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Die SG »Zur Heimat« Matzing hat einen »Göd«

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Dass das Scheitlknien eine schmerzhafte Angelegenheit ist, bekamen die Vertreter der Matzinger Schützen bei ihrem Patenbitten in Traunwalchen zu spüren. Der Zusage des »Göds« gingen lange und zähe Verhandlungen voraus. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut. Nach zähen Verhandlungen hat die Schützengesellschaft »Zur Heimat« Matzing einen Paten für die Standartenweihe anlässlich des 135-jährigen Bestehens gefunden. Der Wunschpate, die Schützengilde Traunwalchen, ließ sich jedoch ganz schön bitten und hatte einiges eingefordert: 500 Liter Bier lautete das Angebot, das letztendlich von den Matzingern auf 150 Liter heruntergehandelt wurde. Der Traunwalchner Schützenmeister Norbert Alversammer zeigte sich dennoch zufrieden: »Ich denke, dass wir gut weggekommen sind«, sagte er nach einem über zweieinhalbstündigen Verhandlungsmarathon im Traunwalchner Sportheim.


Die Erfrischungen, die den Bittstellern beim obligatorischen Scheitlknien gereicht wurden, waren nur ein schwacher Trost. Wobei die Burschen in Lederhose klar im Vorteil waren, während die Prominenz, allen voran Schirmherr Peter Ramsauer, in ihrem feinen Zwirn die höllisch scharfen Kanten schmerzhaft zu spüren bekam. Nicht minder schmerzhaft war die »Fakir-Guillotine«, auf der der wegen Rückenschmerzen geplagte Matzinger Schützenmeister Robert Niedl Platz nehmen durfte bzw. ausharren musste.

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Die in Vers-Form vom Schützenmeister vorgetragene Bitte, die Patenschaft zu übernehmen, reichte für eine spontane Zusage nicht aus. Zunächst musste über die Auslöse verhandelt werden. Während die Traunwalchner 500 Liter Bier forderten, verständigten sich die Matzinger auf eine Verhandlungsbasis von 390 Litern, was es jedoch noch runterzuhandeln galt. Beim Nageln, »Ash-Curling« oder beim »Feuer löschen« versuchten sie das Angebot zu drücken. Selbst die Berechnungen des Schirmherrn mit Soli- und Versäumniszuschlag fruchteten nicht. Die Traunwalchner wurden des Handelns nicht müde und handelten vom Bräu und vom Festwirt sogar noch zusätzliche »Patengeschenke« heraus. Durch überzeugendes Verhandlungsgeschick konnten die Matzinger die Traunwalchner letztendlich doch noch dazu bewegen, den Paten beim 135-jährigen Jubiläum am Festsonntag, 25. Mai zu machen. Die Zusage des »Göd‘s« wurde gurgelnd mit der Bayernhymne besiegelt.

Die traditionelle Zeremonie fand eine große Resonanz. Lange schon hat das Sportheim nicht mehr so viele Besucher gesehen. Durch das abendfüllende Programm führte Bernd Schweiger, der für sein Verhandlungs- und Unterhaltungsgeschick bekannt ist. Für die musikalische Stimmung sorgte eine Abordnung der Blaskapelle Traunwalchen unter der Leitung von Manfred Berger. Die SG »Zur Heimat« Matzing, die anlässlich ihres Jubiläums auch das Gauschützenfest ausrichtet, feiert gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Matzing, die auf 125 Jahre zurückblicken kann. Die »Matzinger Festwochen« mit einem umfangreichen Fest- und Unterhaltungsprogramm, dauern vom 24. Mai bis 1. Juni. Die Besucher dürfen sich auf die Kabarettistin Martina Schwarzmann freuen, die ihr neues Programm vorstellen wird. Ebenfalls für die Festwoche verpflichtet werden konnten die Showband »Cagey Strings«, »Zwo moi Zwo«, das Chiemgau Quintett und verschiedene Musikkapellen. ga