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Die Grippewelle hat den Landkreis fest im Griff

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Die »echte« Grippe beginnt immer heftig und plötzlich: mit hohem Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. (Foto: dpa)

Traunstein – Die Grippewelle hat den Landkreis Traunstein fest im Griff – fester als in den vergangenen Jahren. Rund 80 Influenza-Fälle sind dem Gesundheitsamt inzwischen gemeldet worden. Das sei ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, erklärt der Stellvertretende Leiter der Behörde, Dr. Stephan Gebrande.


Über die Gründe, warum die Grippewelle heuer stärker ausgeprägt ist, kann Dr. Gebrande nur spekulieren: »Vielleicht weil der Impfstoff nicht 100-prozentig gepasst hat.« Die Zusammensetzung des gespritzten Serums entspricht nur bedingt den Virusstämmen, die in dieser Saison auftreten.

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Erste vereinzelte Influenza-Meldungen trudelten bereits Anfang Januar im Gesundheitsamt ein, seit Ende Januar erreichen die Behörde täglich mehrere Mitteilungen aus dem ganzen Landkreis – »aktuell zwischen fünf und zehn am Tag«, wie Dr. Gebrande erklärt.

Auch weil darüber hinaus zurzeit eine Fülle an weiteren Infektionskrankheiten wie Erkältungsinfektionen oder Mandelentzündungen kursieren, sind die Praxen der Hausärzte voll. Dr. Martin Metz von der Gemeinschaftspraxis Übersee erklärt, dass er und seine Kollegen aktuell etwa fünf Influenza-Fälle wöchentlich ans Gesundheitsamt melden. Die Erkrankten seien meist unter 40 Jahre alt. Warum das so ist, da kann der Hausarzt nur mutmaßen: Vielleicht hat es vor Jahrzehnten schon einmal eine Grippe mit einem ähnlichen Virenstamm gegeben, wodurch ältere Menschen immun sind.

Die Influenza beginne immer heftig und plötzlich: mit hohem Fieber, Husten, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Wer in den ersten 48 Stunden reagiere und einen Arzt aufsuche, der habe gute Chancen auf einen verkürzten Krankheitsverlauf, erklärt Dr. Metz. »Wer rechtzeitig ein Gegenmittel erhält, der kann nach etwa zwei Wochen wieder fit sein.« Andernfalls kann es auch drei, vier Wochen dauern, bis die Erkrankten wieder völlig gesund sind. Metz verordnet seinen Patienten für diese Zeit etwa auch eine Sportpause.

Der Hausarzt aus Übersee weiß, dass Menschen mit einer »guten Abwehrlage« die Influenza-Viren einfach abschütteln. Allerdings seien aktuell auch wegen der anhaltenden Kälte viele geschwächt.

Seiner Meinung nach wird die Grippewelle die Region mindestens noch die nächsten vier Wochen in Schach halten. Dr. Gebrande vom Traunsteiner Gesundheitsamt weiß, dass es meist bis in den April hinein dauert, bis die Grippewelle völlig abgeebbt ist.

Darum ist es laut Dr. Gebrande ratsam, seine Verhaltensmaßnahmen zu beherzigen: regelmäßig die Hände waschen, viel lüften und in die Ellenbeuge husten. san