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Die Schnalzer vom Schliersee siegten in Traunstein

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Auf das richtige Taktgefühl und das gleichzeitige Knallen kommt es beim Gruppenschnalzen an.
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Traunstein. 24 Mannschaften mit jeweils zehn Schnalzern traten am gestrigen Sonntag in der Chiemgauhalle zur 25. Bayerischen Meisterschaft im Gruppenschnalzen an. Dabei waren die Top-Favoriten und Titelverteidiger vom Schliersee einmal mehr nicht zu schlagen. In souveräner Manier verwiesen die Schlierseer Schnalzer Niklasreuth und Au Alt auf die Plätze zwei und drei. Der diesjährige Ausrichter, die Schnalzer aus Truchtlaching, die mit zwei Gruppen angetreten war, mussten sich vor fast 600 Besuchern hinter Fischbachau mit den Rängen fünf (Truchtlaching Alt) und 13 (Truchtlaching Jung) begnügen. Mit Rang fünf war man aber zum fünften Mal infolge beste Chiemgauer Schnalzergruppe. Auf den Plätzen 11, auf 15 und 17 rangierten Siegsdorf, Prien und Seeon. Die eigenen Erwartungen waren bei den Truchtlachinger Schnalzern in jüngerer Vergangenheit gestiegen, denn bei der Bayerischen Meisterschaft 2012 in Weilheim hatte man als Zweiter erstmals seit der Gründung im Herbst 1978 den Sprung aufs Podest geschafft und im Vorjahr in Miesbach einen sehr guten vierten Platz folgen lassen.


Auch wenn es nichts mit dem erneuten Podestplatz wurde, zeigte sich der Chef der Truchtlachinger Goaßlschnalzer, Wolfgang Maier, mit der Veranstaltung und dem Zuschauerzuspruch höchst zufrieden: »Es hat alles wunderbar geklappt, genauso wie wir uns das vorgestellt haben«.

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Derzeit verfüge man über rund 20 Schnalzer, darunter einige vielversprechende Talente, blickte Maier optimistisch in die Zukunft. Ausgerechnet bei ihrer zehnten Teilnahme durften die Truchtlachinger Goaßlschnalzer ihre ersten Bayerischen Meisterschaften ausrichten. Sie haben die Jubiläumsveranstaltung vor heimischer Kulisse mit Bravour gemeistert. Die alljährlichen Bayerischen Meisterschaften werden abwechselnd in Traunstein, Weilheim und Miesbach ausgetragen. Im nächsten Jahr ist wieder Weilheim an der Reihe. Goaßlschnalzen ist ein bayerisch-österreichischer Brauch, der auf die Pferdefuhrwerke früherer Zeit zurückgeht. So knallten und schnalzten die Fuhrleute einst bei der Einfahrt in Ortschaften oder an unübersichtlichen Stellen mit der Fuhrmannspeitsche, der Goaßl.

Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene Schlagfolgen wie der Vorhandschlag, der Rückhandschlag und der Doppelschlag, später auch die »Triangel«. Dabei entstanden richtige Erkennungsmelodien. Heutzutage werden in dieser alten Tradition Wettbewerbe im Einzel- und im Gruppenschnalzen ausgetragen.

Beim Gruppenschnalzen, wie es gestern bei der Bayerischen Meisterschaft in Traunstein teilweise in Perfektion gezeigt wurde, versuchen mehrere Schnalzer mit verschiedenen Schlagfolgen und Läufen, aber auch im gemeinsamen Schnalzen der verschiedenen Schläge die fachkundigen Wertungsrichter zu überzeugen und das Publikum zu begeistern.

Zumindest Letzteres ist bei den gestrigen Bayerischen Meisterschaften allen Teilnehmern gelungen. mmü