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Die Nordumfahrung raubt ihr den Schlaf

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Traunstein. Die neue Nordumfahrung von Traunstein hat viele Anwohner vom störenden Straßenlärm befreit. Doch nicht alle. Andrea Weiß aus Hufschlag klagt über ein Brummen und Summen, das in ihr Haus dringt und ihr den Nerv raubt.


Der Lärm begleitet Andrea Weiß seit Anfang Dezember, seit der Eröffnung der Nordumfahrung. »Ich habe es gleich am ersten Tag gemerkt«, sagt sie. Was sie höre, das klinge »wie das Brummen einer Trompete«, so die 49-Jährige. Tagsüber hat sie meist Ruhe, doch morgens und abends kriecht das Geräusch oft in ihr Haus – auch bei geschlossenen Fenstern. Je mehr Schnee draußen liegt, desto ruhiger ist es drinnen. »Der Schnee dämmt.«

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Ihr Haus steht in der Georgistraße, rund 500 Meter vom Ettendorfer Tunnel entfernt. Einer der beiden Notausstiege ist nur 50 Meter vom Haus weg. Woher das Brummen kommt, kann Andrea Weiß nicht mit Sicherheit sagen. Doch sie vermutet, dass es vom Notausstieg kommt.

Ihren Mann, das erzählt die Hufschlagerin, würden die Geräusche nicht so sehr belasten. »Er sagt, dass wir damit leben müssen.« Doch für sie selbst sei das nicht so einfach, sagt Andrea Weiß. »Ich höre extrem gut.« Darum schlafe sie schon seit einiger Zeit im Erdgeschoß, der Lärm sei dort weniger. Besonders bitter ist das, weil das Ehepaar Weiß erst vor eineinhalb Jahren an den Stadtrand gezogen ist, um es ruhiger zu haben.

Das Staatliche Bauamt Traunstein ist eingeschaltet. Schon Mitte Januar ist der Stellvertretende Behördenleiter Vitus Danzl mit zwei Kollegen bei Andrea Weiß gewesen. »An dem Tag war nichts zu hören«, sagt er. Das habe aber auch Andrea Weiß bestätigt. »Sie wollte sich wieder bei uns melden, wenn wieder was zu hören ist«, so Danzl. Bisher habe sie sich aber noch nicht gemeldet. Ohne das Geräusch gehört zu haben, so Danzl, sei es schwierig festzustellen, was die Quelle des Lärms sei – und damit auch nicht möglich, etwas dagegen zu unternehmen. Bisher hätten sich auch noch keine anderen Betroffenen gemeldet.

Andrea Weiß hat zumindest von einer weiteren Frau gehört, die in ihrer Nachbarschaft wohnt und unter dem Straßenlärm von der neuen Nordumfahrung leidet. Außerdem erzählt sie, hätte sie mit den Männern vom Bauamt besprochen, sich erst wieder bei ihnen zu melden, wenn der Schnee und damit auch seine dämmende Wirkung verschwunden sind.

Die Hufschlagerin hatte eigentlich auf einen Lärmschutz gehofft, doch beim Besuch der Behördenvertreter erfahren, dass sie darauf keine Chance hat. Die berechnete Belastung bei ihrem Haus liegt maximal bei 49 Dezibel. »Der zulässige Wert von 59 Dezibel ist damit deutlich unterschritten«, erklärt Danzl. san