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Die Jagdgenossen müssen entscheiden

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Chieming. Um das liebe Geld geht es bei den Jagdgenossenschaften Chieming, Hart und Ising. Sie hatten 1982 für umgerechnet rund 74 500 Euro auf einem Grundstück der Gemeinde einen Notschlachtungskühlraum mit Verkaufsraum gebaut.


Schon in einer Vereinbarung mit der Gemeinde vom 5. Oktober 1982 wurde vereinbart, »dass den Jagdgenossenschaften ihr jeweiliger Anteil an den Baukosten zurückzuerstatten ist, sollte das Grundstück und Gebäude von der Gemeinde Chieming veräußert oder für einen anderen Zweck verwendet werden.

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Nachdem das Landratsamt bei der Gemeinde Chieming nachgefragt hatte, ob noch Interesse am Weiterbestand des Kühlraums bestehe – aus Sicht des Landratsamts sei er eigentlich nicht mehr erforderlich, hieß es – hatten Vertreter der Gemeinde und der drei Jagdgenossenschaften sich am 3. November 2011 auf die Auflösung des Kühlraums geeinigt. Daraufhin erfolgte am 2. Februar 2012 die Kündigung der Vereinbarung zwischen Gemeinde und Jagdgenossen zum Jahresende 2012.

Bisher keine Einigung mit der Gemeinde

Am 16. Oktober 2012 beschloss nun der Gemeinderat den Verkauf des Grundstücks mit dem Gebäude darauf. Für das Gebäude wurde ein Erlös von 39 000 Euro erzielt, für das Inventar darin weitere 750 Euro. Allerdings gab es bisher keine Einigung zwischen Jagdgenossen und Gemeinde über die Erstattung der Baukosten.

Die Jagdvorstände der drei Jagdgenossenschaften waren der Meinung, dass den Jagdgenossenschaften die Erstattung der Hälfte der Baukosten, also zusammen etwa 37 250 Euro, zusteht. Dagegen vertrat die Gemeinde die Auffassung, den Jagdgenossenschaften stehe nur die Hälfte des Verkehrswerts von rund 27 800 Euro, also 13 900 Euro, zu. Unabhängig davon bot die Gemeinde nach dem Verkauf des Grundstücks die Hälfte des Verkaufserlöses, also etwa 19900 Euro, zu zahlen. In einer ersten Rate wurden bereits 14 400 Euro gezahlt.

Die Jagdgenossenschaften müssen nun entscheiden, ob sie sich mit der von der Gemeinde angebotenen Restzahlung zufriedengeben, oder ob sie auf dem Klageweg versuchen wollen, die Hälfte der Baukosten zu erstreiten. Bei einer angenommenen Lebensdauer des Gebäudes von 50 Jahren würde sich bei einer Abschreibung von zwei Prozent pro Jahr ein aktueller Gebäudewert von 29 800 Euro zum Zeitpunkt des Verkaufs ergeben. Die Hälfte davon läge also nur um rund 500 Euro über den bereits gezahlten 14 000 Euro.

Entscheidung in außerordentlicher Sitzung

Darüber werden die drei Jagdgenossenschaften in ihrer außerordentlichen Versammlung am 12. September um 19.30 Uhr im Gasthof Bräu in Hart entscheiden.