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Die Schaffung von neuem Wohnraum ist möglich

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Im Ortsteil Boden ist der Weg frei für die Schaffung zweier Wohneinheiten. (Foto: Bauregger)

Inzell – Nachdem es von Seiten der Inzeller Bürger keine Einwände und von den Fachbehörden nur ergänzende Hinweise zur Außenbereichssatzung »Boden« gab, die lediglich redaktionell in den Entwurf eingearbeitet gehörten, konnte der Gemeinderat Inzell das Verfahren in seiner jüngsten Sitzung abschließen und die Satzung beschließen. Damit ist der Weg für die Schaffung zweier Wohneinheiten, im vorderen und hinteren Bereich des Gebiets nun möglich.


Während die meisten der Stellungnahmen übliche, allgemeingültige Hinweise und die Aufforderung, sich mit den Fachbehörden abzustimmen enthielten, wies das Landesamt für Umweltschutz auf Geogefahren in dem Projektgebiet hin. In dem Schreiben ist von Gefährdung durch Hanganbrüche, kleinräumige flachgründige, wasserhaltige Rutschungen bei Starkregenereignissen von der östlich benachbarten Böschung die Rede. Da die Wahrscheinlichkeit, dass dies eintritt, und die Energien als gering einzustufen sind, könne man aber die Gefährdung als Restrisiko bezeichnen. Allerdings wird ein Verzicht auf ebenerdige, bergseitige Fenster und Türen vorgeschlagen.

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Keine neuen Zufahrten und Zugänge

Das Staatliche Bauamt Traunstein wies auf ein Verbot hin, neue Zufahrten und Zugänge für den beplanten Bereich anzulegen. Ferner wies das Amt auf Beeinträchtigungen durch den für das Jahr 2016 geplanten Bau einer Linksabbiegerspur auf der B 306 zur sicheren Anbindung der Gemeindestraße Gschwall hin.

Das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF), Bereich Landwirtschaft, sieht die Mindestabstände zu einem im Osten angrenzenden, landwirtschaftlichen Anwesen im Sinne der Immissionsschutzbelange im Bauplanungsrecht »gerade noch eingehalten«. Die Gemeinde stellt in diesem Zusammenhang aber fest, dass sich durch die Aufstellung der Außenbereichssatzung die Bestandssituation in Boden nicht ändert, da es dort schon immer eine kleine Ansammlung von Anwesen mit Nutzung für Gewerbe, Gastronomie und Wohnen gibt. Außerdem ist der Stall 125 Meter von der Hangkante entfernt, durch eine natürliche, zehn Meter hohe Geländekuppe und ein Teil der Siedlung durch hohen Waldbestand von der landwirtschaftlich genutzten Fläche getrennt.

Das AELF, Bereich Forst, fordert für den Bereich wegen der hohen Bäume einen Mindestabstand der Gebäude von 30 Metern. Darüber hinaus regt das Amt an, den Waldbesitzer von der Haftung für Sachschäden zu befreien. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein wünscht sich eine Oberflächenwasserversickerung vor Ort und weist auf Gefährdungen durch metallene Dacheindeckungen hin. Eine Wasserein- oder -ableitung von diesen Flächen würde eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich machen.

Eine Gefahr durch Überflutung durch den vorbei fließenden Weißenbach sieht die Behörde nicht, rät aber eigenverantwortlich zu Schutzmaßnahmen. Schließlich weißt die Untere Bauaufsichtsbehörde darauf hin, dass durch dies festgelegten Baugrenzen nur die nördlichen und südlichen Gebäude und Gebäudeteile Baurecht erhalten. Laut Geschäftsführer Walter Neudecker ist dies auch so beabsichtigt.

Die übrigen Baugrenzen und Wandhöhen für den sonstigen Bereich sollen im Plan allerdings, wie empfohlen, noch durch eine »Perlschnurdarstellung« kenntlich gemacht werden. Da der Plan bereits um diese Textteile ergänzt und überarbeitet worden war, konnte der Gemeinderat die Bürger- und Behördenbeteiligung abschließen und in einer zweiten Abstimmung die Außenbereichssatzung final beschließen.

Bei den Bekanntmachungen setzte Bürgermeister Hans Egger die Bürgervertretung in Kenntnis, dass im Bereich der Weißensiedlung eine alte Wasserleitung auf 170 Metern Länge neu verlegt worden ist. Da dies im Zuge der Gasrohrleitungsverlegung Richtung Siegsdorf bereits in der ersten Septemberwoche geschehen musste, wurde bei der Bau ausführenden Firma ein Angebot eingeholt und die Maßnahme durch einen Eilbeschluss des Bürgermeisters umgesetzt. Die Kosten belaufen sich laut Egger auf knapp 30 000 Euro oder etwa 150 Euro pro Laufmeter Rohrleitung.

»Wichtige und richtige Zukunftsinvestition«

Gemeinderat Markus Maier wollte wissen, ob sich die Dringlichkeit durch eine Schadensanfälligkeit in der Vergangenheit ergeben hat. Egger verneinte dies, erklärte vielmehr, dass es sich um einen der ältesten Wasserleitungsstränge in der Gemeinde handle, der später mit den Gas-Hausanschlüssen, im Bereich der ganzen Weißensiedlung erneuert und an die Ringleitung angeschlossen werden soll. Somit sei die Ausgabe eine wichtige und richtige Zukunftsinvestition.

Rudi Heitauer zeigte sich verwundert, dass der Gemeinderat in diesem Fall nicht mehr beschließen müsse und »nur noch« in Kenntnis gesetzt wurde. Sollte dies »Schule machen«, könnte der Bürgermeister in Zukunft alle Maßnahmen mit Eilentscheidungen selber beschließen, waren seine Befürchtungen. Bürgermeister Egger versicherte, dass dies nur in diesem Ausnahmefall so gehandhabt wurde, weil zum einen die Zeit drängte und zum anderen durch Mitverlegung erhebliche Kosten eingespart werden konnten. wb

Blattl Sonntag Traunstein