weather-image

»Die Natur für alle sichtbar machen«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand (Mitte) stellte im Rahmen der Kulturtage das Projekt »Die Natur für alle sichtbar machen« vor. Mit dabei waren auch Heinz-Jürgen Pohl (links), Vorsitzender des Vereins Natur- und Landschaftsführer Inn/Salzach, und Chiemings Bürgermeister Benno Graf. (Fotos: Humm)
Bildtext einblenden
Beliebte Nager: Umlagert war der von Naturführern in Chieming aufgebaute Stand mit Bibern.

Chieming. Mit einem umfangreichen Programm beteiligt sich die Gemeinde Chieming an den Oberbayerischen Kulturtagen. Das ließ sich auch Regierungspräsident Christoph Hillenbrand nicht entgehen. Er stellte zusammen mit den Natur- und Landschaftsführern des Inn/Salzach e.V. sowie den Chiemsee-Naturführern ein neues Projekt an der Beobachtungsplattform vor.


Unter dem Titel »Die Natur für alle sichtbar machen« soll es sehbehinderten und blinden Menschen ermöglichen, die Naturschönheiten des Chiemsees intensiver wahrzunehmen. »Bei den Bemühungen um die Schaffung der Voraussetzungen für die aktive gesellschaftliche Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen kommt auch der Nutzung von Erholungs- und Freizeiteinrichtungen eine wichtige Rolle zu«, so Hillenbrand. Das neue Projekt der Naturführer sei ein vorbildliches Beispiel dafür, wie solche Ziele sinnvoll in die Praxis umgesetzt werden können. »Es ist naheliegend aber bei Weitem nicht selbstverständlich hier tätig zu werden«, betonte der Regierungspräsident.

Anzeige

Heinz-Jürgen Pohl, Vorsitzender des Vereins der Natur- und Landschaftsführer Inn/Salzach präsentierte in diesem Rahmen die Chiemsee-Karte für sehende und blinde Menschen in Schwarz- und Braille-Schrift. Bei Letzterer handelt es sich um die Blindenschrift. »Die Idee zu diesem Projekt entstand vor zwei Jahren. Nun konnten wir 2500 Karten zum Tasten und Sehen anlässlich der Kulturtage drucken.« Pohl hofft nun, dass die Karten möglichst bald in größeren Formaten an zentralen Aussichtspunkten aufgestellt werden.

Vom Sinnesfest bis zum Preisplattln

Die Vorstellung des neuen Blindenprojekts war aber nicht die einzige Veranstaltung in Chieming. Ein Großteil des Chieminger Programms in der ersten Hälfte der Kulturtage-Woche stand unter dem Motto »Inklusives Chiemseeufer«. Viel Beachtung fand etwa der Biberstand. Die Naturführer Peter Nentwig, Ulla Fees und Heinz-Jürgen Pohl stellten je einen ausgestopften Bisam, Nutria und Biber vor und hatten einen lebenden, drei Monate alten Biber dabei, der von ihnen hochgepäppelt wird.

Spiele und ein Sinnesfest präsentierte die Kurklinik entlang der Liegewiese und die Chieminger Trachtler hielten beim Hausanger »Paulfischer« ihr Gartenfest mit Preisplattln für Kinder und Jugendliche ab. Führungen gab es durch den Obst- und Bienenlehrpfad und von Ortsheimatpfleger Hubert Steiner zum Thema »Hoftafeln«. Auf dem »Thomahof-Anger« wurde das Schulprojekt rund um die bairische Mundart gepflegt und gestärkt.

Viel Applaus gab es auf der Kurklinikwiese für die Auftritte des Orchesters »Attler bunte Mischung« (ABM) aus Attl bei Wasserburg, bei dem Personen mit und ohne Behinderung die Akteure an den Musikinstrumenten waren. Eine weitere Ausstellung mit dem Namen »Vom Flachs zum Leinen« war im »Brechlbad-Museum« in Stöttham zu sehen, während Initiator Andreas Knapp eine Fotoausstellung mit musikalischen Einlagen über das Kinder- und Jugendorchester »El Sistema« aus Venezuela auf einem Streuwiesenfeld im Ortsteil Stöttham präsentierte. Der Ausstellungsbereich erstreckte sich über 500 Meter mit 31 großen Motivtafeln. »Sinn dieser Präsentation ist die Betreibung nachhaltiger Landwirtschaft und das Fördern der Gemeinschaft zum gemeinsamen Musizieren«, so Knapp. Die Ausstellung ist noch bis kommenden Freitag auf der Streuobstwiese zu sehen.

Auch können während der Kulturtage noch Elektrofahrräder im Chieminger Radverleih in der Nähe des Dampferstegs getestet werden. OH

- Anzeige -