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Die Seeoner Burschen fuhren allen anderen davon

Seeon-Seebruck. Nur vier Zehntelsekunden trennten den Zweitplatzierten vom Sieg. »Um Mauseschwanzbreite liegen die Seeoner Burschen vor den Kriegern des Lichts«, verkündete Stadionsprecher Reinhard Vollmert nach der Videoauswertung des Zieleinlaufs. Nach 23 Rennen über 250 Meter beim ersten Drachenbootrennen auf dem nördlichen Chiemsee war es klar, wie Dominik Tapper, Geschäftsführer der Klosterbrauerei Baumburg, zufrieden feststellte: »Der Klosterpokal bleibt quasi in der Familie.«

Die Abordnung des Burschenvereins Seeon war nämlich für ihren Sponsor angetreten – die Klosterbrauerei. Der eine oder andere nutzte die Rennpausen durchaus, sich mit den Produkten des Sponsors zu beschäftigen. Das beflügelte die Athleten offenbar – sie flogen dem Sieg förmlich entgegen. Runde für Runde entschieden sie für sich, angefeuert nicht nur von den 20 Fans, die sie zur Unterstützung mitgebracht hatten.

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14 Mannschaften hatten gemeldet, aber 13 waren nur erschienen – die Spielvereinigung Baumburg hatte offenbar kein vollständiges Team aufstellen können. Übrig blieben die Seeoner Burschen, die Lichtkrieger von Siteco aus Traunreut, das Regnauer Vital Team aus Seebruck, Knott 75 von der Eggstätter Knott GmbH, die Mannschaft der Fußball-AH des SV Seebruck, die Triumphus Don Promillos um Steffi und Done Schwendl, Village People aus Traunreut, das Team des Kreisjugendrings, die Bärtigen, die Vampertinger aus Schnaitsee, die Gladiolen von den Kreisaltenheimen sowie die Teams der Tourist Info Waginger See und des Chiemgau Tourismus.

Der Wettkampf war vom Initiator Muk Heigl und vom Raublinger Dirk Lux, der die Logistik stellte, sehr gut organisiert, sodass auch der vormittägliche Regen der aufgekratzten Stimmung unter den Athleten und ihren Fans keinen Abbruch tun konnte. Und mit der Wetterbesserung füllte sich das Gelände des Seebrucker Strandbades und die Tribüne am See mehr und mehr mit Zuschauern, die zum einen die Teams anfeuerten, zum anderen die Angebote des Familienfestes nutzten.

Die Paddler hauten sich ordentlich rein, um als Erste über die Ziellinie zu kommen. Dramatisch wurde es in der Zwischenrunde: Der Vergleich zwischen Knott 75 und der AH des SV Seebruck musste wiederholt werden, weil die beiden Drachenboote auf die Hundertstelsekunde gleich schnell die 250 Meter zurückgelegt hatten. Knott 75 erpaddelte die beste Zeit der 23 Rennen, die AH die zweitbeste. Am Ende trennten 25 Hundertstel die beiden Mannschaften. »Bis jetzt war es ein reiner Spaß. Aber mit dem Wiederholungsrennen hat uns der Ehrgeiz gepackt, jetzt wollen wir mehr«, gab ein Knott-Paddler die Stimmung in der Mannschaft wieder.

Auch dem Regnauer Vital Team traute die Konkurrenz alles zu. Davon ließen sich die Seeoner Burschen um Teamkapitän Markus Namberger nicht irritieren: Knapp bezwangen sie im Halbfinale die Fertighausbauer aus Seebruck. Knott 75 musste sich, nachdem der Extralauf offenbar wichtige Körner gekostet hatte, den schottenberockten Siteco-Kriegern geschlagen geben, die dann im Finale ihrerseits sehr knapp den Seeonern unterlagen.

Bürgermeister Konrad Glück überreichte Namberger den von Walter Angerer entworfenen Klosterpokal. »Der bekommt einen Ehrenplatz in unserer Vereinswirtschaft beim Alten Wirt«, versprach Namberger. Weil es bei allem Einsatz in erster Linie doch ein Gaudiwettkampf war, wurden natürlich auch die anderen Finalrundenteilnehmer vorwiegend in Naturalien für ihre Leistung belohnt. Platz 3 erpaddelte sich das Regnauer Vital Team vor Knott 75.

Der Preis für das originellste Mannschaftsoutfit holten sich die Traunreuter Village People, für die die Band Baeck in Town eigens den Hit »Y.M.C.A.« anstimmte, knapp vor den Vampertingern aus Schnaitsee. Mit Biergartenbetrieb und Livemusik trudelte das Fest langsam aus. fal