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Die Kohlmeise flog auf den Spitzenplatz

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Die Kohlmeise mit 1750 Meldungen ist nicht nur im Landkreis Traunstein auf dem Spitzenplatz. Sie ist auch Bayerns häufigster Wintervogel 2015. (Foto: dpa)

Traunstein – Bereits zum zehnten Mal hatte der Landesbund für Vogelschutz (LBV) die »Stunde der Wintervögel« ausgerufen. 387 Vogelfreunde beteiligten sich an der Aktion im Landkreis Traunstein und zählten 12 251 Tiere.


Und so funktionierte das Ganze: Sie schauten eine Stunde aus ihrem Fenster und zählten die Vögel, die sie sahen. Dieses Ergebnis teilten sie dem LBV mit. Die Tierschützer wollen so unter anderem herausfinden, welche Auswirkungen der plötzliche Wintereinbruch auf die Vögel in Bayern hatte und wie sich die Zahl der Tiere verändert hat.

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Außerdem interessieren den Verband besonders die bekannten Zugvögel, die normalerweise im Mittelmeerraum überwintern, sich diesmal aber den Flug in den Süden gespart haben. Eine weitere Besonderheit könnte es bei den Kohlmeisen gegeben haben: Sie könnten wegen der günstigen Witterungsbedingungen im vergangenen Jahr dreimal statt nur einmal gebrütet haben.

47 Wintervögel pro Garten

Bayernweit sorgten rund 22 000 Teilnehmer für knapp 30 Prozent des bundesweiten Gesamtergebnisses. Dabei wurden über 550 000 Vögel und im Schnitt 37 gefiederte Freunde pro Garten gezählt. In Traunstein waren es sogar durchschnittlich 47 Wintervögel pro Garten. Die windige Witterung am »Zählwochenende« schien die Vögel nicht so stark vom Besuch am Futterhaus abzuhalten wie noch der Regen im Vorjahr. Dabei stellte sich heraus, dass etliche Vogelarten von den milden Temperaturen 2014 profitierten. So flog die Kohlmeise mit 1750 Meldungen nicht nur im Landkreis Traunstein auf den Spitzenplatz. Sie ist auch Bayerns häufigster Wintervogel 2015.

Feldsperling auf Platz zwei

Der Feldsperling und der Haussperling flatterten im Landkreis Traunstein auf die Plätze zwei und drei – sie zeigten sich in mehr als der Hälfte aller Gärten. Aber auch die Amsel zeigt einen leichten Aufwärtstrend mit 1029 Meldungen in Traunstein und landet auf Platz fünf. Auch sie hat überwiegend drei Mal gebrütet und ihren Negativtrend der letzten Jahre leicht abfedern können. Der auffällige Gimpel, auch Dompfaff genannt, hat bayernweit stark zugelegt. Er schaffte es im Landkreis Traunstein ebenfalls unter die ersten zehn. Er landet auf Platz neun mit 328 gezählten Exemplaren und wurde in jedem dritten Garten gesichtet. Völlig überraschend schaffte es das Rotkehlchen (10.) mal wieder unter die zehn häufigsten bayerischen Wintervögel. Auch in Traunstein kam es auf den zehnten Platz mit 244 Sichtungen. Als weiterer Profiteur der warmen Temperaturen 2014 konnte es sogar in deutlich über der Hälfte der Gärten beobachtet werden.

Frei nach dem Motto: »Ich bin ein Star und bleibe da« verbrachten so viele Stare wie noch nie den Winter in Bayern. Wurden in den Vorjahren meist um die 1000 dieser Zugvögel gezählt, waren es dieses Mal knapp 5000. Dabei hielten sie sich vor allem in Oberbayern auf.

Das milde Wetter hat außerdem dazu geführt, dass an dem Wochenende noch über 40 und somit ungewöhnlich viele Rotmilane in Bayern beobachtet werden konnten. Normalerweise ein Kurzstreckenzieher wie der Star, sahen auch viele dieser Greifvögel bisher noch keinen Grund, nach Süden zu fliegen. »Sollte es noch mal richtig kalt werden, dann können die Rotmilane aber ganz spontan auf das Wetter reagieren«, erklärt der Vorsitzende des LBV Traunstein, Frank Weiß.

Bayernweit 107 Eisvögel gezählt

Spektakulär sind die Beobachtungen von bayernweit 107 Eisvögeln, waren es in den Vorjahren doch höchstens halb so viele. In Traunstein wurde er ebenfalls zweimal gemeldet. Der LBV-Wappenvogel leidet extrem unter strengem Winter und erlitt im Februar 2012, der vielerorts der kälteste seit über 50 Jahren war, starke Verluste wie die Zählung 2013 zeigte. »In den milden Wintern dieses und letztes Jahr konnte er sich nun bestens halten, und wir als LBV freuen uns besonders über diesen Höchststand«, sagt der Traunsteiner LBV-Vorsitzende Weiß. fb