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Die Rottauer Bürger sind gefragt

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Foto: Symbolbild

Grassau – Bei der Informationsveranstaltung zur geplanten Baugebietsausweisung am westlichen Ortsrand von Rottau im Gasthof Fischerstüberl sagte Bürgermeister Rudi Jantke, dass die Marktgemeinde Grassau den Antrag der Firma Feichtlbauer Feinmechanik befürworte.


Er forderte die vielen Besucher auf, sich an der Bürgerbefragung in der Tourist-Info im Haus der Dorfgemeinschaft zu beteiligen; diese läuft noch bis Freitag. Abstimmen können alle Rottauer Bürger ab 16 Jahren, und zwar von Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr, am Donnerstag zusätzlich von 15 bis 19 Uhr sowie am Freitag von 9 bis 14 Uhr.

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Schon 2013 fand eine Bürgerbefragung zur Baugebietsausweisung gleichen Umfangs an dieser Stelle mit damals 29 Parzellen Wohnbebauung statt. 57 Prozent der Rottauer stimmten damals dagegen. Die Marktgemeinde verhielt sich neutral. Für den neuen Antrag setzt sich die Kommune ein, weil durch die Gewerbeflächen ortsansässige Betriebe ihren Bestand sichern und erweitern können.

Die Firma Feichtlbauer könnte ein 8000 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück am Ortsrand erhalten und dort zwei Produktionshallen an der Bundesstraße und dahinter ein Verwaltungsgebäude erbauen. Ganz im Süden dieses Grundstücks wäre später noch Platz für zwei weitere Hallen. Im Nordwesten des Baugebiets, zwischen Bundesstraße und Adersbergstraße, ist ein Gewerbegebiet geplant, das die Marktgemeinde an einen heimischen Betrieb vergeben kann. An der Adersbergstraße ist ein Allgemeines Wohngebiet vorgesehen mit fünf Bauplätzen, davon zwei nach dem Einheimischenmodell. Ein Mischgebiet liegt westlich des Wohngebiets. Es besteht aus vier Bauplätzen, einer ist im Miteigentum der Gemeinde und soll vorzugsweise an heimische Gewerbetreibende vergeben werden.

Stefan Feichtlbauer führte bei der Informationsveranstaltung aus, dass die Firma Feichtlbauer 1972 in einer Doppelgarage gegründet worden ist. Inzwischen steht nicht nur in Rottau ein Werkstattgebäude, sondern auch ein Zweigwerk in Übersee. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 23 Mitarbeiter und fertigt hochwertige Fräs- und Drehteile für Medizin-, Halbleiter- und Foto- und Kameratechnik sowie Luft- und Raumfahrt – vorwiegend für Stammkunden im Rosenheimer und Münchner Raum.

Mit einem Neubau und einer Zusammenlegung der Standorte lasse sich eine höhere Effizienz erzielen, führte Feichtlbauer aus. Die Lage an der Bundesstraße 305 sei ideal. Für die neue Betriebsstätte, die für 35 Mitarbeiter geplant sei, könne er auch neue drei Meter hohe CNC-Maschinen kaufen.

Bei den Wortmeldungen der Besucher ging es unter anderem darum, ob eine ansprechende Gestaltung des Baugebiets gewährleistet sei. Der Bürgermeister meinte, er sehe es positiv, dass um das Baugebiet eine Randbegrünung von 7,50 Meter Breite und kein Wall vorgesehen sei. Allgemeine Zustimmung fanden seine Aussagen, dass im Mischgebiet die Häuser nur als Hauptwohnsitz entstehen dürfen und dass die Gemeinde ein Mitspracherecht bei allen Verkaufs- und Verpachtungsfällen sowie Nutzungsänderungen habe.

Zuletzt überraschte der Vorsitzende des Wasserbeschaffungsverbands Rottau, Wast Stephan, mit der Aussage, dass durch das geplante Baugebiet eine Wasserleitung gehe. Sie muss neu verlegt werden. Für die anfallenden Kosten müssen die Anlieger aufkommen. ja