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Die Polizei ist gerüstet für den Chiemsee Summer

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Beim fünftägigen Chiemsee-Summer-Festival sind täglich bis zu 100 Polizisten im Einsatz. Auch auf dem Campingplatz-Gelände werden die Beamten Kontrollen durchführen. (Foto: Archiv Müller)

Übersee. In Übersee herrscht ab Mittwoch wieder Ausnahmezustand: Dann startet der Chiemsee Summer. Zum 20. Jubiläum des größten Festivals in der Region werden wieder Zehntausende Gäste im Achental erwartet. Nach einem Beschluss des Überseer Gemeinderats sind heuer bis zu 35 000 Besucher möglich. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, ist auch die Polizei gefragt. Die Beamten sind bestens auf das Spektakel vorbereitet, wie Rainer Wolf von der Polizeiinspektion Traunstein im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte. Gemeinsam mit Peter Pfaffinger von der Polizeiinspektion Grassau übernimmt er an den fünf Festivaltagen die Einsatzleitung.


Bei Bedarf wird Personal nachgefordert

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Um den hohen Sicherheitsstandard der vergangenen Jahre zu halten, arbeitet die Polizei wieder eng mit der Gemeinde Übersee, dem Landratsamt, der Feuerwehr sowie den Rettungs- und Hilfsorganisationen und dem Veranstalter zusammen. »Für uns alle sind das jetzt fünf Einsatztage«, so Pressesprecher Andreas Guske vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Zwischen 80 und 100 Polizisten werden ab Mittwochfrüh in Übersee jeden Tag im Einsatz sein, ergänzte Rainer Wolf.

Unter den Einsatzkräften sind Beamte der Verkehrspolizei, der Operativen Ergänzungsdienste wie Hundeführer und Zivilfahnder, aber auch Bereitschaftspolizisten und Beamte der Kriminalpolizei. »Trotz der Erhöhung der Besucherzahl und der längeren Dauer des Festivals werden wir aber nicht mit einem größeren Aufgebot vor Ort sein«, sagte Andreas Guske.

Normal müsste man meinen: mehr Besucher, mehr Einsatzkräfte. »Sollten wir feststellen, dass mehr Personal benötigt wird, werden wir Kräfte der Bereitschaftspolizei nachfordern.«

Auf dem Festivalgelände und auch im Außenbereich werden Polizeibeamte, neben dem Sicherheitsdienst, für Sicherheit sorgen. Sie sind auch Ansprechpartner für in Not geratene Besucher.

Außerdem wird auf dem Gelände eine Polizeidienststelle eingerichtet, wo es die nötige Ausstattung gibt, um Delikte gleich noch am Ort zu bearbeiten.

Schwerpunkte werden heuer wieder der Jugendschutz und die Rauschgift-Prävention sein, berichtete Rainer Wolf. Dabei gibt es einige Regeln zu beachten: Kinder unter sechs Jahren dürfen sich gar nicht auf dem Festivalgelände aufhalten, Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung der Eltern oder mit deren schriftlicher Erlaubnis in Begleitung einer »erziehungsbeauftragten Person«.

Wie in den Jahren zuvor wird die Polizei besonders auf Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen achten, sagte Rainer Wolf weiter. Denn sturzbetrunkene Minderjährige und »Alkoholleichen« will niemand sehen. »Spitzenreiter« im vergangenen Jahr war ein 17-Jähriger mit einem Alkoholwert von 2,7 Promille. Stark alkoholisierte Jugendliche werden den Eltern übergeben und in der Regel ergeht auch eine Meldung an die Führerscheinstelle, so Andreas Guske. »Die Weitergabe von Alkohol an Jugendliche, egal ob von Privatpersonen oder Gewerbetreibenden, wird angezeigt.«

Um den Jugendschutz aufrechtzuerhalten, wird auch wieder eng mit dem Jugendamt zusammengearbeitet, berichtete Rainer Wolf. Die enge Zusammenarbeit habe sich in den vergangenen Jahren bewährt. Auch Rauschgiftkontrollen wird es wieder geben. Dazu werden Beamte in allen Bereichen des Festivalgeländes aktiv sein und auch die An- und Abfahrtswege kontrollieren. »Das Rauschgift-Problem besteht schon immer, aber wir werden wieder aktiv dagegen vorgehen«, so Wolf.

Rettungswege sollen frei gehalten werden

Für die Verkehrssicherheit gibt es rund um das Festivalgelände Halteverbote, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote. Für Autofahrer sind Umleitungsstrecken eingerichtet. Oberstes Ziel für die Einsatzkräfte ist es aber, die Verkehrs- und ganz besonders die Rettungswege frei zu halten. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Gelände schnell geräumt werden muss, wie 2013 bei einem aufziehenden Gewitter. »Für solche Fälle gibt es Pläne, die mit der Katastrophenschutzbehörde des Landratsamts und dem Veranstalter erstellt wurden«, erklärte Wolf abschließend. jar