weather-image
19°

Die Igelhilfe Grabenstätt steht vor dem Aus

4.2
4.2
Bildtext einblenden
Alexander Handke füttert einen Igel mit einer Spritze, in der ein speziell zusammengestelltes Futter für kranke Tiere ist. Im Hintergrund ist Helferin Monika Kröber zu sehen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Die Igelhilfe Grabenstätt, in der das ganze Jahr über kranke und verletzte Igel betreut und gesund gepflegt werden, steht vor dem endgültigen Aus. Nur Spenden können sie noch retten. Allein im Vorjahr beliefen sich die Kosten auf 27 000 Euro. Zudem sucht die privat betriebene Igelstation händeringend nach zusätzlichen ehrenamtlichen Helfern.


Das Frühjahr ist längst angebrochen, doch in der Grabenstätter Igelstation herrscht noch immer Hochbetrieb. Alle Schachteln und Regale sind besetzt und von überall sind Scharr- und Schmatzgeräusche zu vernehmen. Der Grund: Hier werden das ganze Jahr über kranke und verletzte Igel liebevoll betreut und gesund gepflegt. »Aktuell kümmern wir uns um 250 bis 300 Igel, darunter auch Tiere, die bei Privatleuten untergebracht sind und von diesen regelmäßig zum Beispiel für eine Spritze vorbeigebracht werden«, betont »Igelmama« Elisabeth Hüller im Beisein von Alexander Handke und Birgit Briller, zwei ihrer wichtigsten Helfer. Eigentlich sei der Igel ja nachtaktiv, doch kranke Igel müssten oft mehrmals täglich untersucht, gefüttert, gewogen und bei Bedarf auch mit Medikamenten und Schmerzmitteln versorgt werden, so Hüller.

Anzeige

Auch das Saubermachen sei sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Hüller ist jeden Tag von früh morgens bis spät abends für ihre Igel im Einsatz und das seit mittlerweile zwölf Jahren – ehrenamtlich, wie ihr ganzes sechsköpfiges Team. »Bis zu 2500 Euro müssen wir jeden Monat für spezielles Futter, Medikamente, Schmerz- und Desinfektionsmittel, Miete, Strom, Wasser und Müllabfuhr aufwänden. Wir sind deswegen dringend auf Spenden angewiesen, ansonsten ist es wohl bald vorbei«, so Hüller. Allein im Vorjahr beliefen sich die Ausgaben auf 27 000 Euro.

»Wir hoffen, dass es nun wärmer wird, damit wir weitere Igel aussetzen können«. Bisher habe man heuer erst rund 20 Tiere in die Freiheit entlassen können. Zurückgebracht werden sie stets an ihren Herkunftsort. Und dieser liegt nicht immer im Chiemgau. »Wir haben schon Igel aus Peiting, Erding, München, Landshut, Mühldorf, Altötting und Tittmoning aufgenommen, aber immer nur mit der Auflage, dass sie nach ihrer Gesundung auch wieder vom Finder an den Fundort zurückgebracht werden«, so Elisabeth Hüller. Leider gebe es immer weniger Igelstationen und vielen Menschen sei auch die Bedeutung des Igels als Schädlingsfresser gar nicht mehr bewusst. Sein natürlicher Lebensraum werde immer kleiner und Umweltgifte würden sein Immunsystem zunehmend schwächen. »Ein Igel, der eine mit Schneckenkorn vergiftete Schnecke frisst, ist zum Sterben verurteilt«, weiß Hüller. Und auch die neuen Roboter-Rasenmäher seien eine große Gefahr – viele übel zugerichtete Tiere mit tiefen Fleischwunden habe man 2016 aufgenommen, aber zum Glück alle durchgebracht.

Wer die Igelstation in Grabenstätt unterstützen möchte, der kann auf das »Igel-Konto« bei der VR-Bank, IBAN DE26 7106 1009 0107 2108 50 spenden. Wer eine Spendenquittung benötigt, soll auf der Überweisung seine Adresse angegeben. mmü

Mehr aus der Stadt Traunstein