weather-image

Die große Bandbreite der Blasmusik

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Marsch, Polka, Walzer sowie Operetten- und Opernmelodien – Augustin Spiel und seine Stadtmusikanten zeigten, was sie alles können. (Foto: Buthke)

Traunstein. Einen eindrucksvollen Einblick in die große Bandbreite der Volksmusik hat die Stadtmusik Traunstein bei ihrem Josefi-Konzert in der voll besetzten Aula der Staatlichen Berufsschule I gegeben. Marsch, Polka, Walzer sowie Operetten- und Opernmelodien stimmten die Musikanten unter der Leitung von Augustin Spiel an. Von den Darbietungen der Stadtmusik, aber auch vom Nachwuchs der »Jungen Traunsteiner Stadtmusikanten« unter der Leitung von Georg Holzner waren die Zuhörer restlos begeistert und sparten daher auch nicht mit dem Beifall.


Mit dem »Belgano-Marsch« des Schweizer Komponisten Max Leemann schaffte die Stadtmusik sogleich einen rasanten Einstieg in das Musikprogramm. Es folgte der Walzer »Herreinspaziert« – man achte auf die Schreibweise –, eine geläufige Einladung in ein Etablissement; komponiert hat das Stück Carl Michael Ziehrer für die Operette »Der Schätzmeister«. Viele Stücke für konzertante Blasmusik hat der tschechische Komponist Pavel Stanek geschrieben; eines davon, die Ballade »Remember me«, war beim Josefi-Konzert zu hören. In die Pause ging es mit dem Triumphmarsch aus der Oper »Aida« von Giuseppe Verdi. Das Kuriosum dabei: Die Oper des italienischen Komponisten war ursprünglich als Festmusik zur Eröffnung des Suezkanals 1869 gedacht. Verdi wurde aber nicht fertig, sodass die Oper erst zwei Jahre später in Kairo uraufgeführt wurde. Das sei fast wie heute, nur unter anderen Vorzeichen, meinte Spiel schmunzelnd mit Blick auf den Hauptstadtflughafen.

Anzeige

Weiter ging es nach der Pause mit dem »Mussinan-Marsch«, den der Feldtrompeter Carl Karl komponiert hat. Melodien zum Mitsummen wie »Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein«, »Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist« oder »Die ganze Welt ist himmelblau, wenn ich in Deine Augen schau« bekamen die Zuhörer bei der bunten Melodienfolge aus der Operette »Im weißem Rössl« von Ralph Benatzky zu hören.

Publikum forderte zwei Zugaben

Dem jungen Schlagzeuger Florian Schultes war es vorbehalten, der einzige Solist des Abends zu sein. Sein großer Auftritt kam bei dem Marsch »Der Solo-Trommler« von Franz Watz. Seine Eindrücke von einer Amerika-Reise hat der Komponist Markus Götz in dem Stück »Chicago Festival« musikalisch verarbeitet. Damit verbreitete die Stadtmusik Traunstein Fernweh im Saal. Am Ende des offiziellen Programms stand die »Steeephans Polka« von Alexander Pfluger.

Nach so einer starken Vorstellung wurden Dirigent Spiel und seine Musikanten natürlich nicht ohne Zugabe entlassen. Zugabe eins war die Polka »Wir Musikanten« von Kurt Gäble, als eine Hommage des Orchesters an ihren eigenen »Berufsstand«. Zugabe zwei war der »Rainermarsch«; komponiert hat ihn der Regimentskapellmeister Hans Schmid. Heute ist der Marsch quasi die zweite Landeshymne des Landes Salzburg.

Das Josefi-Konzert eingeleitet hatten die »Jungen Traunsteiner Stadtmusikanten« unter der Leitung von Georg Holzner, der aus Termingründen für den etatmäßigen Dirigenten Uwe Heymann einspringen musste. Wodurch sich der Musikernachwuchs jedoch nicht aus der Fassung bringen ließ, wie Holzner augenzwinkernd feststellte. Auf dem Programm stand zuerst der Marsch »Woodpeckers Parade« von Kees Vlak. Dann wagten sich die Jungen an ein Medley mit der Filmmusik aus »Fluch der Karibik«. Mit der Bemerkung »Auch die Jugend liebt Märsche« kündigte Holzner den zweiten Marsch »Der lustige Winzer« von Alfred Bösendorfer an.

Dass die Jugend von heute durchaus den altehrwürdigen Swing beherrscht, zeigten die Musikanten mit dem Stück »Beetle Boogie« von Dick Ravenal. Das Programm endete mit »Sun Calypso«. Eine Zugabe gab es keine. Mit dieser habe man nämlich begonnen, so die Begründung Holzners. Er hatte Recht, denn der Auftritt hatte außerhalb des offiziellen Programms mit dem Jazzstandard »Tiger Rag« von Nick La Rocca begonnen. Bjr

- Anzeige -