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Die Haindlstraße wird auf vier Meter Breite ausgebaut

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Die Haindlstraße soll erschlossen werden. Gegenwehr kam von den Anliegern wegen der geforderten Breite und weil ein Anlieger sich nicht am Ausbau der nach rechts weiterführenden Straße beteiligen muss. Dieser habe jedoch in einem Gespräch eine freiwillige Beteiligung an den Kosten signalisiert, berichtete Bürgermeister Thomas Kamm. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf. Die Gemeinde Siegsdorf plant den Ausbau und die Erschließung der Haindlstraße. Bei der Anliegerversammlung zu dem Thema gab es heftige Gegenwehr gegen die Herstellung der Erschließungsstraße und man beschloss, dass sich der Bauausschuss direkt am Ort ein Bild von der Situation machen sollte.


Grundsätzlich hegen die Anwohner Zweifel gegen die geplante Erschließung. So erscheint ihnen nach ihren Angaben die Ausbaubreite von 4,50 Meter als viel zu breit. »Eine solche 'Autobahn' verleitet ja schon zum Rasen«, so ihr einhelliger Tenor. Im Bebauungsplan »Alzing – Bad Adelholzen« ist die Straßenbreite mit sechs Metern festgesetzt. Der ausgewiesene Straßengrund gehört bereits der Gemeinde. Die Festsetzungen des Bebauungsplanes waren den Anliegern bekannt.

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Im Laufe der Anliegerversammlung kam die Anregung, dass doch zumindest die Fahrbahnbreite nochmals überdacht werden sollte. Der Bautechniker der Gemeinde, Franz Hell, ermittelte daraufhin noch einmal die Einsparungen bei einer Verschmälerung der Fahrbahn um einen halben Meter von 28 Euro je Meter Straße – die Gesamteinsparung würde etwa 4  Prozent der Kosten ausmachen. Allerdings wäre bei 4 Meter Breite ein ordnungsgemäßer Begegnungsverkehr nicht mehr möglich.

Bei der Ortseinsicht stellte der Bauausschuss fest, dass es sich hier um eine Bergstrecke handelt und eine Reduzierung der Ausbaubreite auf 4,30 Meter gerade noch vertretbar sei. Ausgehend von einer Breite der Asphaltfläche von 4 Metern ergibt sich mit Randeinfassungen eine Breite von 4,30 Meter. Im Zuge des Straßenbaus sind auch die Vorkehrungen für die Straßenbeleuchtung zu treffen (Leitungen und Fundamente), die Aufstellung der Masten könne dann zum gewünschten Zeitpunkt in Rücksprache mit den Anliegern gebaut werden. Der Bauausschuss war einstimmig der Meinung, dass die Gemeinde ihrer Verkehrssicherungspflicht in vollem Umfang nachkommen muss, gerade, weil es sich um eine Bergstrecke mit Kurve handelt, die auch im Winter ordentlich befahrbar sein muss. Eine angemessene Erschließung sei damals die Grundvoraussetzung für die Bebaubarkeit der Grundstücke gewesen – dazu gehöre auch die Straße, gerade auch im Hinblick auf einen gesicherten Rettungsweg.

Hias Landler (CSU) berichtete, die Anwohner seien nicht prinzipiell gegen den Ausbau auf vier Meter Breite. Unverständlich ist für sie nur die Situation eines Nachbarn, dessen Haus sich als einziges auf der anderen Seite der Straße befinde und der nicht zur Zahlung herangezogen werde. »Er kann sein Grundstück nur über diese Straße erreichen oder per Hubschrauber, muss aber nicht zahlen. Das verstehe wer will, ich jedoch nicht«, so Landler.

Bürgermeister Thomas Kamm entgegnete, die beiden betroffenen Gebäude lägen im Außenbereich, der anders zu behandeln sei. Er habe bereits ein Gespräch mit dem Anlieger geführt, der daraufhin auch signalisierte, sich an den Kosten zu beteiligen. Diese werden zu 90 Prozent auf die Anwohner umgelegt, 10 Prozent zahlt die Gemeinde. Nach längerer Diskussion stimmte der Gemeinderat einstimmig der Erschließung der Haindlstraße zu.

Bereits zu Beginn der Sitzung würdigte Bürgermeister Thomas Kamm die ausscheidenden Gemeinderäte: 18 Jahre im Gemeinderat wirkten Sylvester Dufter (Grüne), Hans Bauer (CSU) als Ortsheimatpfleger und noch verantwortlich für die geplante Eisenärzter Urnenwand sowie Franz Krammer (CSU). Dorothea Freund (UW) war zwölf Jahre im Gremium und jeweils eine Periode (sechs Jahre) mitverantwortlich waren Bernhard Kübler (SPD), Evi Geisreiter (UW), Claus Lermer und Thomas Maier (beide CSU). »Vergelt's Gott für die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat, es war ein fairer und kameradschaftlicher Umgang miteinander und wir haben gemeinsam viel auf den Weg gebracht«, so Kamm. hw