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Die Realisierung eines Jugendhauses lässt auf sich warten

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Sie informierten über Möglichkeiten zur Realisierung eines Jugendzentrums in Traunstein und präsentierten Ergebnisse der Arbeitsgruppe: Die Initiatoren des Bürgerentscheids (von links): Maximilian Röde, Isabelle Thaler und Konrad Baur. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Wie geht es weiter mit einer endgültigen »neuen Heimat« für Jugendliche in Traunstein, wann kommt das schon seit Jahren diskutierte Jugendhaus? Darüber informierte im Hofbräuhaus-Saal die CSU Traunstein beziehungsweise die weitgehend der CSU und der Jungen Union zuzurechnenden Initiatoren des erfolgreichen Bürgerbegehrens gegen die Sanierung der Güterhalle.


Konrad Baur, federführend in der Initiierung des Bürgerentscheids betonte, dass die drei Initiatoren aus der Arbeitsgruppe heraus den Auftrag erhalten hätten, »qualifiziert zu ermitteln, ob ein Neubau für ein Jugendzentrum mit einer Nutzfläche von 565 Quadratmetern für die Stadt zu günstigeren Gesamtkosten errichtet werden kann«. Dies sei machbar, so Bauer, der gleichzeitig deutlich machte, dass man wenig Verständnis für die Vorgehensweise des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung habe. Dies gelte gerade auch für die Zeit nach dem nach dem per Kreuzchen ausgedrückten Bürgerwillen: »Sechs Monate sind vergangenen und es ist wenig Sichtbares passiert. Es ist meilenweit kein Jugendzentrum in Sicht.«

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Keine Alternative zum Neubau

Baur betonte, dass es nach Überzeugung der Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Neubau keine Alternative gebe, der deutlich günstiger als die Sanierung der Güterhalle sei. Man könne das Jugendzentrum ohne Grundstückskosten mit deutlich unter einer Million Euro Gesamtkosten darstellen, bei einer vertretbaren Anpassung der Ausstattung sei noch Spielraum nach unten. Die Sanierung (vor eventuellen Förderzuschüssen) liege auf Basis der letzten Kostenschätzungen deutlich über eine halbe Million Euro höher. Verschärfte Energiesparmaßnahmen über die neue Energieeinsparverordnung würden die Kosten nochmals massiv in die Höhe treiben. In seinem Fazit sparte er nicht mit kräftigen verbalen Angriffen gegen den Traunsteiner Oberbürgermeister, die Stadtverwaltung und den Stadtrat und sprach von einer »politisch motivierten Vertuschungsaktion« und einer »parteipolitischen Sackgasse« in die man sich manövriert habe.

In der Frage nach einem möglichen Standort sehe man bei den Initiatoren den rund 3000 Quadratmeter großen Pendlerparkplatz als geeignet an, so Baur. Dessen der Güterhalle schräg gegenüberliegende Fläche sei vollständig im Eigentum der Stadt Traunstein, bringe vertretbare Förder-Rückzahlungen mit sich und weise dazu akzeptable 25 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung auf.

Jugendbeirat will sich nicht instrumentalisieren lassen

Der Jugendbeirat, der sich vor dem Bürgerentscheid noch in Richtung der Güterhallen-Sanierung positioniert hatte, ist inzwischen von seiner damaligen Position abgerückt, will sich aber auch nicht gemeinschaftlich von den Initiatoren der Gegenbewegung vereinnahmen lassen. »Wir wollen eine sichere Faktenlage. Wir bilden uns gerade unsere Meinung und sind nicht ganz klar«, machte Beiratsmitglied Johannes Müller deutlich und widersprach dem Eindruck, dass sich die Initiatoren und der Jugendbeirat in seiner Gesamtheit zu der Thematik einig seien und man auf gleicher Linie mit den Initiatoren sei. Für die Jugendlichen sei wichtig, dass die beteiligten Personen enger mit der Stadt zusammen arbeiten. »Nicht an komplett verschiedenen Strängen ziehen.« Dies sah Baur nur bedingt so. Man ziehe an einem Strang – aber in gegensätzlichen Richtungen.

Dietrich von Dobeneck rief zur Zusammenarbeit auf: »Die verschiedenen Parteien müssen Allianzen bilden. Die Mehrheit vom Stadtrat muss her.« Simon Schreiber mahnte ebenfalls an, gegenseitige Aversionen beiseite zu schieben und in der Sache einen Konsens zu finden: »Es stößt sauer auf, dass die JU, die Initiatoren und die Stadt nicht zusammenarbeiten. Es wird nur aufeinander geschimpft. Aber alle müssen zusammensitzen und reden.« Günter Fembacher nannte es »respektabel«, was die jungen Leute nun eruiert hätten und äußerte gleichzeitig sein Befremden darüber, dass die Stadtverwaltung hier extern die Aufgabe zur Kostenermittlung vergeben habe. Dass im Bürgerentscheid nichts vom Abbruch der Güterhalle gestanden sei, sei ein großer Fehler gewesen. Er befürchte, dass das Ergebnis des Bürgerentscheids nun »ausgesessen wird.« Letzteres sah vor dem Hintergrund der kurzen Bindefrist des Bürgerentscheids von einem Jahr auch Otto Baur. Helmut Mühlbacher war hingegen alles andere als zufrieden mit den Ausführungen der Initiatoren. Schon die Formulierung im Bürgerentscheid, dass der Neubau kostengünstiger sei, sei fraglich gewesen. Gar nicht anfreunden könne er sich damit, ein potenzielles Jugendzentrum auf dem Pendlerparkplatz zu bauen. »Viel Spaß, das bei 25 Meter Abstand durchzufechten.« Qualität und Atmosphäre des Standorts seien wenig diskutiert, dafür stehe die Güterhalle aber mehr als ein potenzieller Neubau. Alois Riess lobte das Engagement der drei Initiatoren und betonte seine Position: »Bürger wollen nicht, dass an der alten Kiste festgehalten wird.« Gleichzeitig sah er den Traunsteiner Stadtrat am Zug: »Wenn der politische Wille nicht da ist, dann wird nichts passieren.«

OB: Gute Lösung für die Jugendlichen voranstellen

Oberbürgermeister Christian Kegel zeigte sich im Gespräch mit der Redaktion an einer möglichst schnellen Lösung interessiert und lud erneut alle Interessensgruppen zur konstruktiven Zusammenarbeit ein. Ihm sei es wichtig, dass man schnellstmöglich zu einer gütlichen Lösung im Sinne unserer Jugendlichen komme: »Für mich geht es darum, dass wir den Jugendlichen in absehbarer Zeit ein Jugendzentrum zur Verfügung stellen können.« awi