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»Die Lehrlingswerbung wird für uns ein großes Thema«

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Obermeister Peter Schubeck (rechts) überreichte bei der Jahreshauptversammlung Goldene Meisterbriefe an Martin Langwieder (links) und Rudolf Schmitzer. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Im Heizungs- und Sanitäranlagenbau sowie bei den Spenglern sind Nachwuchskräfte rar.


Lehrlingsgewinnung und -ausbildung waren daher zentrale Themen bei der Jahreshauptversammlung der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik (SHK) Berchtesgadener Land in Teisendorf. Die Innung hat derzeit 39 Mitgliedsbetriebe.

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Obermeister Peter Schubeck ging auf viele Aktivitäten in Vorstandschaft und Innung ein, wie überregionale Treffen auf Fachverbandsebene in München oder mit der Innung Traunstein. Die beiden Innungen wollen sich gemeinsam über die neugegründete »Energieagentur Südostbayern« nähern, informierte er. »Die innungsübergreifende Zusammenarbeit ist eine tolle Sache«, so Schubeck. Doch er sprach auch ein Thema an, das die Innung in Zukunft beschäftigen wird. »Leider lässt das Interesse der Jugendlichen an unserem Beruf nach. Die Lehrlingswerbung wird für uns ein großes Thema. Die Probleme sind deutschlandweit gleich.«

Zur Unterstützung der Innungen hat der Fachverband SHK die Nachwuchskampagne »Zeit zu starten« ins Leben gerufen, um junge Menschen bereits während der Schulzeit für die SHK-Berufe zu begeistern. Manfred Klöpfel, zuständig für Aus- und Fortbildung beim Fachverband in München, ermutigte die Betriebe zum direkten Kontakt mit den Jugendlichen. »Wir müssen mit Selbstbewusstsein vermitteln, dass unsere Berufe attraktiv und zukunftsträchtig sind. Viele Jugendliche wissen gar nicht, welche Möglichkeiten SHK- Berufe bieten.« Der Fachverband stellt den Innungen Unterlagen zur Verfügung. Nach intensiver Diskussion haben die Teilnehmer beschlossen, dass sich die Innung Berchtesgadener Land an der Kampagne beteiligen wird.

Zum Thema Lehrlinge stellte Manfred Klöpfel auch die Änderungen in der Ausbildungsverordnung zum Anlagenmechaniker vor, darunter die Einführung der gestreckten Gesellenprüfung. Diese besteht jetzt aus einem ersten Teil, der nach den ersten drei Ausbildungsjahren abgelegt wird und mit 30 Prozent in die Gesamtbewertung einfließt, und einem zweiten Teil am Ende der Ausbildungszeit. Der erste Teil ersetzt die bisherige Zwischenprüfung.

Spengler seien in der Innung oft Stiefkinder gewesen, so Obermeister Schubeck weiter. Daher begrüße er ausdrücklich die Gründung der »Spengler Vereinigung Süd-Ost-Bayern«, als Fachgruppe der Spengler innerhalb der Innung. Wie Karl Banjai aus Riedering, der Sprecher der neuen Vereinigung, berichtete, sehen die Innungen Traunstein, Rosenheim und Mühldorf den Zusammenschluss sehr positiv. Er hofft, dass auch die Innung Berchtesgadener Land mitmacht. Ziel sei unter anderem, verstärkt für Lehrlinge zu werben, Verbesserungen in den Berufsschulen einzubringen sowie Fachvorträge für Spengler anzubieten.

In Würdigung ihrer langjährigen Tätigkeit im Handwerk wurden Goldene Meisterbriefe an Rudolf Schmitzer, Spenglermeister aus Freilassing, und Martin Langwieder, Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister aus Neukirchen, überreicht. Rudolf Schmitzer hat seinen Meister bereits 1968 bestanden und sich dann selbstständig gemacht. Mit seinen 75 Jahren arbeitet er noch heute in der Firma mit. Martin Langwieder hat seinen Meister seit 1979. Er betreibt die Familienfirma in vierter Generation. 2004 wurde das neue Firmengebäude in Neukirchen bezogen.

Vor der Jahreshauptversammlung wurde das Hackschnitzelheizwerk der Firma Wieninger besichtigt. Aufgrund der positiven Resonanz wurde beschlossen, auch bei künftigen Versammlungen solche Aktionen ins Programm aufzunehmen. kon