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Die Orgel in St. Oswald wird rund 800 000 Euro kosten

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Traunstein. Die Verwirklichung der Hauptorgel des Papst-Benedikt-Orgelwerks in der Stadtpfarrkirche St. Oswald ist in das konkrete Stadium ein-getreten. Kirchenpfleger Hannes Huber berichtete in der Jahreshauptversammlung des Vereins Orgelfreunde St. Os-wald-Traunstein, dass nun das Angebot der Firma Orgelbau Klais in Bonn über rund 800 000 Euro vorliege.


Denkmalpflege bereitet Schwierigkeiten

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Es umfasst eine Orgel mit drei Manualen und 42 Registern. Gesteuert wird sie mit mechanischen Zügen. Das alte, denkmalgeschützte Gehäuse (Prospekt) wird erhalten. Als Optionen wurden ein zusätzliches Register (22 000 Euro), ein Glockenspiel (19 700 Euro) und eine elektrische Registertraktur (48 000 Euro) angeboten. Nicht berücksichtigt sind nach den Worten Hubers der Abbau und der mögliche Verkauf der alten Orgel, die Vorbereitung des Standorts, Statik, Aufbau der Gerüste und die farbliche Neufassung der Orgel.

Schwierigkeiten habe die Forderung des Landesamtes für Denkmalpflege bereitet, einen Teil der vorhandenen, noch gebrauchsfähigen Orgelpfeifen zu verwenden und die Windversorgung herunter zu bauen.

»Wir treten in die heiße Phase ein. Um die Finanzierung ist mir nicht bange«, sagte Stadtpfarrer Georg Lindl. Seinen Worten zufolge beträgt der zeitliche Vorlauf der Orgelbauer in der Werkstatt und den Einbau in der Kirche zusammen rund zweieinhalb Jahre. Diese Vorlaufzeit sei auch not-wendig, weil vor dem Einbau der Hauptorgel eine Generalreinigung und eine dringende Innenrenovierung von St. Oswald mit neuen Anstrich, Verlegung der Heizung sowie Isolierung der Fenster und Seitentüren als Teil der vom Ordinariat überhaupt als nötig erachteten Generalsanierung des Innenraums vorgenommen werden müsse. Bei den Kosten hoffte er auf eine großzügige Unterstützung der Diözese. Die Planungen könnten von den Fachleuten des Ordinariats aus Kapazitätsgründen frühestens 2015 erfolgen. Geplant sei dann, die Hauptorgel zwischen Ostern und Kirchweih 2016 einzubauen. Wegen der Unsicherheit bei der Renovierung könne sich der Einbau jedoch verzögern. »Im schlimmsten Fall kann er sich auf das Frühjahr 2017 verschieben«, so Lindl.

Rund die Hälfte der Kosten sind bereits gedeckt

Kassier Martin Spörlein erklärte, das Vereinsvermögen betrage aktuell rund 200 000 Euro. Pfarrer Lindl ergänzte, dass die Stadt Traunstein einen Zuschuss von 170 000 Euro zugesagt habe. Mit den Rücklagen der Kirchenverwaltung aus der Kollekte usw. sei rund die Hälfte des benötigten Geldes beisammen. Der Vereinsvorsitzende, Altoberbürgermeister Fritz Stahl, sagte, dass bei der Bestellung der Hauptorgel ein Drittel der Summe als Anzahlung fällig werde.

Stahl sprach von einer großen Aufgabe für Pfarrgemeinde und Kirchenstiftung St. Oswald. »Sie brauchen Hilfe, denn allein können sie das große Projekt nicht schultern«, so Stahl. Zur Verwirklichung des zweiten Teils des Papst-Benedikt-Orgelwerks bedürfe es nicht nur der Unterstützung der Orgelfreunde, sondern auch der gesamten Stadt, aller Kultur-, Musik- und Orgelfreunde.

Wichtig sei die Werbung. Der Verein melde sich mit seiner Internetseite, Briefe an die Mitglieder und Berichte im Pfarrbrief zu Wort. Zudem seien Aktionen hilfreich. Als Beispiele nannte er die Reihe »Musik im Kircherl«, Adventsverkauf, Orgelweinverkauf, die Aktion »Orgelbrot« der Traunsteiner Bäckereien und den Auftritt bei den »Traunsteiner Rosentagen«. »Eine Besonderheit war die Kunstkalenderaktion von Walter Niederberger.« Nach langer Zeit habe es wieder einen hochwertigen Kalender gegeben, der zugunsten der Hauptorgel verkauft worden sei. Der Reinerlös einschließlich einer Spende der Kreissparkasse Traunstein-Trostberg von 1500 Euro habe 14 000 Euro betragen. Für den Kirchweihsonntag kündigte Stahl den Start eines neuen Projektes an, das unter der Überschrift »Werden Sie Orgelpate« stehen soll.

Die Orgel müsse St. Oswald selbst finanzieren, zur Verwirklichung seien aber in kirchen- und denkmalrechtlichen Verfahren Zustimmungen einzuholen. Auch der Verein habe sich an Gesprächen zur Vorbereitung der Verfahren beteiligt. Von Amts wegen beteiligt seien Kirchenverwaltung, Orgelsachverständiger und Baureferat der Diözese, Baurechtsamt der Stadt und Landesamt für Denkmalpflege. »Zudem weisen wir auf das Bürgerinteresse hin und nehmen an Gesprächen und Diskussionen teil, um zu zeigen, dass nicht nur die Offiziellen von St. Oswald, sondern vor allem die Bürger das Projekt verwirklicht sehen wollen«, so Stahl.

Seit zwölf Jahren steige die Zuversicht, dass das Orgelwerk bald ein gutes Ende haben werde«, sagte Ingrid Bödeker als Vertreterin des Oberbürgermeisters. Sie sprach von einem Jahrhundertwerk. »Die Stadt Traunstein wird ihren Beitrag dazu leisten«, versprach sie. Die Orgel leiste nämlich nicht nur ihren Dienst für die Pfarrgemeinde, sondern auch für die Kulturszene Traunsteins. Bjr