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»Die Rotkreuzler sind wie unser Wasser ...«

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Grassau. Das neue Jahr fing sofort mit einem Einsatz an: Genau eine Stunde nach Silvester schlugen die »Piepser« Alarm und der Hintergrunddienst der Rotkreuz-Bereitschaft Achental rückte zu einem Notfall aus. 47 solcher Einsätze leistete die Mannschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) im vergangenen Jahr, wie es bei der Jahreshauptversammlung in Grassau hieß. Der Hintergrunddienst wird alarmiert, wenn die erste Rettungsmannschaft aus Grassau bereits unterwegs ist und sich ein weiterer Notfall ereignet oder wenn die Kollegen bei der Versorgung von mehreren Patienten weitere Unterstützung brauchen.


»Die Rotkreuzler sind wie unser Wasser«, sagte Bürgermeister Rudi Jantke, »solange es da ist, wird es als selbstverständlich angesehen. Erst wenn nichts mehr aus dem Hahn sprudelt, vermisst man es schmerzhaft.« So sei es auch mit den Rotkreuzlern: Für die Bevölkerung sei es selbstverständlich, dass professionelle Hilfe kommt, wenn sie gebraucht wird. Deshalb sei die Arbeit der Grassauer BRK-Bereitschaft so wichtig. Aber auch bei den Veranstaltungen sei die Gemeinde auf die ehrenamtlichen Sanitätsdienste der Rotkreuzler angewiesen. BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer lobte den Zusammenhalt der Grassauer Bereitschaft und betonte, wie wichtig es sei, dass sich die Bereitschaften im Landkreis gegenseitig aushelfen.

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Zur Zukunft des Rotkreuzgebäudes in Grassau sagte Bürgermeister Rudi Jantke, im Moment würden zwei Varianten diskutiert: eine energetische Sanierung des Gebäudes mit Modernisierung der Rettungswache und Anbau zwischen Rettungswache und Garage oder der Abriss des alten Gebäudes und ein Neubau.

BRK-Bereitschaftsleiter Martin Kirchleitner präsentierte die Zahlen für das vergangene Jahr: Über 700 ehrenamtliche Stunden verbrachten die Bereitschaftsmitglieder mit Ausbildungen, noch einmal so viele mit Sanitätsdiensten und den beiden Einsätzen der Schnellen Einsatzgruppe. Damit ist die Bereitschaft wichtiger Bestandteil im Bereich des Katastrophenschutzes, da sie mit der BRK-Bereitschaft Reit im Winkl zwei der Spezialeinheiten – die »Schnelle Einsatzgruppe Transport Achental« sowie die »Schnelle Einsatzgruppe Behandlung« – bilden. Sie rücken aus, um bei Bränden oder Unfällen die Einsatzkräfte zu unterstützen.

Einstimmig in seinem Amt bestätigt wurde Bereitschaftsleiter Martin Kirchleitner. Sein Stellvertreter ist ab sofort Jürgen Noichl, der Dominik Hilger ablöste. Taktischer Leiter bleibt Hans Peter Harrer, Kassier Sebastian Hilger. Um die medizinischen Belange kümmert sich weiterhin Bereitschaftsarzt Dr. Felix Jahn.

An der Spitze der Ehrungen stand Marianne Färbinger für 35 Jahre Mitgliedschaft beim Roten Kreuz. Seit 30 Jahren dabei sind Anni Bernhard, Karen Ernst, Thomas Rauch und Walter Rudolf, seit 15 Jahren Margit Harrer und Jürgen Richter.

Martin Kirchleitner erinnerte an das Geschenk der Achentalbürgermeister zur 50-Jahr-Feier im vergangenen Jahr: Mit einem Scheck war die Auflage verbunden, ihn nur zum Wohle der Rotkreuz-Mitglieder zu verwenden. Deshalb sei im Mai ein Ausflug nach Solferino in der Nähe des Gardasees geplant, wo im Jahre 1859 nach einer großen Schlacht Henry Dunant die Wurzeln für das heutige Rote Kreuz legte.