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Die Jäger bangen um ihren Schießstand in Dorfen

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Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser unter der Leitung von Günter Schroth umrahmten mit jagdlichen Klängen die Jahresversammlung der BJV-Kreisgruppe Traunstein im Waginger Kurhaus.

Waging am See – Die BJV-Kreisgruppe Traunstein sorgt sich um den Fortbestand des Schießplatzes in Dorfen. Grund seien massive Beschwerden der Anlieger. Das berichtete Kreisvorsitzender Josef Haiker in der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe im Kurhaus Waging (wir berichteten). Er beklagte, dass die Regierung von Oberbayern in dieser Frage den Jägern immer wieder Knüppel zwischen die Beine werfe: »Das Damoklesschwert schwebt über uns, dass der Schießbetrieb eingestellt wird.«


In seinem Jahresbericht erwähnte er unter anderem die Waldexkursion sowie die Hubertusmesse mit anschließender Feier in Fridolfing. Heuer werden Messe und Feier am 3. November von der Hegegemeinschaft Schnaitsee ausgerichtet. Mit den Fischern im Landkreis habe sich die Kreisgruppe im vergangenen Jahr auf der Gewerbeausstellung Truna präsentiert. Die Resonanz sei durchwegs positiv gewesen.

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Freilaufende Hunde sind ein großes Ärgernis

Als großes Ärgernis bezeichnete Haiker das Problem freilaufender Hunde. Er schilderte ein haarsträubendes Beispiel aus Palling, wo zwei Hunde bereits sieben Rehe gerissen haben, die Jäger aber keine Möglichkeit haben, diesem Frevel ein Ende zu bereiten.

Positive Zahlen präsentierte Kassier Josef Freutsmiedl. Das liege in erster Linie daran, dass sich seine Stellvertreterin Claudia Lepschy erfolgreich ausstehende Beiträge von Mitgliedern eintrieb. Vor allem deshalb seien die Einnahmen gegenüber 2014 um rund 8000 Euro gestiegen. Davon muss die Kreisgruppe aber allein 3300 Euro an den Landesverband abführen.

Im Rahmen der Zusammenkunft wurden zahlreiche Mitglieder für 40, für 50 und für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt (siehe Kasten). Allerdings waren nur wenige von ihnen gekommen, sodass die Ehrung den meisten nachgereicht werden muss. Vor der Versammlung fand die Hegeschau statt, über die wir bereits berichtet haben. Bei der Besprechung kamen auch Behördenvertreter zu Wort. Hans Heinrich Lechler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ging auf das Vegetationsgutachten 2015 ein, das Grundlage für die Abschusszahlen ist. Das Gesetz verlange, dass eine Waldverjüngung ohne Schutz aufkommen müsse. Seit 1993 habe sich, obwohl immer wieder vom Waldumbau die Rede sei, nichts geändert am Verhältnis von Nadel- und Laubholz bei 60 zu 40.

Positiv äußerte er sich zur Verbisssituation. Er sprach von einer sehr positiven Entwicklung, was den Rückgang beim Leittriebverbiss betreffe: »Wir stehen eklatant besser da.« Allerdings habe sich trotz höheren Abschusses die Situation bei der Naturverjüngung nicht verbessert, sondern leicht verschlechtert. Das gelte vor allem für Bereiche im westlichen Landkreis Traunstein.

Der Leiter des Veterinäramtes Traunstein, Dr. Jürgen Schmid, gab einen kleinen Überblick über verschiedene Tierkrankheiten und die derzeitige Situation im Landkreis. Dabei ging es um die Schweinepest bei Wildschweinen, TBC bei Rotwild, um die Vogelgrippe, um Staupe bei Hunden und Räude bei Füchsen. Lobende Worte fand er für die Jäger, die Proben für Untersuchungen zur Verfügung stellen.

So wenig wie möglich einmischen

Wagings Bürgermeister Herbert Häusl äußerte sich erfreut, dass es mit dem Kurhaus in Waging einen privaten Saal gebe, in dem zentrale Veranstaltungen des Landkreises wie diese Versammlung abgehalten werden können. Er erwähnte den angrenzenden Campingplatz, auf dem sich im Sommer bis zu 5000 Gäste aufhalten. Die Anlage sei ein Beispiel, dass man Tourismus betreiben und der Natur Raum geben könne. Ebenso wie zuvor Resi Schmidhuber als Stellvertreterin des Landrats appellierte er, man solle sich so wenig wie möglich einmischen – auch was das Verhältnis Landwirtschaft und Jagd betreffe.

Schmidhuber lobte die Jäger unter anderem dafür, dass sie auch die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege angemessen berücksichtigen. Sie stellte die Gretchenfrage: »Was wäre, wenn es keine Jäger gäbe?« – Dann, so ihre Vermutung, würde es auch keinen artenreichen und gesunden Wildbestand mehr geben. -K.O.-