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»Die Hälfte von meinem Herz gehört Deutschland«

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Im Argentinien-Trikot und mit Deutschland-Fahne in der Hand wird Mariana Lescano-Baldauf morgen das WM-Finale verfolgen. Einen Daumen drückt sie dabei ihrem Heimatland, den anderen den Jungs von Jogi Löw. (Foto: Artes)

Traunstein. Wenn Deutschland morgen im WM-Finale gegen Argentinien spielt, wird es schwierig für die gebürtige Argentinierin Mariana Lescano-Baldauf: Sie drückt beiden Mannschaften die Daumen; Argentinien als ihrem Herkunftsland, Deutschland als ihrer zweiten Heimat.


»Die Hälfte von meinem Herzen gehört im Finale Deutschland«, meint die 50-Jährige im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Einen Daumen drücke ich den Jungs von Jogi Löw, den anderen meinem Heimatland.« Schon im Halbfinale fieberte sie für beide Mannschaften mit. Deutschland kam souverän weiter und auch beim Halbfinale der Argentinier war Mariana Lescano-Baldauf zuversichtlich: »Ich hatte von Anfang an ein gutes Bauchgefühl«, auch beim Elfmeterschießen: »Ich wusste, wenn Sergio Romero den ersten Elfer hält, sieht es gut für uns aus.«

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Seit etwa zwölf Jahren lebt und arbeitet die aus Buenos Aires stammende 50-Jährige in Deutschland. Nach dem Studium wollte Mariana Lescano-Baldauf Europa kennenlernen. Es gefiel ihr so gut, dass sie geblieben ist. Nun wohnt die Argentinierin in Erlstätt. An der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall unterrichtet sie Spanisch. Auch da war die Finalpartie schon ein großes Thema. Der eigentliche Final-Favorit war Argentinien für Mariana Lescano-Baldauf nicht: »Wir haben sehr minimalistisch gespielt. Aber am Ende ist es egal, ob man ein Tor oder zehn Tore schießt. Gewonnen ist gewonnen.«

Eine Weltmeisterschaft in ihrem Heimatland Argentinien kann sich Mariana Lescano-Baldauf auch gut vorstellen. »Weltmeisterschaften gehören einfach in Länder, in denen der Fußball auch eine Bedeutung hat und nicht in Länder, wo es nur um Geld und möglichst große Stadien geht.« Sie kritisiert die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Katar und Russland.

Wo sich Mariana Lescano-Baldauf das Finale ansehen wird, weiß sie noch nicht. »Wahrscheinlich zu Hause. Bisher habe ich alle Spiele daheim geschaut und das hat Argentinien immer Glück gebracht.« Beim Public Viewing wäre die Argentinierin im blau-weißen Trikot auch eine Ausnahme. Nur eine Handvoll Argentinier leben im Landkreis Traunstein. Grund zum Jubeln wird Mariana Lescano-Baldauf morgen Abend aber auf jeden Fall haben: entweder für ihr Herkunftsland Argentinien oder eben für ihre zweite Heimat Deutschland. jar