Die neue Miss Chiemgau ist noch keine Chiemgauerin

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Die neue Miss Chiemgau Bettina Scheiwein, eingerahmt von ihren Vorgängerinnen Annette Weißenbacher (links) und Manuela Mügge. (Foto: Bittner)

Inzell – Sie hat sich in den Chiemgau verliebt und nie und nimmer mit dem Sieg gerechnet: Bettina Scheiwein ist die neue Miss Chiemgau – obwohl die bereits in Traunstein lebende, aber noch in München arbeitende Sportwissenschaftlerin gar nicht aus der Region stammt. Doch ihr sympathisches und selbstbewusstes Auftreten, ein süßes Lächeln und eloquente Antworten überzeugten die sechsköpfige Jury am Ende. Womöglich gab auch eine gewisse Reife der mit 28 Jahren ältesten Teilnehmerin den Ausschlag. Mit Stephanie Maier kam ausgerechnet die Jüngste auf Rang zwei, die Auszubildende zur Hotelfachfrau aus Chieming ist erst 18 Jahre alt. »Das ist doch ein perfektes Team«, freute sich Chiemgau-Tourismus-Chef Stefan Semmelmayr.


Die Inzeller zeigten sich allerdings auch enttäuscht und der Applaus hielt sich etwas in Grenzen. Denn schon früh kam raus, dass die Inzellerin Marina Stöberl keine Chance auf den Sieg hatte und mit sechs weiteren Konkurrentinnen gemeinsam auf Rang drei landete. »Bei uns gibt es keine Verlierer«, gab Semmelmayr schon zu Beginn bekannt. Prompt skandierten die Stöberl-Fans: »Marina, die Miss Chiemgau der Herzen«. Der Erlös kommt dem bayerischen Eisschnelllauf-Nachwuchs zugute.

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Das ausgerechnet die einzige Nicht-Chiemgauerin gewinnt, obendrein mit großem Punkte-Abstand, damit hatte kaum jemand gerechnet. Die Jury hatte sich ihre Wahl nicht leicht gemacht und die rund 200 Besucher – darunter Eishockeyfans aus Schweinfurt, die auf das Spiel ihrer Mannschaft gegen den DEC Inzell Frillensee – im zunehmend ungemütlich werdenden Schneefall und Wind warten lassen.

Blau-rotes Licht umhüllte den Laufsteg, drum herum tanzten die Schneeflocken, kleine Feuerstellen, heiße Getränke und Gulaschsuppe hielten ein wenig warm. Die teils von kleinen Fanclubs unterstützten Damen, die von 42 Bewerberinnen übrig geblieben waren, beantworteten zunächst in Langlaufbekleidung Fragen von BR-Moderator Bernd Uwe Gutknecht nach Stärken und Schwächen. »Als was sehen Sie sich, wären Sie eine Stadt, ein Land, ein Baum oder ein Fluss?« Beim zweiten Durchgang im Dirndl fragte Gutknecht nach Vorzügen und Nachteilen der Region.

So antworteten die meisten, dass es hier »wunderschön« sei und sie »nichts ändern« wollten, wären sie einen Tag lang Königin des Chiemgaus. Am besten gefiel dem Publikum die schlagfertige Antwort der späteren Zweiten Stephanie Maier auf die Frage, was sie einführen würde, wenn sie bestimmen könnte: »Eine Mister-Chiemgau-Wahl«. Alle Damen machten auf der Bühne eine gute Figur, waren sie doch in zahlreichen Treffen bestens vorbereitet worden.

Als nur noch die älteste und die jüngste Dame übrig waren und Stefan Semmelmayr den Namen der Zweitplatzierten nannte, warf Siegerin Bettina Scheiwein überwältigt die Hände vors Gesicht: »Das ist alles unglaublich«. Freudentränen standen in ihren Augen, sie strahlte den ganzen Abend nur noch mit den Lichtern der Nacht um die Wette und erfüllte alle Fotografen-Wünsche. Die Minus-Temperaturen machten der 28-Jährigen nichts mehr aus.

Alle Teilnehmerinnen wurden reich beschenkt mit Blumen, Kuscheldecken und Wellness-Gutscheinen. Die Siegerin erhielt eine goldene Krone und ein Dirndl und ließ sich mit ihren Vorgängerinnen Annette Weißenbacher (2013) aus Grassau und Manuela Mügge (2014) aus Waging am See ablichten. Bettina Scheiwein darf nun ein Jahr lang ein nagelneues Auto des Sponsors Kia nutzen. Bei der Party danach wurde sie gebührend gefeiert. »Wir hatten diesmal das schönste Ambiente aller bisherigen Miss-Wahlen«, zeigte sich Organisator Günter Wimmer hochzufrieden. Sie war ursprünglich als Auftakt zur Chiemgau-Langlauf-Trophy gedacht, die aber mangels Schnee auf 1. März verlegt wurde, wie Gerhard Steinbacher, Geschäftsführer der Inzeller Touristik GmbH, sagte.

Bettina Scheiwein wird den Chiemgau in diesem Jahr auf gesellschaftlichen, sportlichen oder feierlichen Anlässen vertreten. Weitere Miss-Wahlen stehen für sie nicht auf dem Programm, weil das Chiemgau-Voting bewusst nicht an die Miss Germany Corporation angeschlossen ist. »Wir wollen hier keine Bikini-Wahl, wir wollen eine Dirndl-Wahl«, so Organisator Wimmer. bit

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