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Die Krautinsel als »Green Island«

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Mit Filmkamera und Drohne hielten Sabrina Kollmann und Tassilo Schwarz die unberührte Natur der Krautinsel fest und gewannen beim Jugend-Filmwettbewerb »Dein Blick in die Natur« einen Sonderpreis. (Foto: Mix)

Traunreut – Wer meint, junge Leute hätten keinen Blick für die schöne Natur, irrt sich. Sabrina Kollmann und Tassilo Schwarz besuchen die zehnte Klasse am Johannes-Heidenhain-Gymnasium in Traunreut und sind in ihren jungen Jahren schon erfolgreiche Filmemacher. Mit ihrem Kurzfilm »Green Island«, den die beiden im Sommer auf der Krautinsel im Chiemsee gedreht haben, gewannen sie beim Jugend-Filmwettbewerb »Dein Blick in die Natur« einen Sonderpreis für »herausragend schöne Aufnahmen«.


Die beiden Gymnasiasten sind bereits im zweiten beziehungsweise dritten Jahr Mitglieder der Videogruppe ihrer Schule, drehen mit Begeisterung eigene Filme und meldeten sich spontan für den vierten Filmwettbewerb der Hofpfisterei für Jugendliche an. Dieser hatte heuer die Natur im Fokus und stand unter dem Motto: »Wir sind die Regisseure unserer Zukunft. Die Umwelt liegt in unserer Hand!« Tassilo Schwarz aus Seeon ist leidenschaftlicher Segler und kam auf die Idee, auf der Krautinsel zu drehen. Denn dieses kleine Eiland ist, wie es im Film so schön heißt, »unbewohnt, unberührt, ein Paradies«.

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Auch Geduld war notwendig

Zwei Tage lang drehten die beiden 15-Jährigen in den Sommerferien von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf der kleinsten Insel im Chiemsee. Die notwendige Ausrüstung schafften sie mit dem Segelboot dorthin. Sie hielten mit der Kamera die in den Sommermonaten auf der Insel lebenden Tiere wie Schafe und Ziegen fest und fingen die Natur ringsherum ein. Nach kurzer Eingewöhnungsphase hätten die Tiere gar keine Scheu gezeigt, erzählen die beiden. »Wir haben das Stativ mitten unter den Schafen aufgestellt und die haben ganz ruhig um uns herum gegrast«, berichtet Sabrina Kollmann, die in Taching am See zuhause ist. Dass man für gute Aufnahmen auch Geduld braucht, erlebten die Jungfilmer ebenfalls bei ihrem Projekt. Um einen Frosch beim Sprung zu filmen, mussten sie ziemlich lange ausharren und sogar eine Raupe ist im Film zu sehen, die langsam durch das Gras kriecht. Auch Ortswechsel bauten sie ein. Mit Hilfe einer Drohne entstanden Aufnahmen von oben und mit einer Unterwasserkamera drehten sie sogar im Chiemsee. Das Panorama über den See hinweg bis zu den Alpen, die vorbeiziehenden Wolken und die über das Wasser gleitenden Segelschiffe sind in einem Zeitraffer zu sehen. Da sie mit ihren Außenaufnahmen sehr wetterabhängig waren, mussten die beiden auch flexibel sein: »Wir haben jeweils erst am Abend vereinbart, dass wir am nächsten Tag loslegen, wenn die Wetteraussichten gut waren.«

Viele wunderschöne Aufnahmen sind dabei entstanden. »Wir haben einfach alles festgehalten, was uns gefallen hat«, betonen die beiden Filmemacher. Und danach mussten sie sich entscheiden, welche Szenen sie für den Film, der nicht länger als fünf Minuten sein sollte, verwenden. Nach den beiden Drehtagen brauchten sie nochmals acht Tage, um das umfangreiche Material zu sortieren, zu bearbeiten, den Film zu schneiden und zu vertonen. Am Ende entstand nicht nur ein sehr gelungener Beitrag für den Filmwettbewerb, bei dem sie auf Schloss Nymphenburg vom Schirmherrn, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, den Sonderpreis erhielten.

»Wir haben eigentlich einen Werbefilm für den Chiemgau gemacht«, freut sich Sabrina. Sie will später auch beruflich mit dem Film zu tun haben und als Regisseurin arbeiten. Tassilo macht das Filmen hobbymäßig zwar großen Spaß. Beruflich tendiert er aber mehr in Richtung Informatik. Er war letztes Jahr bayerischer Landessieger mit seinem selbst entwickelten Roboter (wir berichteten). Für ihn liegt das Besondere ihres Filmes darin, dass sie die schönen Seiten der Natur zeigen und nicht, wie in anderen Wettbewerbs-Beiträgen geschehen, auf vielfältige Probleme hinweisen.

Zusammen mit den anderen Mitgliedern der Videogruppe halten die jungen Filmemacher auch das Geschehen in der Schule laufend fest. Derzeit dokumentieren sie besonders die Bauarbeiten am Traunreuter Gymnasium und filmen bei verschiedenen Aktivitäten an der Schule. Im nächsten Jahr wollen Sabrina Kollmann und Tassilo Schwarz gerne wieder am Filmwettbewerb teilnehmen. »Für uns war die Teilnahme eine sehr schöne Erfahrung und wir haben uns gefreut, dass wir uns gleich beim ersten Mal gegen zahlreiche andere Einsendungen aus ganz Deutschland durchsetzen konnten«, erklären die beiden. mix