weather-image
21°

Die »Mutter der Kompanie« verabschiedet

4.5
4.5
Bildtext einblenden
Die langjährige Bereitschaftsleiterin Kathi Kraller (Zweite von links) wurde von Ehrenkreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger (Dritter von links) und ihren Stellvertretern Benjamin Mittermeier sowie Constanze Jäckel geehrt. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Auf ein engagiertes Jahr blickte die BRK-Bereitschaft Teisendorf im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung zurück. Das Jahresschlusstreffen im Gasthof Helminger in Rückstetten stand im Zeichen des bevorstehenden Abschieds von Kathi Kraller als Bereitschaftsleiterin. Mit 63 Jahren geht sie heuer auch als Altenpflegerin im Seniorenheim St. Elisabeth in Ruhestand. Als Nachfolger steht der bisherige Stellvertreter Benjamin Mittermeier in den Startlöchern.


Der 29-Jährige ist von Beruf Techniker. Nach der Wahl des neuen Kreisbereitschaftsleiters, der im Laufe der nächsten Wochen von den Ortsbereitschaften gewählt wird, werden die neuen Bereitschaftsleiter voraussichtlich im März von ihm bestellt.

Anzeige

Besondere Urkunde in Reimform

Ehrenkreisbereitschaftsleiter Ludwig Wetzelsberger überreichte Kathi Kraller als Überraschung eine ganz besondere Urkunde in Reimen, da die normale Urkunde hier nicht genug sei, und würdigte ihr ehrenamtliches Engagement als »Mutter der Kompanie – mit Herz, Verstand und Humor«.

Kathi Kraller hatte bis 2001 etwa 20 Jahre lang zusammen mit Wetzelsberger den Kreisverband geführt. Zudem war sie zwölf Jahre lang Mitglied im Bezirksausschuss Oberbayern als Fachdienstleiterin Sozialdienst. Seit 36 Jahren war sie fast durchgehend – nur mit kurzen Unterbrechungen – Leiterin der Teisendorfer Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes. »Es war eine schöne Zeit«, resümierte Kraller. Sie wolle nun im »Arbeitskreis Soziales« der BRK-Bereitschaft Teisendorf weitermachen.

Auch langjährige Aktive, die sich im Sanitätsdienst, im Arbeitskreis oder in beiden Bereichen engagieren, wurden mit Urkunden geehrt. Hans Maier erhielt für 60 Jahre zusätzlich einen Geschenkkorb und eine Ehrennadel. Christa Glaser und Matthias Mayer wurden für 40 Jahre ausgezeichnet und Stefanie Prechtl für 30 Jahre.

Zu Beginn gab Benjamin Mittermeier einen Bilder-Rückblick auf das abgelaufene Jahr. Es begann mit der Absicherung des Faschingszugs, bei dem heuer 10 000 Besucher erwartet würden. Auch beim Biathlon-Weltcup, bei den Salzachfestspielen und beim Open Air zum 40-jährigen Bestehen der ANL Laufen waren Sanitäter aus Teisendorf vertreten.

Präsent war das BRK Teisendorf zudem beim Pfingstritt in Holzhausen, beim Radrennen in Weildorf, bei der ADAC-Rallye, bei größeren Fußballspielen, beim Höglwörthersee-Lauf und bei der Feldmesse zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Teisendorf. Dort habe man einige Besucher versorgen müssen, die Probleme wegen der Hitze bekamen. Sehr gut sei der historische Beitrag zum Festzug der Feuerschützengesellschaft angekommen. Fünf neue Sanitäts-Rucksäcke habe der Förderverein gesponsert. Unter den weiteren Aktivitäten erwähnte Mittermeier den Behindertenausflug, ein Reanimationstraining und einen Besuch bei der Feuerwehr Anger.

Helga Mayer stellte die Einsätze des derzeit 18 Mitglieder zählenden sozialen Arbeitskreises vor. Jährlich würden fünf Blutspendetermine bestritten. Im Glückshafen wurden in 80 Schichten 300 Stunden geleistet und 39 000 Lose verkauft. Nebenbei müssten aber auch die Preise eingekauft und ins Lager und in den Loswagen geräumt werden. Eine Inventur und das Aufstellen und Säubern des Loswagens seien nötig. Vom Losverkauf erhalte die Bereitschaft jährlich etwa 7000 Euro. Alle zwei Jahre kämen noch etwa 6000 Euro vom Christkindlmarkt dazu. Ab Januar 2016 wurde laut Mayer 15 Mal gebastelt; man könne hier noch Unterstützung brauchen. 200 Kränze und 50 Gestecke seien gebunden worden. Beim Markt selbst seien etwa 140 Stunden – ohne Herrichten – geleistet worden.

Bei 2418 Einsätzen 85 500 Kilometer gefahren

Wachleiter Herbert Maier gab einen Einblick in die Arbeit der im Schnitt zehn Hauptamtlichen. Im vergangenen Jahr fuhren diese 85 550 Kilometer, fast 4000 mehr als 2015. Auch die Zahl der Einsätze stieg um 143 auf 2418: 794 Krankentransporte, 492 Notfalleinsätze und 611 Notarzteinsätze. 729 Einsätze waren nachts. Maier würdigte die Unterstützung der ehrenamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeiter. Besondere Herausforderungen waren die Einführung des Digitalfunks, die Zunahme der Gewalteinsätze und ein Blitzeinschlag im Rettungswagen. Im Ausblick wies er auf die neue Notfall- sanitäterausbildung hin.

Zweiter Bürgermeister Norbert Schader würdigte den Einsatz von Kathi Kraller und ihrer Mitstreiter und wünschte allen, dass sie immer unfallfrei heimkommen »Wir als Gemeinde sind sehr stolz auf die Leute, die da immer wieder heran wachsen«, betonte er. Auch zollte er den geehrten langjährigen Aktiven und den geehrten Blutspendern Respekt. vm