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Die Kinder vom PC weglocken

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Sigrid Gleim und Alesia Grenz sind jeden Freitag am Bolzplatz in der Johann-Sebastian-Bach-Straße und bieten den Kindern vielfältige Spielmöglichkeiten an. (Foto: Mix)

Traunreut. Die Kinder von ihrem PC weglocken ins Freie, sie zum miteinander spielen anregen und ihnen Spaß vermitteln, das sind die Ziele der Spielplatzbetreuung, die jeden Freitagnachmittag angeboten wird. Schon jetzt wird das Angebot von zahlreichen Kindern regelmäßig besucht. Am Bolzplatz an der Johann-Sebastian-Bach-Straße warten Sigrid Gleim und Alesia Grenz jeden Freitag ab 15 bis 18 Uhr auf sie. Sie breiten eine Decke am Boden aus und eine ganze Kiste voller Spielsachen – nichts Spektakuläres, ein Sprungseil, Hockeyschläger, Bälle, Spielkarten und manches andere.


Es dauert in der Regel nicht lange, dann kommen die Kinder aus der nahen Siedlung. »Der große Renner sind die Hockeyschläger«, erklärt Sigrid Gleim. Meist finden sich schnell zwei gemischte Mannschaften zusammen, die dann Hockey spielen. Gleichzeitig können die anderen daneben Federballspielen, Gummihüpfen oder was ihnen sonst Spaß macht.

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Die Spielplatzbetreuung ist ein Projekt des Vereins »Integrative Sozialpädagogische Gruppenarbeit« (ISG) und des Mehrgenerationenhauses. Beide stellen auch die Betreuerinnen, die inzwischen schon viele Kinder kennen.

»Die Mütter sind oft froh, wenn sie uns ihre Kinder schicken können und in der Zeit in Ruhe ihre Hausarbeit oder Sonstiges erledigen können«. Auch vereinzelte Jugendliche waren schon zu sehen, die zwar nicht unbedingt bei den Kinderspielen mitmachen wollen, aber doch von der Musik angelockt werden. Regelmäßiger Besucher ist auch ein älterer Herr aus der Nähe. Er sitzt am liebsten auf einer Bank und schaut den Kindern zu. »Wenn ich die Kinder so beim Spielen sehe, macht das mein Herz ganz leicht«, sagt er.

Demnächst bekommt die Spielplatzbetreuung einen Bauwagen, in dem alle Utensilien untergebracht werden können, damit sie nicht jedes Mal hergeschafft werden müssen. Darin könnten sich Kinder und Betreuerinnen auch bei schlechterem Wetter aufhalten. Das Projekt wird laut Irmgard Riedl vom Mehrgenerationenhaus erweitert auf andere Spielplätze der Stadt. Beispielsweise könnte an der Salzburger Straße eine Begegnungsstätte entstehen, für Kinder der angrenzenden Siedlung und des Wilhelm-Löhe-Zentrums. Gesucht werden Praktikanten oder Männer, die am Bolzplatz mit den Buben Fußball spielen.

Unter den Kindern verschiedener Nationalitäten gibt es keinerlei Berührungsängste. Sie kommen bei den Spielen ganz automatisch zusammen und haben miteinander Spaß. Für die drei Stunden legen sie auch mal ihre Handys weg. »Wir haben kein festes Programm und wollen auch keine Animateure sein«, betont Sigrid Gleim. In den Sommerferien wird die Betreuung nach Bedarf geboten. Alle Kinder können einfach unverbindlich freitags am Bolzplatz vorbeischauen. mix