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Die Neukirchner sanieren ihr Schwimmbad selbst

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Im Funktionsgebäude des Neukirchner Schwimmbads mussten die freiwilligen Helfer den Estrich rausreißen – eine staubige Angelegenheit. Die Schwimmbadfreunde haben um den Erhalt ihres Freibads gekämpft und der Gemeinde große Eigenleistungen bei der Sanierung versprochen, um die Kosten zu senken. (Foto: W. Huber)

Teisendorf – Lange hat es gedauert bis der Startschuss zum Umbau des Neukirchner Freibads fiel – jetzt hat die Sanierung begonnen. Zahlreiche freiwillige Helfer packen mit an, um die Kosten der Baumaßnahme zu reduzieren.


In einem ersten Schritt werden das Schwimmbad-Gebäude und -Gelände entkernt und praktisch wieder in den Rohbauzustand versetzt. Diese Abbrucharbeiten können vom Verein der Neukirchner Schwimmbadfreunde in Eigenleistung erbracht werden, während andere Arbeiten wie die Schwimmbadtechnik dann von Fachfirmen ausgeführt werden müssen. So wurden nun die Schließfächer und Holzschalungen abgebaut, der Estrich rausgerissen, die alte Solaranlage auf dem Dach entfernt und die Zäune um die Becken abmontiert.

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Hans Helminger: »Das ganze Dorf beteiligt sich«

Hans Helminger, Vorstand der Schwimmbadfreunde, freut sich über das Engagement der Bürger: »Es ist wirklich schön, wie viele ihre freie Zeit opfern, um unser Vorhaben weiterzubringen. Man hat das Gefühl, das ganze Dorf beteiligt sich an der Sache.« Bis jetzt seien schon 200 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden, was einem ungefähren Gegenwert von 8000 Euro entspreche. Helminger ist stolz, dass durch die Vereinsgründung im letzten Sommer das Neukirchner Schwimmbad gerettet werden kann und froh, dass nun wirklich so viele mit anpacken. Schließlich hatten sie den Gemeinderäten versprochen, die Sanierungskosten durch Eigenleistung zu senken.

Das familiäre Freibad gib es seit 1917. Letzten Sommer stand es vor der Schließung, da der Markt Teisendorf nicht genug Geld hat, um zwei Schwimmbäder in der Gemeinde (Teisendorf und Neukirchen) zu unterhalten bzw. auch noch zu sanieren. Das wollten die Neukirchner Schwimmbadfreunde allerdings verhindern, gründeten einen Verein und entwickelten mit dem Architekturbüro Fritsche einen Plan, wie die Sanierungskosten durch Eigenleistung und Unterstützung der ortsansässigen Handwerker erheblich reduziert werden können. Mehrmals beriet der Gemeinderat darüber und stimmte schließlich im Juni einer Sanierung des Freibads zu: Es werden das Funktionsgebäude und die Becken saniert und die Technik komplett erneuert. Die Wasserfläche kann fast unverändert erhalten bleiben.

Schwimmbadfreunde e.V. hat bereits 483 Mitglieder

Nach der Entscheidung des Gemeinderats liefen die Vorbereitungen für die Sanierung des Schwimmbads an. Geklärt werden musste unter anderem die Versicherung für die freiwilligen Helfer, die Abstimmung zwischen Verein, Gemeinde und dem Architekten. Außerdem musste das Architekturbüro Fritsche noch offiziell von der Gemeinde beauftragt werden, da die Vorarbeiten bisher für den Schwimmbadverein ehrenamtlich geleistet wurden.

Dass die Neukirchner an ihrem Schwimmbad hängen, zeigt sich schon daran, dass der erst letztes Jahr gegründete Verein mittlerweile 483 Mitglieder zählt. Sie alle möchten ihr Freibad mit seinem unvergleichlichen Charme unbedingt erhalten. »Der Zusammenhalt ist enorm«, freut sich Hans Helminger. »Wer beim Umbau nicht helfen kann, spendiert dafür den Arbeitern eine Brotzeit. Wir sind begeistert von der vielfältigen Hilfe, die uns zukommt.« Aber man stehe erst am Anfang. Und deshalb hofft Helminger, dass die Unterstützung auch weiter anhalte.

Zusammen mit der Raiffeisenbank Rupertiwinkel haben die Schwimmbadfreunde auch eine Spendenaktion gestartet. Für 3000 Euro sollen zwei neue Startblöcke angeschafft werden, um das Familienbad noch attraktiver zu machen. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der Raiffeisenbank oder unter Telefon 08666/988 70. Es wurde bei der Raiffeisenbank ein Spendenkonto eingerichtet (IBAN: DE85 7016 9191 0000 7008 78; BIC: GENO DE F1 TEI, Verwendungszweck: Spendenaktion Raiffeisenbank). wh