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Die Musikschule feierte 35. Jubiläum mit Geburtstagsgala

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Musikschulleiter Georg Holzner (Trompete) und die 2nd Floor Big Band hatten den größten Anteil am Musikprogramm.

Traunstein. Das schönste Geschenk zum 35-jährigen Bestehen machte sich die Musikschule der Stadt Traunstein selbst: Ihren Freunden und Gönnern bot sie in der Aula der Staatlichen Berufsschule unter dem Motto »Ein Fest für Freunde« eine bemerkens- und hörenswerte Geburtstagsgala mit Klassik, Swing und frechen Liedern. Die zahlreichen Musikfreunde folgten gerne dem Rat von Oberbürgermeister Manfred Kösterke: »Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie den Abend.«


»Musik tut gut. Musik ist ein Kulturgut«, stellte der Oberbürgermeister fest. Sie verbinde die Menschen und bringe sie zusammen. In unserer hektischen Zeit tue es gut, einen Faktor der Entschleunigung zu haben. Die Musikschule sei von den Schülerzahlen her inzwischen die drittgrößte Schule in Traunstein, unterstrich er deren Bedeutung.

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35 Jahre seien zwar ein ungewöhnliches Alter, um ein Jubiläum zu feiern. »Aber es passt sehr gut, weil sie nicht eine der jüngsten im Landkreis ist«, so Kösterke. Der Galaabend sei für alle gedacht, die die Musikschule unterstützt hätten oder mit ihr groß geworden seien, also für alle, die lange mit ihr verbunden seien. Sein Dank galt dem Leiter der Musikschule, Georg Holzner, seinen Vorgängern und allen Musiklehrern, denn nur durch deren Arbeit sei die Erfolgsgeschichte erst möglich geworden.

Holzner sagte: »Die Musikschule ist ein Evergreen«. Sie habe in diesem Schuljahr 1100 Belegungen und rund 930 Schüler. Dies sei ein Erfolg für Traunstein. Die Musikschule sei eine Aufgabe für die Gesellschaft, nämlich dafür zu sorgen, dass die Kultur ihren Wert habe. Zudem sei sie ein langfristiger pädagogischer Begleiter ihrer Schüler. »Es ist unsere Gesellschaft, die wir damit prägen«, betonte Holzner.

Den überwiegenden Teil des Musikprogramms, durch das Verena Seidel charmant führte, bestritt die 2nd Floor Big Band mit feinstem Big-Band-Sound. Sie ist zu einer der Vorzeigeformationen der Musikschule gereift. Was Wunder, denn schließlich ist Musikschul-Chef Holzner der Leiter. Unterstützt wurde sie vom Jazztrompeter Martin Auer. Er ist ein ehemaliger Schüler und heute als erfolgreicher Berufsmusiker zwischen Köln, Berlin und Traunreut unterwegs. Auer glänzte ein ums andere Mal mit Soli und bekam viel Applaus. Zwischendrin bat die Big Band auch zum Tanz, aber zunächst machte niemand Gebrauch von diesem Angebot. Erst als der Oberbürgermeister seine Seite als Partylöwe herauskehrte und als Erster mit seiner Frau Ursula das leere Tanzparkett stürmte, war das Eis gebrochen und einige Tanzpaare taten es ihm gleich.

Isabel Melendez-Alba spielt seit ihrem achten Lebensjahr Klavier und ist quasi in der Traunsteiner Musikschule aufgewachsen. Sie sagte eingangs zwar, dass sie am Vortag auf dem Oktoberfest gewesen sei, beim temperamentvollen Vortrag von Felix Mendelsohn Bartoldys »Variations sérieuses« waren jedoch keinerlei Nachwirkungen zu spüren. Einen Ausflug nach Spanien machte das Duo Johanna Hartmann (Querflöte) und Thomas Hartmann (Klavier). Die beiden Musiklehrer wurden dabei von Dirk Bennert mit dem Cajón (Kistentrommel) rhythmisch begleitet.

Lustig bis frivol ging es beim Auftritt von Friederike Duetsch zu. Die Gesangslehrerin trug freche Lieder vor. Sie wurde am Klavier von der Big-Band-Pianistin Maria Bittel begleitet. Duetsch hatte gute Ratschläge für beide Geschlechter parat. Sie sang nämlich »Nimm Dich in acht vor blonden Frau’n« von Friedrich Hollaender und »Du musst die Männer schlecht behandeln« von Peter Kreuder. Außerdem erteilte sie der Zuhörerschar mit dem Lied »Stroganow« von Hollaender gruseligen Kochunterricht. Bjr