die Stadt dafür zuständig, sicherheitsrelevante Aspekte zu prüfen. »Da das Gebäude an der Salzburger Straße derzeit nicht einsturzgefährdet ist, hat die Stadt hier keinerlei weitere Handhabe.«

Tätig geworden ist auf Bitte der Stadt schon einmal das Landratsamt, genauer gesagt die Abfallbehörde. Sie hat die Eigentümer aufgefordert, Abfälle auf ihrem Grund ordnungsgemäß zu beseitigen. Zunächst sei damals ebenfalls nichts passiert, so der Pressesprecher im Landratsamt, Roman Schneider. Erst als eine kostenpflichtige Beseitigung angedroht wurde, handelten die Eigentümer und räumten die gröbsten Trümmer selbst weg. »Anscheinend erschien ihnen das dann doch zu teuer. Mehr ist bisher noch nicht passiert«, so Schneider. Und so, wie es aussieht, wird sich wohl auch in naher Zukunft nichts tun an dem alten Haus am Ortseingang. Der Verfall lässt sich tagtäglich weiter beobachten. ka