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Die Risiken sind zu groß

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Schneizlreuth – Die Gemeinde Schneizlreuth hat den Waldbahnweg und die Weißbachschlucht bis auf Weiteres gesperrt. Seit dem Einsturz einer Holzbrücke im vergangenen Jahr, bei dem elf Jugendliche verletzt worden sind, sind Bürgermeister Wolfgang Simon, die Gemeindeverwaltung und der gemeindliche Bauhof besonders sensibilisiert, wenn es um den Zustand der vielen Wanderwege und vor allem der Brücken dort geht. Seit geraumer Zeit versuchte der Rathauschef zudem Klarheit zu erlangen, wer im Fall eines Unfalls haftet. Die Ergebnisse zweier Ortstermine veranlassten die Kommune nun zu der Sperrung.


Neben dem Brückeneinsturz hatte sich Bürgermeister Wolfgang Simon auch durch einen massiven Felssturz auf den Waldbahnweg im Frühjahr veranlasst gesehen, die Georisiken von einem Geologen prüfen zu lassen. Parallel dazu versuchte er, Unterstützung zur Rechtslage vom Gemeindetag zu erhalten. Eine mehrfach empfohlene, dauerhafte Sperre wollte und will der Bürgermeister unbedingt verhindern, weil der Waldbahnweg gerade bei Familien, den Einheimischen und bei den Urlaubsgästen sehr beliebt ist. Zu den gerne begangenen Wegen gehören darüber hinaus die Weißbachschlucht und die Aschauer Klamm.

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Um einer Problemlösung einen Schritt näher zu kommen, lud die Gemeinde vor kurzem einen Geologen, Vertreter des Forstbetriebs Berchtesgaden als Grundeigentümer, einen Vertreter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein und Mitarbeiter des Bauhofs zu einer Begehung des Waldbahnwegs und der Weißbachschlucht ein. Schnell war allen Beteiligten klar, dass in beiden Fällen dringender Handlungsbedarf besteht.

Während beim Waldbahnweg die Hauptgefährdung in erster Linie durch Steinschlag oder durch marode Bäume oberhalb des Wegs gegeben ist, sind es bei den beiden anderen Wegen in erster Linie unsichere oder marode Brücken, die dem Gemeindeoberhaupt Kopfzerbrechen bereiten. Klar wurde auch, dass bei Unfällen in jedem Fall die Gemeinde haften würde.

Oberhalb des Waldbahnwegs gehören nun im Frühjahr unbedingt alle Lockersteine oberhalb der Trasse entfernt. In Bezug auf die Brücken und Stege will der stellvertretende Leiter der Forstbetriebe Berchtesgaden, Armin Haberl, abklären, ob für die notwendige Sanierung dieser Bauwerke Fördermittel zur Verfügung stehen; alleine in der Weißbachschlucht gibt es 62 Brücken und Stege. Ein Teil ist in den vergangenen Jahren bereits von der Gemeinde saniert worden. Was die Arbeiten speziell in der Weißbachschlucht sehr kostspielig machen, ist die Tatsache, dass die Bauteile und anderes Material größtenteils mit dem Hubschrauber eingeflogen werden müssen. wb