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Die Schwammerlsaison hat jetzt richtig begonnen

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Nach dem Lesen diente die Samstagsausgabe des Traunsteiner Tagblatts Unterlage, um die Schwammerl vom morgendlichen Beutezug luftig auszubreiten.
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Reherl, deren Kappen einen grau-violetten Farbton aufweisen, kann man bedenkenlos mitnehmen. Es handelt sich um eine Unterart, den sogenannten Amethystpfifferling, der vor allem in unseren Bergwäldern relativ häufig vorkommt.

Lange hat's heuer gedauert, ehe die Schwammerlsaison so richtig in Schwung gekommen ist. Dafür lohnt es sich jetzt aber doppelt, hinaus in den Wald zu gehen: Die Pilze sprießen in großer Zahl aus dem Waldboden; und wer sich ein wenig auskennt, der hat schnell eine köstliche Mahlzeit beisammen. Es müssen ja nicht unbedingt Reherl (Pfifferlinge) und Steinpilze sein; denn die werden in den Wäldern nördlich der Autobahn von Jahr zu Jahr immer seltener). Wer sich ein wenig auskennt, der kann mit Täublingen, Maronen, Champig-nons, Parasolpilzen und Dutzenden anderen Arten seinen Korb füllen.


Aber man sollte nur mitnehmen, was man kennt, denn sonst könnte im schlimmsten Fall die nächste Pilzmahlzeit auch die Letzte gewesen sein; dann nämlich, wenn man statt eines Champignons einen Knollenblätterpilz mitgenommen hat.

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Bei den Röhrenpilzen, also in unserer Gegend vor allem Maronen und Steinpilzen, ist die Gefahr sich zu vergiften, relativ gering. Den Giftigsten unter den Röhrlingen, den Satanspilz, findet man nämlich nur alle heilige Zeiten einmal. Die meisten anderen Röhrenpilze, die nichts in Korb und Küche verloren haben, können nicht leicht einen Menschen umbringen. Allerdings machen sie schon in kleiner Menge die ganze Pilzmahlzeit ungenießbar.

Das haben schon viele Pilzsammler erfahren müssen, die sich über prächtige Steinpilze gefreut haben, ohne auf die Farbe des Schwammes zu achten, der den vermeintlichen Steinpilz als Gallenröhrling enttarnt hätte. Eine kleine Kostprobe hätte genügt, um den Irrtum zu bemerken. Gleiches gilt für den Dickfußröhrling, der gemeinerweise bevorzugt auch an den Plätzen wächst, an denen es die schönsten Steinpilze gibt. Vom Namen her erscheint der Hexenröhrling der Gefährlichste unter den Röhrenpilzen zu sein. Aber weit gefehlt! Er ist genießbar, sowohl als netz- als auch als flockenstieliger Vertreter dieser Art. Seinen Namen hat er vermutlich deshalb bekommen, weil sich sein Fruchtfleisch schon wenige Sekunden nach dem Anschneiden dunkelblau verfärbt.

Hexenpilze gibt es derzeit in großer Zahl in den heimischen Wäldern. Oft erscheinen sie schon im Juni zusammen mit den ersten Sommersteinpilzen. In diesem Juni war das aber anders. Das Hochwasser in den ersten Tagen des Monats sorgte zwar für eine mehr als ausreichende Durchfeuchtung des Bodens. Gleichzeitig war es aber kalt; und das mögen die frühen Speisepilzarten überhaupt nicht. Erst die Steinpilze und Maronen im Spätherbst reagieren relativ unempfindlich auf Kälte und sprießen auch noch, wenn die Nachttemperaturen tief in den einstelligen Bereich absinken.

Im Juli und August sorgte die lange Trockenperiode dafür, dass man vergeblich im Wald suchte. Die wenigen Pilze, die sich dennoch am Waldboden zeigten, litten unter erheblichen Trockenschäden, sodass man sie gerne stehen ließ. Jetzt aber geht es richtig los: Der Regen in der vergangenen Woche hat dem Waldboden gut getan. In den Bergwäldern südlich der Autobahn sind die Chancen besonders groß, die beliebten Steinpilze und Reherl zu finden.

Wobei vor allem Anfänger oft verunsichert sind, wenn sie Reherl finden, deren Kappen einen grau-violetten Schimmer haben. Sind die schon schlecht?, fragt sich mancher Laie angesichts der ungewöhnlichen Farbe; denn in jedem Pilzbuch steht, dass Reherl gelb sind. Keine Angst!, man kann die violett gefärbten bedenkenlos mitnehmen. Es handelt sich um eine Unterart, den sogenannten Amethystpfifferling, der sehr oft deutlich fleischiger und größer ist als die »normalen« Reherl.Auch in den nächsten Tagen sollte es sich lohnen, zum Schwammerlsuchen zu gehen.

Der Regen am gestrigen Sonntagvormittag hat dem Pilzwachstum sicher nicht geschadet. -K.O.-

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