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Die Inzeller Grund- und Mittelschule muss saniert werden

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Der Eingangsbereich mit der Aula hat eine Dachneigung von nur rund zehn Grad und ist für eine Deckung mit Flachdachpfannen nur bedingt geeignet. Schäden an der Dachlattung sind bereits vorhanden. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Nachdem im letzten Jahr die Turnhalle der Inzeller Grund- und Mittelschule saniert wurde, ist in naher Zukunft das Hauptgebäude an der Reihe. Architekt Michael Dufter stellte dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung die Pläne zur Sanierung bis September 2017 vor. Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf rund 890 000 Euro.


Der Altbau wurde 1962/63 errichtet. Somit muss einiges getan werden, um den energetischen Zustand angemessen zu erneuern. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Dach. Der Dachboden ist ein durchlüfteter Kaltraum. In den begehbaren Bereichen ist eine 10 bis 12 Zentimeter dicke Mineralwolldämmung vorhanden, die allerdings nicht lückenlos verlegt ist und den heutigen Anforderungen an den Wärmeschutz nicht mehr gerecht wird. Sie soll daher ausgetauscht werden.

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Die Dachkonstruktion wurde von einem Statikbüro untersucht. Verstärkungen wurden erarbeitet. Diese werden im Zuge der Dachsanierung von innen umgesetzt. Der Schrägdachbereich über dem Sanitärtrakt wird geöffnet, die Sparren werden verstärkt und es wird eine Dämmung eingebaut. Die Betondachsteindeckung ist undicht. Die neue Dachdeckung soll der bereits sanierten Turnhalle (naturrot) angepasst werden. Das Dach des Zwischenbaus (Aula) ist mit Flachdachpfannen verlegt. Die Dachneigung von rund zehn Grad ist für diese Deckungsart allerdings deutlich zu gering, zudem ist die Luftlattenhöhe für die flache Neigung nicht ausreichend. Schäden an der Dachlattung (Fäule, Bruch) sind bereits zu verzeichnen.

Die Sanitärbereiche beim Hauptgebäude im Keller, Erdgeschoß und Obergeschoß sind noch aus dem Baujahr des Gebäudes und dringend erneuerungsbedürftig. Auch die Fenster in den Fluren und Sanitärbereichen stammen noch aus dieser Zeit. Der Wärmeschutz dieser Verbundfenster ist entsprechend schlecht. Aufgrund des großen Energieverlustes sollten die Fenster erneuert werden. Der Fensteranteil an den Außenwänden der Klassenzimmer und Fachräume beträgt etwa zwei Drittel der Fassadenfläche. Die Fenster in den Klassenräumen werden aber aus Erwägungen der Wirtschaftlichkeit und aufgrund ihrer relativ guten Beschaffenheit sowie energetischen Eigenschaften nicht ausgetauscht.

Ein wesentlicher Teil des Wärmeverlusts der Fassade erfolgt über die undichten Einbaukästen für die Markisoletten. Diese Wärmebrücke sollte unbedingt ausgeschaltet, die Leckagen sollten abgedichtet werden. Das wird auch den Luftzug in den Klassenzimmern reduzieren.

Ein weiterer Teil der Sanierung ist der Austausch der alten Kesselanlage (Öl-Konstanttemperaturkessel). Das ist nach EnEV ohnehin zwingend, weil die 30-jährige Laufzeit bereits überschritten ist. Die neue Wärmeenergieerzeugung soll über einen Gas-Brennwertkessel (Zentralheizung) erfolgen. Ein Gasanschluss wurde bereits ins Gebäude gelegt. Die Umwälzpumpen werden durch energieeffiziente Pumpen der Klasse A ersetzt. Eine solare Heizungsunterstützung ist nicht vorgesehen.

Wenn die alten Heizkörper in den Klassentrakten ausgetauscht werden, sollten in die Heizkörpernischen auch Dämmplatten eingebaut werden. Eine Brauchwasserbereitung durch den Heizkessel soll laut Gemeinde nicht vorgesehen werden. In den Sanitärbereichen wird ein Kaltwasseranschluss als ausreichend erachtet. Zapfstellen für Putzräume und dergleichen könnten mit einem Durchlauferhitzer oder Boiler ausgerüstet werden.

Eine Abluftanlage ist in den Sanitärbereichen offensichtlich vorhanden (Absaugung über abgehängte Decken), allerdings nicht mehr funktionsfähig. Es wird vorgeschlagen, die Abluftanlage komplett zu erneuern. Für die Klassenzimmer wird weiterhin die Fensterlüftung beibehalten. hw